
Noch vor wenigen Jahren hätte man sich kaum vorstellen können, dass Lancia Dass eine Marke weniger Autos verkaufen könnte als Ferrari, wäre bisher ein Witz gewesen. Auf der einen Seite ein Hersteller von Supersportwagen in limitierter Auflage, auf der anderen Seite eine Premiummarke im Stellantis-Konzern. Doch bis Ende des Jahres 2026 könnte dieses Szenario durchaus Realität werden. Eineinhalb Jahre nach der Markteinführung des neuen Lancia Ypsilon, ist es an der Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Und diese fällt differenzierter aus, als es auf den ersten Blick scheint.
Ein Italien, das immer noch nicht in Schwung kommt
Der italienische Markt ist nach wie vor mit großem Abstand der wichtigste Absatzmarkt für Lancia. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete die Marke dort insgesamt 5.261 Zulassungen, gegenüber 5.367 im Vorjahr, was einem leichten Rückgang von 2 % entspricht. Mit anderen Worten: Die Verkaufszahlen sind stabil, steigen aber nicht an.
In der Markenrangliste liegt Lancia nun hinter Volvo, Mazda, Cupra und Honda, bleibt aber weiterhin vor Lexus und DS. Noch aussagekräftiger ist, dass der Lancia Ypsilon aus den Top 50 der meistverkauften Modelle in Italien verschwunden ist. Im vergangenen Jahr konkurrierte er noch mit dem Audi A1 oder dem Suzuki Swift, die nach wie vor in dieser Rangliste vertreten sind.
Auch die Elektroversion kann nur schwer überzeugen. Von den 5.261 in Italien zugelassenen Ypsilon sind nur 324 die Elektroversionen 100 %. Angesichts dieser Situation hat Lancia in den letzten Monaten reagiert und aggressivere Preise angeboten sowie eine Version mit Schaltgetriebe auf den Markt gebracht, um den Einstiegspreis zu senken.
Ein Wachstum in Europa … allerdings bei sehr geringen Absatzmengen
Außerhalb Italiens sind die Nachrichten etwas ermutigender.
Frankreich verzeichnet unter den wichtigsten Märkten der Marke den stärksten Zuwachs mit 723 Zulassungen im ersten Halbjahr gegenüber 454 im Vorjahr, was einem Anstieg von 59 % entspricht. Davon entfallen 144 auf die Elektroversion. Das Volumen bleibt jedoch bescheiden: Italien erreicht diese Zahl fast schon in einem einzigen Monat.
Auch Spanien, wo der Ypsilon produziert wird, verzeichnet einen Anstieg mit 439 Zulassungen gegenüber 400 im Vorjahr (+10 %). In Belgien stieg die Zahl der Zulassungen von 106 auf 143 Fahrzeuge (+35 im 1. bis 3. Quartal), während Luxemburg einen spektakulären Anstieg um 120 im 1. bis 3. Quartal verzeichnete und die Zahl der Zulassungen von 34 auf 75 stieg.
Die Niederlande bilden die einzige Ausnahme. Die Zahlen für Juni liegen noch nicht vor, doch zwischen Januar und Mai verzeichnete Lancia dort 49 Zulassungen gegenüber 69 im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.
Insgesamt entfallen auf diese sechs Länder in den ersten sechs Monaten des Jahres bereits fast 6.700 Zulassungen, was einem Gesamtanstieg von etwa 4 % entspricht.
Der Lancia Gamma soll neue Maßstäbe setzen
Wenn man diese Ergebnisse hochrechnet, dürfte Lancia das Jahr 2026 mit etwas mehr als 12.000 Zulassungen in Europa abschließen.
Die Parallele ist dabei auffallend: Im Jahr 2025 lieferte Ferrari weltweit 13.640 Fahrzeuge aus. Eine Luxusmarke könnte also mehr Autos verkaufen als eine Premiummarke von Stellantis. Natürlich hat der Vergleich seine Grenzen. Ferrari produziert bewusst nur wenige Fahrzeuge, während Lancia heute nur in einigen europäischen Ländern vertrieben wird. Aber die Symbolik ist stark.
Die gute Nachricht ist, dass die neue Lancia Gamma soll bis Ende 2026 auf den Markt kommen, um den Ypsilon zu ergänzen. Die Marke kann zudem auf eine gute Präsenz in der WRC2 zählen, wo ihre Ergebnisse sehr vielversprechend sind.
Eine Frage bleibt jedoch schwer nachvollziehbar: Warum ist Lancia auf Märkten wie Deutschland oder Österreich nach wie vor nicht vertreten? In einer Zeit, in der jeder Verkauf zählt, wirft diese Strategie Fragen auf. Denn sollte es der Gamma-Baureihe nicht gelingen, der Marke neuen Schwung zu verleihen, ist eine sorgenfreie Zukunft für einen Hersteller, der europaweit kaum mehr als 20.000 Fahrzeuge pro Jahr verkauft, kaum vorstellbar.
| Land | Januar – Juni 2026 | Entwicklung |
|---|---|---|
| Italien | 5261 | -2% |
| Frankreich | 723 | 59% |
| Deutschland | 0 | 0 |
| Spanien | 439 | 10% |
| Belgien | 143 | 35% |
| Niederlande | 49 | 120% |
| Luxemburg | 75 | 4% |

Abschaffung der Marke DS und Übertragung der Produkte auf LANCIA (eine Marke, die im Gegensatz zu DS – abgesehen natürlich von dem Kultmodell – auf eine echte Geschichte zurückblicken kann).
STELLANTIS muss mit diesem absurden Klonen aufhören.
Die Frage bleibt jedoch: Wer will 2026 noch einen LANCIA kaufen, abgesehen von ein paar nostalgischen Italienern!?🤔🙄