In Kürze können Sie den neuen 6-Zylinder-Reihenmotor von Stellantis in Europa testen

Lange Zeit wirkte er wie ein Phantom-Motor. Der 2022 vorgestellte und noch zu Zeiten von FCA vor der Fusion mit PSA entwickelte 6-Zylinder-Reihenmotor „Hurricane“ (GME T6) wurde oft als einer der vielversprechendsten Motoren des Konzerns bezeichnet Stellantis. Für die europäischen Autofahrer schien es jedoch dazu bestimmt, auf der anderen Seite des Atlantiks zu bleiben.

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Als wir diesen Motor im Jahr 2023 vorgestellt, … hatten wir bereits erklärt, dass er durchaus unter der Motorhaube eines Alfa Romeo Giulia, eines Stelvio oder sogar bestimmter Maserati-Modelle seinen Platz gefunden hätte. Doch die Strategie der Konzernleitung zur beschleunigten Elektrifizierung und die europäischen Vorschriften schienen diese Tür endgültig verschlossen zu haben.

Drei Jahre später hat sich die Lage geändert. Und zum ersten Mal können europäische Autofahrer diesen Motor auf ihrem eigenen Markt kennenlernen.

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Der Motor, der in Alfa Romeo-Modellen verbaut worden wäre

Der Hurricane ist ein besonderer Motor in der jüngeren Geschichte von Stellantis. Es handelt sich nicht um einen von Grund auf neu entwickelten Motor, sondern um eine Weiterentwicklung des bekannten GME T4, des Vierzylinder-Turbomotors, der unter anderem im Alfa Romeo Giulia und Stelvio zum Einsatz kommt.

Die Ingenieure von FCA haben diese Architektur übernommen und sie um zwei weitere Zylinder erweitert, um einen 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit zwei Turboladern zu entwickeln. Das Ergebnis ist beeindruckend: Je nach Version leistet dieser Motor zwischen 420 PS und über 500 PS und verfügt über ein besonders hohes Drehmoment.

Damals gingen viele davon aus, dass dieser Motor der natürliche Nachfolger der V6-Motoren von Alfa Romeo Quadrifoglio werden oder sogar das Angebot von Maserati ergänzen würde. Zumal er so konzipiert war, dass er mit verschiedenen Hybridisierungsformen kompatibel war und sich perfekt in die Giorgio-Plattform einfügte. Letztendlich reservierte Stellantis den Hurricane für den nordamerikanischen Markt, wo er nach und nach mehrere HEMI-V8-Motoren in bestimmten Jeep- und RAM-Modellen ersetzte.

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Stellantis ist von diesem Motor so überzeugt, dass das Unternehmen die Produktion verdoppelt hat

Im vergangenen Jahr deuteten mehrere Meldungen aus Nordamerika darauf hin, dass Stellantis mehr denn je auf diesen Motor setzte. Der Konzern prüfte sogar die Möglichkeit, die Produktionskapazität zu verdoppeln von etwa 250.000 auf 500.000 Einheiten pro Jahr. Dieses Ziel machte deutlich, dass der Hurricane nicht nur ein Übergangsmotor war, sondern ein zentraler Bestandteil der US-Strategie von Stellantis. Angesichts eines Marktes, auf dem die Elektrifizierung weniger schnell voranschreitet als erhofft, investierte der Hersteller weiterhin in leistungsstarke und moderne Verbrennungsmotoren. Doch trotz dieser potenziell beträchtlichen Stückzahlen deutete damals nichts darauf hin, dass Europa eines Tages davon profitieren könnte.

Die Überraschung in Europa kommt von Dodge

Dank Dodge ändert sich die Lage nun. In einer offiziellen Pressemitteilung, in der der Start der Vorbestellungen für die neue Generation des Dodge Charger in Europa angekündigt wird, bestätigt die amerikanische Marke, dass auch Modelle mit Verbrennungsmotor und Hurricane-Motor auf unseren Kontinent kommen werden.

Der neue Dodge Charger, der auf der STLA-Large-Plattform basiert, wird in Europa sowohl als Elektroversion «Daytona» als auch als Benzinversion mit dem Namen „SIXPACK“ angeboten. Letztere wird genau den berühmten 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Biturbo-Motor „Hurricane“ nutzen. Es sind zwei Leistungsstufen vorgesehen. Die R/T-Version wird 420 PS leisten, während die Scat Pack-Version die High-Output-Variante mit bis zu 550 PS erhalten wird. Für die Europäer ist das eine Premiere. Bislang musste man den Atlantik überqueren, um auf ein Fahrzeug mit diesem Motor zu steigen.

Vielleicht die einzige Gelegenheit, diesen Motor in Europa zu testen

Um es klar zu sagen: Es geht hier nicht um die Einführung des Hurricane-Motors bei Alfa Romeo oder Maserati. Angesichts der europäischen Vorschriften ist es nach wie vor sehr unwahrscheinlich, dass er in die künftigen Modellreihen der italienischen Marken des Konzerns integriert wird. Die neuen Alfa-Romeo-Modelle basieren nun auf einer weitgehend elektrifizierten Strategie, und kein offizielles Projekt sieht derzeit den Einsatz dieses Sechszylinder-Reihenmotors vor.

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Doch die Markteinführung des Dodge Charger auf dem europäischen Markt verändert die Lage für Autoliebhaber doch grundlegend. Zum ersten Mal können sie diesen Motor, von dem schon seit Jahren die Rede ist, entdecken und testen. Und es handelt sich nicht um irgendeinen Motor. Mit bis zu 550 PS, Allradantrieb und einer auf dem Markt mittlerweile selten gewordenen Reihensechszylinder-Architektur ist er wahrscheinlich einer der letzten großen Verbrennungsmotoren, die von Stellantis entwickelt wurden. Übrigens hätte eine Limousine auf der STLA-Large-Plattform mit diesem GME-6-Zylinder-Motor in einer Parallelwelt ein Alfa Romeo Giulia sein können.

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