
Dies ist eine bedeutende Strategieänderung für eines der bekanntesten Modelle von Fiat. Während Stellantis noch vor kurzem bekräftigte, dass die nächste Generation von Fiat 500 zunächst ausschließlich elektrisch sein sollte, scheint der Konzern nun seine Pläne überarbeitet zu haben. Der für 2030 erwartete Fiat 500 wird letztendlich nicht nur zu 100 % elektrisch sein, sondern über mehrere Antriebsarten verfügen.
Diese Ankündigung machte Antonio Filosa, der neue CEO von Stellantis, bei seinem Auftritt vor dem Industrieausschuss im italienischen Montecitorio. Dabei bestätigte er nicht nur die Zukunft des traditionsreichen Werks in Mirafiori, sondern stellte auch eine neue Ausrichtung für den italienischen Kleinwagen vor.
Eine Strategie, die sich völlig von der im Jahr 2024 angekündigten unterscheidet
Um die Bedeutung dieser Ankündigung zu verstehen, muss man einige Jahre zurückblicken. Im Jahr 2020 brachte Fiat eine völlig neue Generation des 500 auf den Markt und traf dabei eine weitreichende Entscheidung: Das Modell sollte ausschließlich als Elektroauto angeboten werden. Eine ehrgeizige Strategie, die den Übergang des italienischen Herstellers zur Emissionsfreiheit begleiten sollte.

Doch der Markt entwickelte sich nicht so schnell wie erwartet. Angesichts der nachlassenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa beschloss Stellantis schließlich, sein Modell anzupassen. Im Jahr 2025 wurde daher eine Hybridversion des Fiat 500 in die Modellpalette aufgenommen, um die Produktion in Mirafiori wieder anzukurbeln und eine breitere Kundschaft anzusprechen. Diese Änderung sollte nur vorübergehend sein. Ende 2024 gab Stellantis noch bekannt, dass die nächste Generation des Fiat 500 wieder ausschließlich elektrisch angeboten werden sollte. Letztendlich wird dies jedoch nicht der Fall sein.

Der Fiat 500 von 2030 wird mit verschiedenen Energiequellen betrieben
«In Mirafiori werden wir nach dem 500 Hybrid ab 2030–2031 den neuen 500 auf den Markt bringen. Es wird sich um ein Multi-Energie-Fahrzeug handeln, das in verschiedenen Ausführungen erhältlich sein wird. Es ist, als handele es sich um mehrere Modelle», erklärte Antonio Filosa. Ein wichtiger Satz, da er zwei Dinge bestätigt: Der Fiat 500 wird weiterhin in Mirafiori, der historischen Wiege von Fiat, produziert, und er wird nicht mehr auf einer rein elektrischen Strategie basieren.
Der Chef von Stellantis erwähnt zudem mehrere Varianten. Da kommen einem unweigerlich die bereits bekannten Modelle wie das 500 Cabrio oder der 3+1 in den Sinn, doch der Hersteller könnte noch einen Schritt weiter gehen, um die 500er-Familie zu einer echten, breiteren Modellpalette auszubauen.
Das Ziel ist nach wie vor ehrgeizig: etwa 100.000 Exemplare pro Jahr zu erreichen. Eine Zahl, die von der aktuellen Realität noch weit entfernt ist, da, wenn man bedenkt, Zahlen für das erste Halbjahr 2026, könnte die Jahresproduktion eher bei etwa 50.000 Einheiten liegen.
Welche Plattform?
Noch vor dieser neuen Generation wird der aktuelle elektrische Fiat 500 bereits im Jahr 2027 eine bedeutende Weiterentwicklung erfahren. Er wird insbesondere eine neue Batterie erhalten, die in Spanien von dem Joint Venture zwischen Stellantis und CATL hergestellt wird. Das Ziel ist klar: einen elektrischen Fiat 500 mit größerer Reichweite, aber auch zu einem erschwinglicheren Preis anzubieten.
Was die für 2030 geplante Generation betrifft, ist die verwendete Plattform nun die große Unbekannte. Auch wenn dies noch Spekulation ist, scheint es schwer vorstellbar, dass Stellantis erneut den Weg einschlägt, eine Architektur zu entwickeln, die ausschließlich für ein einziges Modell bestimmt ist, wie es beim aktuellen Fiat 500 der Fall ist. Der zukünftige 500 könnte daher logischerweise auf der Plattform basieren, die von die künftigen E-Car-Modelle, die ab 2028 erwartet werden in Pomigliano d’Arco, insbesondere die künftigen Modelle Fiat Pandina und Citroën 2CV, die ihrerseits technisch mit dem Leapmotor C03 verwandt sind.
Es bleibt also eine Frage offen: Wenn diese Plattform für den Fiat 500 tatsächlich multi-energiefähig wird, werden dann auch die anderen Modelle, die darauf basieren (Pandina, 2CV…), mit Hybridantrieben ausgestattet? Oder wird Stellantis dieses Privileg ausschließlich seiner italienischen Ikone vorbehalten? Was die Motoren angeht, gibt es mehrere Möglichkeiten, vom bei Fiat bereits bekannten 1,0-Liter-GSE bis hin zum von Stellantis weit verbreiteten 1,2-Liter-EB2. Die Entscheidung wird wahrscheinlich bereits intern diskutiert, aber eines ist sicher: Im Jahr 2030 wird der Fiat 500 nicht mehr auf eine einzige Antriebsart setzen … es sei denn, Stellantis ändert noch einmal seine Meinung!