
Nur wenige Tage, nachdem er die 1.000-PS-Marke geknackt hatte, hat der neue Sechszylinder von Stellantis geht schon noch einen Schritt weiter. Anlässlich der Roadkill Nights 2026 erreichte ein von Brian Shull und Jonathan Rimbo getunter Dodge Charger SIXPACK 1.064 PS. Ein neuer Rekord, der vor allem das beeindruckende Potenzial des neuen 3,0-Liter-Hurricane-Sechszylindermotors bestätigt.
Letzte Woche haben wir euch bereits von John O’Malleys Dodge Charger. Mit einer angegebenen Leistung von rund 1.000 PS hatte dieses Auto vor allem das Rennen auf der Woodward Avenue gewonnen. Doch es gab da ein wichtiges Detail: Das Siegerauto des Rennens war nicht das leistungsstärkste im Starterfeld.
1.064 PS für den 6-Zylinder-Motor «Hurricane» von Brian Shull und Jonathan Rimbo
Tatsächlich war es das von Brian Shull und Jonathan Rimbo – in den sozialen Netzwerken unter den Pseudonymen UltraSRT und Applied Torque Solutions bekannt – entwickelte Fahrzeug, das den Leistungsrekord auf dem Prüfstand für sich verbuchen konnte: 1.064 PS gegenüber etwa 1.000 PS bei Boosted Motorsports.



Danach vermitteln die anderen am Start stehenden Fahrzeuge einen Eindruck vom Niveau, das bei dieser Veranstaltung erreicht wurde: Heavy D Sparks leistete 900 PS, während Rob Dahm und Titan Motorsports mit 800 PS angekündigt waren.
Ein umso spektakuläreres Ergebnis, wenn man bedenkt, woher dieser Motor stammt. Der Hurricane ist ein 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Doppelturboaufladung. Im neuen serienmäßigen Dodge Charger SIXPACK Scat Pack leistet seine „High Output“-Version 550 ch. Dodge hat außerdem gerade vorgestellt ein Tuning auf 600 PS für den Charger Super Bee. Doch das Potenzial ist noch viel größer! Die Tuner sind mittlerweile in der Lage, fast die doppelte Leistung der Serienversion zu erreichen.

Leistungsrekord, aber kein Sieg
Auf der Rennstrecke reichte diese Kraftentfaltung jedoch nicht aus. Der Charger von Brian Shull und Jonathan Rimbo traf auf den von Titan Motorsports und unterlag mit einem Rückstand von nur 0,003 Sekunden.
Ein winziger Unterschied, der sich insbesondere durch das besondere Format des Rennens erklärt. Das Team berichtet, dass es festgestellt habe, dass die Rennstrecke nur 330 Fuß, also etwa 100 Meter und fast eine Sechzehntelmeile, lang war. Das Auto war jedoch in sehr kurzer Zeit mit Blick auf ein Rennen über eine Achtelmeile entwickelt worden. Der Dodge Charger konnte daher beim Start nicht sofort seine volle Leistung entfalten. Dem Fahrer zufolge holte der 1.064 PS starke Hurricane vor allem in der zweiten Phase der Beschleunigung auf seinen Gegner auf. Der Sieg ging schließlich an John O’Malley und Boosted Motorsports, deren Charger Hurricane rund 1.000 PS leistete.
Von 550 bis 1.064 PS: Wie weit wird der Hurricane noch gehen?
Diese neue Zahl hat jedoch nur symbolischen Charakter. Vor einigen Monaten, Morgan Evans beeindruckte bereits mit rund 800 PS die aus einem in einem alten Dodge Ram eingebauten Hurricane stammen. Boosted Motorsports hat die Leistung anschließend auf rund 1.000 PS gesteigert. Nun liegen wir bei 1.064 PS. Damit bewegen wir uns immerhin in derselben Leistungsklasse wie ein Lamborghini Revuelto mit einem V12-Motor mit 1015 PS oder einem Ferrari 849 Testarossa mit einem V8-Motor mit 1050 PS.

Und die Tuner scheinen noch nicht fertig zu sein. Das Team hinter dem 1.064 PS starken Dodge Charger räumt selbst ein, dass noch viel Arbeit nötig ist, um diese ganze Leistung richtig zu nutzen, und kündigt bereits die Fortsetzung der Entwicklung an. Für einen Motor, der in den USA die legendären HEMI-V8-Motoren in den Schatten stellen soll, verfügt der Hurricane somit allmählich über überzeugende Argumente. Und aus europäischer Sicht stellt sich zwangsläufig dieselbe Frage: Was hätte dieser Sechszylinder unter der Motorhaube eines europäischen Stellantis-Modells leisten können … etwa bei einem Alfa Romeo mit der STLA-Large-Plattform? Das ist immer noch besser als gar kein Auto.