«Maserati steht nicht zum Verkauf»: Stellantis antwortet direkt auf Gerüchte über eine Übernahme durch BYD

Seit einigen Wochen taucht in den internationalen Medien hartnäckig ein Gerücht auf: Der chinesische Riese BYD soll an der Übernahme von Maserati. Diese Hypothese, die Anfang Juni von mehreren europäischen Publikationen aufgestellt wurde, nährt weiterhin die Spekulationen um die Zukunft der Marke mit dem Dreizack, deren wirtschaftliche Schwierigkeiten mittlerweile allgemein bekannt sind. Die Botschaft von Stellantis ist jedoch unmissverständlich: Maserati steht nicht zum Verkauf.

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Eine Erklärung von BYD, die den Stein wieder ins Rollen brachte

Der Ursprung dieser neuen Spekulationswelle geht auf eine Aussage von Stella Li, der stellvertretenden Vorsitzenden von BYD, zurück. Als sie Mitte Mai zu den europäischen Ambitionen des chinesischen Herstellers befragt wurde, bezeichnete sie Maserati als eine «sehr interessante» Marke, erklärte aber, dass noch keine konkreten Schritte unternommen worden seien. Es bedurfte nicht viel, um die Szenarien einer Übernahme wieder aufleben zu lassen. Mehrere Medien stellten sich schnell vor, was Maserati für BYD bedeuten könnte: eine europäische Luxusmarke mit jahrhundertealtem Prestige, ein Netzwerk, das bereits auf den wichtigsten westlichen Märkten etabliert ist, und ein industrielles Instrument, das die Präsenz des chinesischen Konzerns in Europa stärken würde.

Noch am 4. Juni widmete ein großes niederländisches Automobilmedium einen ganzen Artikel dieser Hypothese und erklärte, warum eine Übernahme von Maserati für BYD Sinn machen könnte, insbesondere um den Aufstieg in die Oberklasse zu beschleunigen und sein Image außerhalb Chinas zu stärken.

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Stellantis: «Maserati ist nicht verkäuflich».»

Angesichts dieser neuen Spekulationen haben wir uns direkt an einen hochrangigen Manager bei Stellantis gewandt, um herauszufinden, ob an diesen Gerüchten etwas dran ist. Die Antwort kam sofort und war besonders deutlich:

«Ganz und gar. Die einzige wirkliche Neuigkeit ist das, was unser CEO, Antonio Filosa, gesagt hat. Maserati steht nicht zum Verkauf, ganz im Gegenteil: Es gibt eine dedizierte Strategie. Und einen dedizierten Investorentag».»

Mit anderen Worten: Für Stellantis gibt es derzeit keine Pläne, Maserati zu verkaufen. Im Gegenteil, die Gruppe arbeitet nach eigenen Angaben an einer speziellen Strategie für die Marke und plant sogar einen Investorentag, der sich bis Ende 2026 ausschließlich mit Maserati befassen soll. Unser Gesprächspartner fügt außerdem hinzu, dass dieses Gerücht auf bereits älteren Informationen beruht:

« Diese Nachricht ist zwei Wochen alt. Lesen Sie die Erklärung von Antonio Filosa. Investorentag für Maserati bis Dezember geplant».»

Und schließt mit einem Anflug von Verärgerung:

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«Journalisten können sagen, was sie wollen ... die Fakten werden für sich selbst sprechen, und die Glaubwürdigkeit wird auf der Seite derer sein, die die Wahrheit gesagt haben.»

Antonio Filosa hat den Fahrplan bereits vorgezeichnet

Dieses Dementi passt übrigens perfekt zu den jüngsten Mitteilungen des neuen CEO von Stellantis, Antonio Filosa. Auf dem Investorentag am 21. Mai hatte er Maserati trotz des schwierigen Umfelds erwähnt. Vor allem aber bestätigte er die Einführung von zwei neuen, wichtigen Modellen: dem zukünftigen Quattroporte und dem zukünftigen Levante.

Diese Ankündigung war alles andere als harmlos. Seit mehreren Jahren häuften sich die Gerüchte über die Streichung oder Verschiebung dieser Projekte. Mit der offiziellen Bestätigung ihrer Entwicklung sendete Antonio Filosa bereits ein starkes Signal: Stellantis investiert weiterhin in Maserati. Die Veranstaltung eines Investorentages, der speziell der Marke gewidmet war, war ein zweites Indiz in die gleiche Richtung.

Warum kommt dieses Gerücht trotzdem immer wieder auf?

Das BYD-Maserati-Szenario kursiert immer noch, weil es auf einer schwer zu ignorierenden Realität beruht: Maserati durchlebt eine der kompliziertesten Zeiten seiner jüngeren Geschichte. Nach nur 7.800 weltweiten Verkäufen im Jahr 2025, die Zahlen für das erste Quartal 2026 zeigen einen weiteren Rückgang von 41 % in den von Italpassion beobachteten Hauptmärkten. Die USA, lange Zeit der Motor der Marke, gehen stark zurück. Italien, Deutschland und Japan folgen demselben Pfad.

Infografik Italpassion

Bei diesem Tempo könnte Maserati das Jahr mit 5.000 bis 6.000 Fahrzeugen abschließen, was in etwa dem Niveau der frühen 2010er Jahre entspricht. Diese Situation nährt natürlich Spekulationen über die Zukunft des Unternehmens. Einige Beobachter meinen, dass ein chinesischer Hersteller mit großen finanziellen Mitteln versucht sein könnte, eine so prestigeträchtige Marke zu kaufen, um seine Glaubwürdigkeit auf dem Luxusmarkt zu beschleunigen.

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Eine Marke in Schwierigkeiten, aber immer noch im Zentrum der Pläne von Stellantis

Die eigentliche Herausforderung liegt schließlich woanders. Die Frage ist nicht mehr, ob sich Maserati in einer Krise befindet. Die Zahlen sprechen für sich. Die eigentliche Frage betrifft die Strategie, die Stellantis anwenden möchte, um den Dreizack dauerhaft wiederzubeleben.

In den letzten Monaten hat das neue Management immer wieder Signale gesendet, die auf eine grundlegende Neuausrichtung hindeuten. Jean-Philippe Imparato beaufsichtigt nun die Sanierung der Marke, während Santo Ficili regelmäßig betont, dass Maserati noch über ein beträchtliches Potenzial verfügt.

Die Aufgabe des ausschließlich elektrischen Ansatzes, die Überlegungen zu zukünftigen Motoren und die Bestätigung neuer Modelle zeigen, dass der Konzern vor allem versucht, eine kohärente Vision für Maserati wieder aufzubauen. Genau das sollte der für Ende des Jahres angekündigte Investorentag klären.

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