
Jahrzehntelang waren die verschiedenen Marken, die heute unter dem Dach von Stellantis haben ihre eigenen Empfehlungen für Motorschmierstoffe befolgt. Doch der Automobilkonzern hat gerade einen weiteren Schritt in seiner Harmonisierungsstrategie getan: Von nun an wird eine einzige Familie von Motorölen für alle seine europäischen Marken empfohlen, von Peugeot bis hin zu Alfa Romeo durch Fiat, Citroën, Opel und Jeep. Die Ankündigung erfolgte durch eine gemeinsame Pressemitteilung von Stellantis und TotalEnergies, die seit mehr als fünfzig Jahren historische Partner sind.
Eine Kooperation, die sich auf alle Marken von Stellantis erstreckt
Bisher betraf die Vereinbarung zwischen Stellantis und TotalEnergies hauptsächlich die aus der PSA-Gruppe übernommenen Marken: Peugeot, Citroën, DS Automobiles, Opel und Vauxhall. Die neue Partnerschaft weitet diese Zusammenarbeit nun auf alle zehn europäischen Marken des Konzerns aus: Fiat, Alfa Romeo, Abarth, Lancia, Jeep, Peugeot, Citroën, DS Automobiles, Opel und Vauxhall.
Konkret bedeutet dies, dass die Kundendienstnetze dieser Hersteller die gleichen Motoröle verwenden werden, die gemeinsam von Stellantis und TotalEnergies entwickelt wurden. Eine Entwicklung, die sich in die Logik der technischen Harmonisierung einfügt, die die Gruppe seit mehreren Jahren verfolgt und die bereits auf der Ebene der Plattformen, der Motorisierungen oder auch der eingebetteten Technologien sichtbar ist.
Laut Stellantis entsprechen diese neuen Schmierstoffe den neuesten harmonisierten technischen Spezifikationen des Konzerns, die als FPW (Factory Filled Powertrain) bezeichnet werden, und werden sowohl für die laufende Wartung als auch zur Wahrung der Herstellergarantie empfohlen.
Eine einzige Produktreihe zur Vereinfachung der Wartung
Über den industriellen Aspekt hinaus stellt Stellantis einen praktischen Vorteil für seine Kunden und sein Händlernetz in den Vordergrund. Indem er das gesamte Markenportfolio mit einer einzigen Produktreihe abdeckt, vereinfacht der Hersteller die Lagerverwaltung, die Wartung und die Serviceverfahren.
Das neue Angebot besteht aus zwei Produktfamilien: TotalEnergies Quartz MOPAR-Öle und TotalEnergies Quartz EV3R MOPAR SUSTAINera-Öle. Sie werden künftig die einzigen offiziell empfohlenen Öle in den Servicenetzen des Konzerns sein. Für Stellantis besteht das Ziel darin, eine einzige Lösung anzubieten, die in der Lage ist, die gleichen Leistungs-, Schutz- und Zuverlässigkeitsniveaus bei so unterschiedlichen Fahrzeugen wie einem Fiat Panda, einem Peugeot 3008, einem Citroën C4 oder einem Alfa Romeo Tonale zu gewährleisten.
Hinter dem Motoröl steckt eine Umweltstrategie
Diese Ankündigung ist nicht nur technischer Natur. Sie ist auch Teil der Umweltstrategie von Stellantis durch sein SUSTAINera-Programm, das alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft umfasst.
Einer der interessantesten Aspekte dieser Partnerschaft betrifft das TotalEnergies Quartz EV3R-Öl, das 2024 auf den Markt kommt. Stellantis und TotalEnergies bezeichnen es als das erste von einem Hersteller freigegebene Motorenöl, das 100 % regenerierte Grundöle verwendet. Konkret bedeutet dies, dass der Rohstoff aus gesammeltem Altöl stammt, das dann raffiniert und gereinigt wird, um die Eigenschaften von neuem Öl zu erhalten. Ziel ist es, den Einsatz neuer Ölressourcen zu reduzieren und gleichzeitig die von modernen Motoren geforderte Leistung zu erhalten.
Für den Automobilkonzern trägt dieser Ansatz dazu bei, den ökologischen Fußabdruck des Kundendienstes zu verringern, indem er die Wiederverwendung von Ressourcen und Produkte aus stärker zirkulären Prozessen fördert. Eine Philosophie, die sich bereits ausbreitet zu wiederaufbereiteten Teilen, Das bedeutet, dass die Kosten für die Reparatur von Fahrzeugen, für reparierte Bauteile, für wiederverwendbare Teile und für das Recycling von Altfahrzeugen gesenkt werden müssen.
Für die Besitzer von Fiat, Alfa Romeo, Lancia oder Jeep wird die Änderung bei einem einfachen Ölwechsel wahrscheinlich unbemerkt bleiben. Hinter den Kulissen zeugt sie jedoch von dem Willen, zehn verschiedene Marken mit immer einheitlicheren technischen Lösungen arbeiten zu lassen, bis hin zur Wahl des Motoröls.