Stellantis dementiert Ziele der italienischen Regierung: «Wir haben das nie versprochen»

Während die italienische Regierung weiterhin ihre Strategie zur Wiederbelebung der nationalen Automobilindustrie verteidigt, Stellantis hat gerade einen Stein ins Wasser geworfen. Bei einem Treffen in Mirafiori dementierte Emanuele Cappellano, der für das erweiterte Europa des Konzerns zuständig ist, eindeutig die Existenz einer Verpflichtung von Stellantis, eine Million Fahrzeuge pro Jahr in Italien zu produzieren.

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Eine Aussage, die eine alte Debatte neu entfacht und vor allem ein großes Missverständnis offenbart, das seit mehreren Jahren zwischen den von Rom verkündeten Ambitionen und den tatsächlichen Verpflichtungen des Herstellers aufrechterhalten wird.

«Wir haben dieses Ziel nie offiziell gemacht».»

Der Satz ist unmissverständlich. Vor der Presse und den Gewerkschaften behauptete Emanuele Cappellano, Stellantis habe «das Ziel, eine Million Fahrzeuge in Italien zu produzieren, nie offiziell verkündet».

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Diese Klarstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da die italienische Regierung, insbesondere durch den Minister für Unternehmen und Made in Italy, Adolfo Urso, dieses Ziel seit 2024 regelmäßig als Symbol für die Erholung der nationalen Automobilindustrie erwähnt hat. Wenn man jedoch die Erklärungen und Ereignisse der letzten zwei Jahre noch einmal liest, stellt man fest, dass Stellantis tatsächlich nie schwarz auf weiß versprochen hatte, dieses Produktionsvolumen allein zu erreichen.

Ein Ziel, das vor allem von der italienischen Regierung getragen wird

Die Zahl von einer Million Fahrzeugen ist nicht zufällig aufgetaucht. Bereits 2024, als die italienische Stellantis-Produktion zusammenbrach, erklärte die italienische Regierung ihren Willen, wieder eine nationale Produktion von einer Million Fahrzeugen pro Jahr zu erreichen.

Damals traf sich Adolfo Urso häufig mit Stellantis, den Gewerkschaften und Vertretern der Automobilbranche. Das Ziel war klar: die Industrieproduktion des Landes wieder anzukurbeln und Arbeitsplätze in den Regionen zu sichern, die historisch mit der Automobilindustrie verbunden waren. Als der Minister Stellantis im März 2024 nach Mirafiori einbestellte, erklärte er bereits, dass Italien wieder ein Produktionsniveau von einer Million Fahrzeugen pro Jahr erreichen müsse. Dieses Ziel betraf jedoch die gesamte im Land vertretene Automobilindustrie und nicht nur Stellantis.

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Einige Monate später, als die Produktion der Gruppe in Italien um mehr als 40 % zurückging, Die italienische Regierung und Stellantis hatten sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 eine Million Fahrzeuge pro Jahr zu produzieren«, hieß es damals. Diese Formulierung spiegelte den Geist der damaligen Gespräche wider, stellte aber noch kein vertragliches Versprechen des Herstellers dar.

Produktion weit entfernt von den angestrebten Niveaus

Das Problem ist, dass die Zahlen dieses von der italienischen Regierung gesetzte Ziel schnell immer schwieriger zu erreichen machten.

Im Jahr 2024 fiel die italienische Produktion von Stellantis auf unter 500.000 Fahrzeuge, dann unter 220.000 im Jahr 2025, der niedrigste Stand seit 1955. Die Gewerkschaften begannen allmählich, an der Realisierbarkeit der Ambitionen der Regierung zu zweifeln. Selbst als Stellantis versicherte, keine Werke in Italien schließen und keine Massenentlassungen vornehmen zu wollen, forderten die Arbeitnehmervertreter mehr Garantien in Bezug auf Investitionen und zukünftige Modelle.

Stellantis verspricht Investitionen, aber nicht eine Million Autos

Die Rede von Emanuele Cappellano bedeutet nicht, dass Stellantis Italien aufgibt. Im Gegenteil, der Konzern bekräftigte einen Investitionsplan in Höhe von 2 Milliarden Euro für das Land. Der Manager versicherte auch, dass die kürzlich angekündigten Kürzungen der Produktionskapazitäten in Europa nicht die italienischen Werke betreffen würden. Er hob die geplanten zukünftigen Projekte in Melfi sowie das Elektrofahrzeugprogramm in Pomigliano hervor.

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Was Mirafiori betrifft, so stellt Stellantis den Standort weiterhin als künftiges Technologiezentrum vor, in dem mehrere strategische Aktivitäten zusammengefasst werden sollen, insbesondere die Kreislaufwirtschaft, Batterien und bestimmte europäische Funktionen des Konzerns. Diese Ankündigungen reichen jedoch nicht aus, um die Gewerkschaften vollständig zu überzeugen, die nun genaue Zusagen zu den Produktionsmengen, den industriellen Zeitplänen und der Zukunft der verschiedenen Standorte erwarten.

Ein Dementi, das die Regierung in Verlegenheit bringt

Im Grunde genommen verdeutlicht Stellantis' Erklärung vor allem den Unterschied zwischen einem politischen Ziel und einem industriellen Engagement. In den letzten zwei Jahren hat die italienische Regierung die Aussicht auf eine Rückkehr zur Produktion von einer Million Fahrzeugen pro Jahr im Land ausführlich kommuniziert. Stellantis erinnerte heute jedoch daran, dass er nie offiziell versprochen habe, diese Zahl zu erreichen.

Die beiden Behauptungen sind übrigens nicht unvereinbar. Die eine Million Fahrzeuge waren durchaus ein Ziel der italienischen Regierung für die gesamte nationale Automobilbranche. Dagegen gab es nie eine formelle öffentliche Verpflichtung von Stellantis, die allein das Erreichen dieses Ziels garantierte. Diese Nuance ist wichtig. Sie erklärt, warum Cappellano heute behaupten kann, dass Stellantis «nie» eine Million Fahrzeuge versprochen habe, während er gleichzeitig die Fortsetzung der Investitionen des Konzerns in Italien bestätigt.

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