
Seit mehreren Wochen steht fest, dass ein Alfa Romeo Giulietta zurückkommt. Stellantis hat offiziell bestätigt, die Einführung eines neuen Kompaktwagens im C-Segment, der vom 147 und der Giulietta inspiriert ist und auf der zukünftigen STLA-One-Plattform basiert. Für viele schien die Gleichung einfach zu sein: eine neue fünftürige Kompaktlimousine, um mit dem Audi A3 und der BMW 1er-Reihe zu konkurrieren. Doch die neuesten Informationen aus Frankreich werfen eine Frage wieder auf, die man bereits für geklärt hielt: Was wäre, wenn die zukünftige Giulietta letztendlich doch ein Crossover würde?
Zwei Alfa-Romeo-Projekte gibt es bereits seit mehreren Jahren
Um dieses neue Gerücht zu verstehen, muss man auf die internen Projekte zurückkommen, über die auf Italpassion bereits seit mehreren Jahren berichtet wird. Zwei unterschiedliche Fahrzeuge tauchen regelmäßig in den Dokumenten und Indiskretionen auf.
Das erste Modell trägt die Bezeichnung A2H. Das «H» steht für ein Fließheckmodell, also einen klassischen Kompaktwagen im Stil des 147 und der Giulietta. Dieses Modell scheint von Stellantis bestätigt worden zu sein, als das Unternehmen von einem «neuen Fließheckmodell im C-Segment» sprach, das auf der STLA-One-Plattform basiert. Das zweite Projekt mit der Bezeichnung A2X entspricht einem kompakten Crossover. Eine höhere Silhouette, die den aktuellen Erwartungen des europäischen Marktes besser entspricht. Mit anderen Worten, Alfa Romeo nicht an einem einzigen Modell arbeiten würde, sondern an zwei unterschiedlichen Konzepten für das C-Segment.
Die neuesten Informationen lassen erneut Zweifel aufkommen
Nach den jüngsten Informationen von „Auto Moto“ soll Alfa Romeo einen neuen SUV vorbereiten, der zwischen dem Junior und der aktuelle Tonale. Mit einer Länge von etwa 4,35 bis 4,40 Metern würde er direkt auf den Volkswagen T-Roc und den Toyota C-HR abzielen, zwei der größten Erfolge auf dem europäischen Markt.
Die Analyse von Italpassion lässt diese Interpretation jedoch relativieren. Seit mehreren Monaten unterscheiden wir bei Alfa Romeo nämlich zwei zukünftige Modelle im C-Segment. Einerseits den zukünftigen Kompaktwagen, der die Nachfolge des 147 und der Giulietta antritt und von Stellantis offiziell bestätigt wurde. Der Konzern gibt eindeutig an, dass es sich um ein «Hatchback» handeln wird, das auf der neuen STLA-One-Plattform basiert. Dieses Modell könnte natürlich den Namen Giulietta übernehmen.
Zum anderen ein SUV des C-Segments auf Basis der STLA-Medium-Plattform, der bereits unter dem Projektnamen A4U bekannt ist. Dieses Modell, dessen Produktion im italienischen Werk Melfi erwartet wird, soll die technische Basis mit den künftigen Modellen Lancia Gamma und DS Nr. 7 teilen. Er soll den Tonale in der Modellpalette ablösen und sich im Kernsegment des Marktes für Kompakt-SUVs positionieren, wobei er größer sein wird als sein Vorgänger.
Mit anderen Worten: „Auto Moto“ scheint möglicherweise zwei verschiedene Fahrzeuge miteinander zu vermischen: den künftigen Kompaktwagen vom Typ Giulietta auf der STLA One-Plattform und den künftigen SUV des C-Segments auf der STLA Medium-Plattform. Die Alfa-Romeo-Modellpalette des kommenden Jahrzehnts würde sich somit wie folgt abzeichnen: ein „Junior“ im B-Segment, eine zukünftige Giulietta im C-Segment, ein neuer SUV im C-Segment als Nachfolger des Tonale und schließlich, eines Tages, die neuen Giulia und Stelvio im D-Segment.
| Vorlagen | Länge | Segment | Plattform |
|---|---|---|---|
| Alfa Romeo Junior (2024) | 4,17 m | B | eCMP |
| Alfa Romeo Giulietta (2028) | 4,37 m | C | STLA One |
| Alfa Romeo Tonale (2027) | 4,66 m | C/D | STLA Medium |
| Alfa Romeo Giulia (2029) | 4,8 m | D | Unbekannt |
| Alfa Romeo Stelvio (2029) | 4,8 m | D | Unbekannt |
Dennoch sind die von Auto Moto veröffentlichten Informationen interessant. Denn wenn das Medium von einem Fahrzeug spricht, das direkt auf den Toyota C-HR und den Volkswagen T-Roc abzielt, zeigt dies, dass bei Alfa Romeo tatsächlich eine stärkere Ausrichtung in Richtung «Crossover» in Betracht gezogen wird. Und genau hier stellt sich erneut die Frage: Könnte die zukünftige Giulietta letztendlich eine höhere, eher einem Crossover ähnliche Silhouette (Projekt A2X) annehmen, um den neuen Erwartungen des Marktes gerecht zu werden?
Giulietta, Alfetta oder vielleicht sogar Milano?
Die andere große Frage betrifft nun den Namen. Stellantis hat den Namen „Giulietta“ nie offiziell genannt. Der Konzern spricht lediglich von einem Kompaktwagen, der die Nachfolge des 147 und der Giulietta antritt. Gleichzeitig wird der Name „Alfetta“ seit mehreren Jahren regelmäßig genannt. Jean-Philippe Imparato selbst hatte Interesse an dieser historischen Bezeichnung gezeigt. Schließlich sprechen einige Gerüchte sogar von einer Rückkehr des Namens „Milano“, diesmal für ein Modell, das tatsächlich in Italien produziert wird…
Ist eine echte Giulietta noch möglich?
Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die zukünftige Giulietta ein Crossover werden wird. In der offiziellen Pressemitteilung von Stellantis ist weiterhin von einem Fließheck die Rede, was eindeutig auf einen echten Kleinwagen hindeutet. Doch die parallele Existenz des Projekts A2X zeigt, dass Alfa Romeo auch an einem Crossover im C-Segment arbeitet. Sollte der Markt diese Karosserieform weiterhin bevorzugen, könnte die Versuchung groß sein, die beiden Projekte näher zusammenzuführen oder sogar die zukünftige Giulietta in Richtung einer höheren Silhouette weiterzuentwickeln.