Lancia gewinnt die dritte Rallye in Folge in Japan... vor Toyota: «Ein kleiner Fehler kann alles verändern»

Nur wenige Wochen, nachdem er einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte in Kroatien dann auf den Kanarischen Inseln, Lancia setzt seine spektakuläre Rückkehr auf die höchste Ebene des weltweiten Rallyesports fort. Dieses Mal hat die italienische Marke in Japan zugeschlagen. Am Ende einer besonders hart umkämpften Rallye bescherten Nikolay Gryazin und sein Beifahrer Konstantin Aleksandrov dem Ypsilon Rally2 HF Integrale einen weiteren prestigeträchtigen Sieg, den dritten der Saison in der WRC2.

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Doch im Gegensatz zu den relativ kontrollierten Erfolgen von Yohan Rossel zu Beginn des Jahres baute sich dieser japanische Sieg in der Spannung bis zu den letzten Kilometern auf.

Ein Duell, das bis zur letzten Wertungsprüfung entschieden wurde

Die Rallye Japan hatte noch nie den Ruf, eine leichte Prüfung zu sein. Enge, von Gräben gesäumte Straßen, ständig wechselnder Grip, nasse Abschnitte, die sich mit rauerem Asphalt abwechseln: Die kleinste Abweichung kann mehrere Plätze oder sogar das Ausscheiden kosten.

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Nikolay Gryazin merkte das schnell. Nach einem komplizierten ersten Tag fand der bulgarische Fahrer allmählich seinen Rhythmus. Von Sonderprüfung zu Sonderprüfung begann er, den Rückstand auf den Spanier Alejandro Cachón, seinen Hauptgegner an diesem Wochenende, aufzuholen. Der Kampf nahm eine neue Dimension an. Die beiden Männer lieferten sich auf den japanischen Straßen ein Kopf-an-Kopf-Rennen und hielten die Spannung bis zur vorletzten Wertungsprüfung aufrecht. Zu diesem Zeitpunkt trennten die beiden Teams nur 2,8 Sekunden.

Selbst ein Zwischenfall konnte Grjasin nicht bremsen. Auf der über 16 Kilometer langen Wertungsprüfung Obara 1 gelang es ihm, trotz einer Berührung und einer Reifenpanne die Bestzeit zu erzielen. Eine Demonstration von Geschwindigkeit, aber auch von Kaltblütigkeit, die sich als entscheidend für den weiteren Verlauf erweisen sollte.

Die Erlösung in der Power Stage

Die Entscheidung fiel schließlich auf der letzten Wertungsprüfung, der berühmten Power Stage am Lake Mikawako. Mit einem winzigen Vorsprung vor dem Start wusste Gryazin, dass er sich keinen Fehler erlauben durfte. Cachón machte weiterhin konstanten Druck und der Sieg blieb völlig unentschieden.

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Dann kam der Wendepunkt der Rallye. Auf den letzten Kilometern machte der Spanier einen Fehler mit einem Dreher, der ihn wertvolle Sekunden kostete. Gryazin nutzte dies sofort aus, um den Abstand zu vergrößern und die Ziellinie mit 15,5 Sekunden Vorsprung zu überqueren. Ein Sieg, der nach mehreren Tagen maximaler Intensität errungen wurde.

«Die Rallye Japan ist immer eine der anspruchsvollsten Veranstaltungen im Kalender», sagte Gryazin nach der Zieldurchfahrt. «Die Straßen sind unglaublich technisch, der Grip ändert sich ständig und ein einziger kleiner Fehler kann alles zum Kippen bringen.»

Ein Ypsilon Rally2 HF Integrale, der Rennen für Rennen bestätigt

Dieser japanische Erfolg bestätigt vor allem einen Trend, der sich seit Beginn der Saison abzeichnet: Der Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale ist nun eine Referenz in der WRC2. Nach den Leistungen auf kroatischem Asphalt und dann auf den Vulkanstraßen der Kanaren hat das italienische Auto seine Vielseitigkeit erneut auf einem völlig anderen Terrain unter Beweis gestellt.

Laut Gryazin spielte das Vertrauen, das das Auto vermittelte, während des gesamten Wochenendes eine entscheidende Rolle. Das Team Lancia Corse HF konnte auch schnell auf jede Änderung der Bedingungen und die notwendigen Anpassungen zwischen den Wertungsprüfungen reagieren. Diese Anpassungsfähigkeit erklärt zu einem großen Teil die Konstanz, die der italienische Hersteller seit seiner Rückkehr in den Wettbewerb an den Tag legt.

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Lancia übernimmt die Macht in der WRC2

Über den Sieg hinaus sind die Auswirkungen auf die Meisterschaft besonders wichtig. Durch diesen Erfolg übernahm Nikolay Gryazin mit 56 Punkten die Führung in der WRC2-Fahrerwertung. Er liegt nun nur noch vier Punkte vor seinem Teamkollegen Yohan Rossel, während der Kampf zwischen Leo Rossel und Roope Korhonen extrem eng bleibt.

Konstantin Aleksandrov setzt sich auch an die Spitze der Beifahrerwertung, während Lancia Corse HF den ersten Platz in der Teammeisterschaft behält. Einige Monate nach ihrer offiziellen Rückkehr in den Rallyesport begnügt sich die italienische Marke nicht mehr nur mit ihrer glorreichen Vergangenheit. Sie hat sich mittlerweile als aktuelle Referenz in der Kategorie etabliert.

WRC2 2026 - Fahrerwertung

  1. Nikolay Gryazin (Lancia) - 56 Punkte
  2. Yohan Rossel (Lancia) - 52 Punkte
  3. Roope Korhonen (Toyota) - 52 Punkte
  4. Léo Rossel (Citroën) - 52 Punkte
  5. Alejandro Cachón (Toyota) - 46 Punkte
  6. Teemu Suninen (Toyota) - 42 Punkte
  7. Roberto Daprà (Skoda) - 37 Punkte
  8. Eric Camilli (Škoda) - 33 Punkte
  9. Andreas Mikkelsen (Škoda) - 27 Punkte
  10. Robert Virves (Škoda) - 25 Punkte

Richtung Herausforderung Akropolis

Die nächste Runde könnte jedoch die Karten neu mischen. Nach dem japanischen Asphalt steht mit der legendären Akropolis-Rallye in Griechenland wieder Schotter auf dem Programm. Eine mythische Veranstaltung, die für ihre hohen Temperaturen, ihre brüchigen Pisten und die für die Mechanik besonders anstrengenden Bedingungen bekannt ist. Eine völlig andere Herausforderung für den Ypsilon Rally2 HF Integrale.

Doch nach drei Siegen in wenigen Monaten auf so unterschiedlichen Schauplätzen wie Kroatien, den Kanarischen Inseln und nun auch Japan kommt Lancia mit einem neuen Status nach Griechenland: als Tabellenführer und als das Team, das es zu schlagen gilt. Noch vor wenigen Monaten war die Rückkehr der italienischen Marke vor allem mit Neugierde verbunden. Jetzt ist es eine Sache, die Respekt einflößt.

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