
Der Hurricane-Reihensechszylinder ist dem amerikanischen Markt vorbehalten und wird von den europäischen Marken des Konzerns bislang ignoriert. Stellantis ist dabei, zu beweisen, dass er ein weitaus beeindruckenderes Potenzial hat als erwartet. Und diesmal ist es nicht ein Hersteller, der das beweist, sondern eine Fahrerin.
Ein vielversprechender Motor... der in Europa nie genutzt wurde
Als dieser 3.0L L6-Motor in den frühen 2020er Jahren vorgestellt wurde, verkörperte er bereits eine gewisse Modernität. Als Erbe des GME-Vierzylinders leistet dieser Motor bis zu über 500 PS in der Originalversion, mit einer Architektur, die auf Hybridisierung und die modernen Plattformen des Konzerns ausgelegt ist.


Doch trotz seiner Qualitäten bleibt er auf einige wenige amerikanische Modelle beschränkt, vor allem bei Jeep und RAM. In Europa wird er weder von Alfa Romeo noch von Maserati eingesetzt. Eine strategische Entscheidung, die durch die Elektrifizierung diktiert wurde, aber einen unvollendeten Geschmack hinterlässt. Denn auf dem Papier hatte dieser Reihensechszylinder das Zeug dazu, einige bestehende V6-Motoren zu ersetzen oder sogar zu übertreffen.
Eine Vorbereitung... auf Originalbasis
Hier kommt Morgan Evans ins Spiel, eine amerikanische Rennfahrerin, die beschlossen hat, diesen Motor weit über seine ursprünglichen Grenzen hinaus zu treiben. Wie sieht ihr Spielfeld aus? Ein alter Dodge Ram Pickup mit dem neuen Hurricane 3.0L L6 Motor... und einem völlig originalen ZF 8HP75 Automatikgetriebe.


Das Beeindruckendste ist nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Methode. Der Motor behält alles vom Werk: geschmiedete Kurbelwelle, Pleuelstangen, Kolben und Ventilsteuerung bleiben unverändert. Eine direkte Demonstration der Robustheit dieser modernen Mechanik. Der Umbau beruht hauptsächlich auf einer technischen Entscheidung: weg vom ursprünglichen Biturbo, hin zu einem einzigen, großen Turbo.
800 PS ... ohne den Motor zu öffnen
Durch den Einbau eines Precision 68/70-Turbos und die Optimierung des elektronischen Managements erreicht Morgan Evans etwa 800 PS. Eine Leistung, die mit einem Ladedruck zwischen 29 und 35 psi erreicht wurde, wobei der Rest des Motors originalgetreu erhalten blieb. Die Arbeit konzentrierte sich auf die Kalibrierung, insbesondere über die variable Nockenwellenverstellung, um den Druckaufbau des Turbos zu verbessern. Die neueren Motoren, zumindest dieser, der von Grund auf mit verstärkten Komponenten konstruiert wurde, können ohne interne Änderungen erhebliche Leistungssteigerungen verkraften.





Auf der Rennstrecke ist der Pick-up ein echter Hingucker. Sogar zu sehr. Die Fahrerin erklärt, dass sie die Leistung bewusst einschränken muss, um die Sicherheitsstandards für ihr Fahrzeug einzuhalten. Ohne diese Einschränkung ist das Potenzial deutlich größer.
Eine weitere Überraschung: Das Automatikgetriebe ZF 8HP75 wurde nicht verändert. Lediglich ein spezieller Drehmomentwandler wurde hinzugefügt, um das Startverhalten zu verbessern. Das Ergebnis ist ein Getriebe, das 800 PS ohne zu murren verkraften kann.
“Ich will den ersten Rekord aufstellen”
Neben der reinen Leistung hat Morgan Evans nun ein klares Ziel vor Augen: Er will seinen Namen in die Geschichte eintragen. Sein Ehrgeiz ist einfach, aber stark: den allerersten Rekord mit dem Hurricane L6-Motor aufzustellen. Mit einem geschätzten Potenzial für Rundenzeiten um die 9 Sekunden auf der Viertelmeile könnte sein Projekt zu einer Referenz für alle Tuner werden.

Während Stellantis erwägt die Produktion dieses Motors in den USA massiv zu erhöhen, Diese Demonstration zeigt, dass es sich nicht nur um einen Übergangsmotor handelt, sondern um eine äußerst leistungsfähige Basis für die Zukunft.
Dieser Reihensechszylinder hätte vielleicht unter der Motorhaube eines Alfa Romeo oder Lancia Platz gefunden. Heute ist es schließlich ein unabhängiger Fahrer, der sein wahres Potenzial offenbart.