
Wenige Tage, nachdem er einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte in Kroatien, Lancia bestätigt, dass ihre Rückkehr auf das höchste Niveau alles andere als ein einfacher Coup ist. Auf den Kanarischen Inseln, auf einem völlig anderen Terrain, gelang der italienischen Marke ein zweiter Sieg in Folge in WRC2. Und auch dieses Mal ist die Demonstration total.
Perfektes Wochenende
Schon bei den ersten Wertungsprüfungen der Rally Islas Canarias wird der Ton angegeben. Yohan Rossel und Arnaud Dunand übernahmen schnell die Führung und gaben sie nicht mehr ab. Auf den spanischen Vulkanstraßen legte das französische Duo ein beeindruckendes Tempo vor und erzielte bereits am ersten Tag fünf aufeinanderfolgende Bestzeiten. Im Laufe der 18 Wertungsprüfungen erzielte Rossel sechs Scratches und baute seinen Vorsprung stetig aus. Eine Leistung, die mit Methode, Präzision und einem perfekten Verständnis der Bedingungen aufgebaut wurde. Denn hier war nichts einfach: Zwischen plötzlichen Regenschauern, feuchten Abschnitten und von der Sonne aufgeheiztem, abrasivem Asphalt erforderte die Rallye eine ständige Anpassung. Doch wo viele zögerten, schien Lancia immer einen Schritt voraus zu sein.
“Wir haben das Auto bis an die Grenze getrieben”
Diesen Sieg verdankte Rossel nicht nur seiner Geschwindigkeit, sondern auch seinem Management. Denn während der erste Teil der Rallye unter Kontrolle war, war der Rest deutlich angespannter. “Wir haben das Auto bis ans Limit gebracht, dann haben wir versucht, das Tempo zu steuern ... aber das war nicht einfach”, gestand der französische Fahrer. Hinter ihm hielt der Kampf um den zweiten Platz den Druck konstant hoch und zwang den Führenden, bis zum Schluss konzentriert zu bleiben.

Das Ergebnis war eindeutig: ein klarer Sieg, der auf einem nahezu perfekten Wochenende aufgebaut war. Reifenwahl, Setup, Strategie - alles hat funktioniert. Nach Kroatien legte Rossel nach und führt nun die WRC2-Meisterschaft an.
Ein Ypsilon Rally2, der seinen Status bestätigt
Im Mittelpunkt dieses neuen Sieges steht der Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale, der bestätigt, was sich in Kroatien bereits angedeutet hatte: Er setzt heute Maßstäbe. Bei einer so kniffligen Rallye wie der Kanaren-Rallye zeigte das italienische Auto eine beeindruckende Vielseitigkeit. Es war in der Lage, auf trockener Fahrbahn zu attackieren und auf rutschigen Abschnitten stabil zu bleiben, und ermöglichte es seiner Mannschaft, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Für Roberta Zerbi, CEO von Lancia, geht dieser Erfolg weit über das bloße Ergebnis hinaus: Er bestätigt das Projekt. Er bestätigt vor allem, dass die Rückkehr von Lancia in den Rallyesport eine nachhaltige Dynamik hat.


Nikolay Gryazin begrenzt den Schaden nach einem schwierigen Start
Auf der anderen Seite des Lancia Corse HF-Standes verlief das Wochenende für Nikolay Gryazin und Konstantin Aleksandrov etwas turbulenter. Bereits auf der fünften Wertungsprüfung wurde das Team von starkem Untersteuern geplagt, verlor Zeit und musste mit ansehen, wie die Spitzenpositionen in weite Ferne rückten. Doch Gryazin gab nicht auf, sondern begann eine solide Aufholjagd von Prüfung zu Prüfung. Im zweiten Teil der Rallye war er schneller, fuhr sogar eine Bestzeit und konnte sich bis auf den sechsten Platz vorarbeiten. Dieses Ergebnis ist auf dem Papier zwar frustrierend, zeigt aber, dass er trotz der Schwierigkeiten ein echtes Potenzial hat.
Lancia etabliert sich bereits als Referenz in der WRC2
Mit diesem zweiten Sieg in Folge hat Lancia eindeutig eine neue Dimension erreicht. Die Marke begnügt sich nicht mehr mit einem erfolgreichen Comeback, sondern ist nun das Team, das es in der WRC2 zu schlagen gilt.
Rossel übernahm die Führung in der Fahrerwertung, während Lancia Corse HF seine Führung in der Teamwertung ausbaute. Eine starke Dynamik, die an die Leistungen anknüpft, die wir seit Beginn der Saison gesehen haben. In zwei Wochen wird die Rallye Portugal ein neues, noch anderes Spielfeld bieten. Aber eines ist jetzt schon sicher: Lancia kommt mit einem klaren Status. Als Favorit.

