
Am 21. Mai dieses Jahres, Stellantis stellte seinen Plan «Fastlane 2030» vor, einen Fahrplan, der den Konzern nach mehreren komplizierten Jahren wieder auf Kurs bringen soll. Die Präsentation wurde sowohl von Investoren als auch von Liebhabern der verschiedenen Marken des Konzerns mit Spannung erwartet. Doch am Ende der 128 Folien dominierte ein seltsames Gefühl: das Gefühl, einer Präsentation à la Sergio Marchionne beigewohnt zu haben, die voller Versprechungen und ehrgeiziger Ziele steckte - allerdings vor allem für die amerikanischen Marken.
Denn auf europäischer Seite war der Diskurs oft viel schwammiger. Für Peugeot und Fiat gab es zwar einige konkrete Informationen, aber für Citroën (abgesehen von der Bestätigung eines 2CV), Lancia, DS Automobiles oder Abarth war der Inhalt viel diskreter. Und wenn es um Alfa Romeo und Maserati, Die Frustration stieg schnell an.
Maserati schnell ins Gespräch gebracht...
Um die erste Erwähnung von Maserati in der Präsentation zu finden, musste man bis Folie 19 von 128 warten. Und auch hier war die Botschaft minimalistisch: Nein, die Marke wird nicht aufgegeben, ja, sie bleibt die Luxusmarke des Konzerns, und zwei zukünftige Modelle im E-Segment wurden bestätigt.

In Wirklichkeit handelt es sich um den zukünftigen Levante und den zukünftigen Quattroporte, zwei Modelle, die den Beobachtern der Marke bereits bekannt sind. Der zukünftige Quattroporte wird nicht wirklich den aktuellen Quattroporte des F-Segments ersetzen, sondern vielmehr den Platz einnehmen, den der aus dem Katalog verschwundene Ghibli freigelassen hat. Eine letztlich logische Neupositionierung, die aber auch zeigt, wie sehr die Produktpalette von Maserati in den letzten Jahren ausgedünnt wurde.
Und dann ... nichts mehr. Ein paar Worte, zwei Silhouetten von Modellen und der fast schon ironisch gewordene Satz: «More to come».
Alfa Romeo: Das absolute Minimum
Für Alfa Romeo musste man sich noch länger gedulden. Die Marke erschien nur auf Slide 109 von 128. Auch hier begnügte sich Stellantis mit dem Nötigsten.

Die Gruppe bestätigte die Einführung eines neuen C-SUV bis 2030, das berühmte A4U-Projekt, über das wir seit Monaten regelmäßig berichten. Ein strategisches Modell für die Marke, das eine Modellreihe ergänzen soll, die bereits auf dem Junior, dem Tonale sowie der Giulia und dem Stelvio beruhen wird.
Eine weitere Ankündigung betraf ein neues Spezialauto. Aber auch hier bleibt das Geheimnis vollkommen ungelüftet. Einige (wie wir) vermuten einen in limitierter Auflage produzierten Spider, der möglicherweise auf einem MC20 Cielo basieren könnte. Andere denken eher an die Rückkehr eines modernen Alfa Romeo Montreal in Form eines exklusiven Coupés. Auch hier schloss Stellantis lediglich mit einem dezenten «More to come». Es ist schwer, nicht hungrig zu bleiben.
Eine riesige Frustration
Wenn man täglich die Nachrichten von Alfa Romeo und Maserati verfolgt, ist diese Präsentation natürlich sehr frustrierend. Seit über einem Jahr warten wir nun schon auf klare Antworten über die Zukunft der beiden italienischen Marken. Welche Modelle sollen es sein? Welche Plattformen? Welche Motorisierungen Welche Strategie? Welche Volumina? Welche langfristige Vision?
Und schließlich erhielten wir am 21. Mai nur einige bereits bekannte Bestätigungen und viel Schweigen. Aus unserer Enttäuschung haben wir übrigens in unseren vorherigen Artikeln keinen Hehl gemacht. Denn abgesehen von den Ankündigungen ist es vor allem der Gesamteindruck, der Fragen aufwirft: Wie lässt sich erklären, dass zwei so emblematische Marken in einer Präsentation, die die Zukunft des Konzerns bis 2030 entwerfen soll, so schnell abgehandelt wurden?
Eine ausführlichere Präsentation wäre bereits geplant
Seit dieser Präsentation gibt es jedoch mehrere Anzeichen dafür, dass Stellantis tatsächlich nicht alles gesagt hat.
Nach unserer Enttäuschung erhielten wir eine Nachricht, in der in groben Zügen erklärt wurde, dass bereits nächste Woche eine viel detailliertere Präsentation zu Alfa Romeo und Maserati geplant sei. Eine Veranstaltung, die in erster Linie für Investoren bestimmt sei und möglicherweise nicht öffentlich gemacht werde. Dies ist bereits ein beruhigendes Signal.
Einige italienische Medien berichten auch, dass der eigentliche Maserati-Produktplan im Dezember 2026 vorgestellt werden könnte. Diese Information können wir derzeit jedoch nicht bestätigen.
Warum hatten Sie gewartet?
Bleibt eine zentrale Frage: Warum haben Sie am 21. Mai nichts Konkretes vorgelegt? Seit über einem Jahr wissen wir, dass’Alfa Romeo und Maserati streben stärkere Synergien an. Die beiden Marken müssen stärker zusammenarbeiten, bestimmte Technologien gemeinsam nutzen und eine einheitlichere Strategie innerhalb des Konzerns aufbauen. Warum haben sie sich also entschieden, bei einem so wichtigen Ereignis so diskret zu bleiben?
Am erstaunlichsten ist, dass das Argument der «globalen Marken» nicht wirklich zu halten scheint. Auch Dodge und Chrysler haben von einer ausführlicheren Behandlung profitiert, obwohl ihre internationale Reichweite geringer ist als die einiger europäischer Marken. Der Eindruck, der heute vorherrscht, ist also der eines Dossiers, das sich noch im Aufbau befindet, oder zumindest einer bewusst zurückhaltenden Kommunikation.
«More To Come»
Letztendlich war der vielleicht wichtigste Satz dieser Präsentation der, der unauffällig am unteren Rand der Folien erschien: «More To Come». Jetzt bleibt nur noch die Frage nach dem Wann. In der nächsten Woche? Bis zum Ende des Jahres? Oder noch später? In der Zwischenzeit ist eines sicher: Die nächsten Monate werden für Alfa Romeo und Maserati entscheidend sein. Und zwischen offiziellen Ankündigungen, Präsentationen für Investoren und Gerüchten hinter den Kulissen wird man besonders aufmerksam sein müssen, was als Nächstes passiert.