Alfa Romeo 156 Turbo Integrale: 2026 kehrt er zurück – im DTM-Look und mit einem Motor aus dem Lancia Delta unter der Haube

In der Kategorie “Modified” der britischen Alfa Romeo Championship kann man mechanische “Frankensteins” bewundern, die aus den kühnsten Ideen dieser leidenschaftlichen Fahrer entstanden sind. Es ist daher nicht ungewöhnlich, Boliden zu sehen, die wie “Patchwork” aussehen.” Alfa Romeo mit häufigen Motorwechseln (im Fachjargon „Swap“ genannt). Der Alfa Romeo 156 Turbo Integrale von Scott Austin gehört zu dieser Kategorie.

Werbung

Alternative Geschichte

Lassen wir einmal unsere Fantasie spielen: Stellen Sie sich vor, die ITC-Meisterschaft (die sich aus der DTM internationalisiert hatte) wäre nach der Saison 1996 nicht verschwunden. Anstatt in die Super-2000-Klasse der Supertourenwagen zu wechseln, beschließt Alfa Romeo, in dieser hochkarätigen Meisterschaft weiterzumachen und ersetzt den 155 V6 Ti durch einen 156 DTM. Das heutige Modell könnte diese Fantasieszene sehr gut verkörpern!

Die 1997 ins Leben gerufene’Alfa Romeo 156 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Marke, aber auch eine echte stilistische und technische Wiedergeburt. Seine ungewöhnliche, an lateinische Modelle angelehnte Linienführung, sein besonders effizientes Fahrwerk, seine ausgeklügelte Doppelquerlenker-Vorderradaufhängung und sein dynamisches Fahrverhalten machen ihn schnell zu einer Referenz. Der 156 blickt zudem auf eine erfolgreiche offizielle Rennsportkarriere zurück, mit mehreren Titeln in der italienischen und europäischen Supertourenwagen-Meisterschaft sowie in der WTCC bis zum Jahr 2006.  Er ist übrigens bis heute der letzte Alfa Romeo, der von einem groß angelegten Rennprogramm profitierte, was bei den Limousinen 147, 159, Giulietta und Giulia nicht der Fall war…

Werbung

Leistungsstark, aber launisch

Bevor dieser Alfa Romeo 156 mit Scott Austin in Verbindung gebracht wurde, wurde er von Vincent Dubois gefahren. In den Archiven der Meisterschaft wird bereits ein 156 erwähnt, der mit einem Integrale-Motor und einem sequenziellen Getriebe ausgestattet war. Im Jahr 2021, nachdem er mehrere Saisons mit einem 155 gefahren war, kaufte Scott Austin das Auto. Die Organisatoren der Meisterschaft weisen darauf hin, dass das Auto seit über einem Jahr nicht mehr gefahren war.

Foto: Alfaracer

Vor der Rückkehr in den Rennsport wird eine umfangreiche Überholungs- und Feinabstimmungsphase durchgeführt. Das Auto ist bekannt für seine beeindruckende Leistung, aber auch für seine heikle Zuverlässigkeit. So hat es in den Jahren 2024 und 2025 “aufgrund eines schweren Motorschadens” zahlreiche Rennen verpasst, kehrt aber 2026 wieder zurück.

Foto: Alfaracer

Der Integrale-Motor: eine spektakuläre Transplantation

Was dieses Fahrzeug von allen anderen Alfa Romeo 156 in der Meisterschaft unterscheidet, ist sein Motor. Diese Limousine wird in den Meisterschaftsberichten oft als “156 mit Integrale-Motor” bezeichnet. Die meisten britischen 156-Rennwagen sind mit saugbetriebenen Twin-Spark-Motoren ausgestattet.

Werbung

Das Auto von Scott Austin folgt einer völlig anderen Philosophie: den Einbau eines Delta-Turbomotors in eine Limousine mit Frontantrieb. Es handelt sich also um den berühmten Fiat/Lancia Lampredi 2,0-Liter-16-Ventil-Turbomotor, der durch den Lancia Delta HF Integrale berühmt wurde.  Dieser Motor ist bekannt für seine außergewöhnliche Robustheit und sein enormes Tuning-Potenzial.

Foto: Alfaracer

Das ist auch eine Art historischer Verweis, denn der GTA – die erste Rennversion des 155, die 1992 dem V6 Ti vorausging – war auf der Basis des Lancia Delta mit dem 2,0-Liter-Turbomotor und sogar dem Allradantrieb entwickelt worden.

Foto: Alfaracer
Foto: Alfaracer

Die genaue Leistung, das Gewicht und die Art des verwendeten Getriebes wurden hingegen nie veröffentlicht. Da es sich um die Modified-Klasse handelt, dürfte die Leistung zweifellos bei 400 ch oder sogar mehr liegen, doch gibt es keine Informationen, die dies eindeutig bestätigen. Die 2,0-Liter-Limousinen der BTCC leisteten 300 Pferde, doch in der Modified-Klasse ist die Turboaufladung weit verbreitet.

Wichtigste Ergebnisse

Mit Vincent Dubois

Werbung
  • Snetterton 2020: Vierter in der Gesamtwertung, bevor Probleme mit dem sequenziellen Getriebe auftraten. Das Auto wurde damals als extrem schnell, aber anfällig beschrieben.
  • Saison 2020: Mehrere Ausfälle oder Nichtteilnahmen aufgrund mechanischer Probleme (Getriebe, Motorgehäuse, Antriebsstrang), obwohl die Organisatoren ihr Potenzial anerkannten. In den Berichten zur Meisterschaft wird sie als «Beast» bezeichnet, wenn sie einwandfrei funktioniert.

Mit Scott Austin

  • 2022: Scott Austin gewinnt die Modified-Klasse der Meisterschaft.
  • 2023: Mehrere Spitzenplatzierungen in der Klasse; das Auto wird regelmäßig als eines der schnellsten im Feld bezeichnet.
  • 2025 Brands Hatch Festival Italia: Qualifikation im Mittelfeld gegen deutlich modernere und leistungsstärkere Fahrzeuge; der 156 ist trotz eines zuvor aufgetretenen schweren Motorschadens weiterhin am Start.
  • 2026 Die 156 ist zurück. Auf der Caldwell Park, einer kleinen, kurvenreichen Rennstrecke, erreichte sie mit 197 km/h die höchste Höchstgeschwindigkeit, gegenüber 185 km/h bei der 4C von Jack Berry.

Der Alfa Romeo 156 Turbo Integrale von Scott Austin gilt bis heute als einer der radikalsten Alfa Romeo, die noch im Rennsport eingesetzt werden. Auch wenn ein Teil seiner technischen Daten weiterhin geheim bleibt, ist sein Einfluss auf die Meisterschaft mittlerweile unbestritten.

Youtube #!trpst#trp-gettext data-trpgettextoriginal=7385#!trpen#Video#!trpst#/trp-gettext#!trpen#
Werbung

Gefällt dir dieser Beitrag? Teile es!

Eine Bewertung hinterlassen