Stellantis: Das italienische Fiat-Werk muss eine Schließung nach der anderen hinnehmen, während das serbische Fiat-Werk sieben Tage die Woche in Betrieb ist

Das, was derzeit bei … geschieht, hat etwas Symbolisches an sich Stellantis. Einerseits verzeichnet das traditionsreiche Werk Mirafiori in Turin, der Wiege von Fiat, einen Produktionsstillstand nach dem anderen. Andererseits läuft das serbische Werk in Kragujevac nun auch am Wochenende mit 12-Stunden-Schichten, um der stark steigenden Nachfrage nach dem Fiat Grande Panda gerecht zu werden. Zwei Werke, zwei Fiats, aber vor allem zwei völlig gegensätzliche industrielle Realitäten.

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Mirafiori tut sich nach wie vor schwer, wieder in Schwung zu kommen

Als Stellantis Ende 2025 in Mirafiori die Produktion des Fiat 500 Hybrid wieder aufnahm, war das Ziel klar: dem Turiner Standort neues Leben einzuhauchen und wieder ein Produktionsvolumen von fast 100.000 Fahrzeugen pro Jahr zu erreichen, wobei Hybrid- und Elektrofahrzeuge zusammengezählt wurden.

Einige Monate später sieht die Realität komplizierter aus. Nach einem ersten Quartal mit rund 15.000 Fiat 500 Trotz der Produktion ist das Werk weiterhin mit regelmäßigen Betriebsunterbrechungen konfrontiert.

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Ende Juni kündigte Stellantis sogar eine zusätzliche Woche Sommerpause an, und zwar vom 27. bis zum 31. Juli, zusätzlich zu den üblichen drei Wochen Betriebsunterbrechung im August. Offiziell führt der Hersteller Lieferengpässe an, die insbesondere Motoren, Stoßfänger und bestimmte Sensoren betreffen. Die Zulieferer hätten offenbar Schwierigkeiten, mit dem Produktionshochlauf des neuen 500 Hybrid Schritt zu halten.

Die Gewerkschaften bringen jedoch eine andere Erklärung vor. Ihrer Ansicht nach spiegeln diese wiederholten Produktionsstillstände auch eine Nachfrage wider, die hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die Tagesproduktion ist zudem von 430 auf 400 Fahrzeuge gesunken, während Tage ohne Produktion fast schon zur Regel geworden sind. Am Montag, dem 13. Juli, standen die Karosserielinien erneut still. Die Fiom fordert weiterhin die Zuteilung eines neuen Modells, um die Zukunft des Standorts zu sichern, oder sogar eine zweite Produktionslinie, die die Beschäftigten bis zur Einführung des künftigen Fiat 500, der für etwa 2030 vorgesehen ist, auslasten könnte.

In Serbien sorgt der „Grande Panda“ für eine völlig neue Situation

Während Turin einen Gang zurückschaltet, legt Kragujevac einen Gang zu. Das serbische Werk von Stellantis ist nun auch samstags und sonntags im 12-Stunden-Schichtbetrieb in Betrieb, um der starken Nachfrage nach dem Fiat Grande Panda und seinem Schwestermodell, dem Citroën ë-C3, gerecht zu werden. Laut mehreren lokalen Medien werden zwischen 500 und 800 zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt, um diese kontinuierliche Produktion zu gewährleisten.

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Der Standort beschäftigt heute rund 4.500 Mitarbeiter, darunter fast tausend Arbeitskräfte aus zahlreichen Ländern, darunter Italien, Spanien, die Türkei, Marokko, Indien, Pakistan und Nepal. Diese internationale Belegschaft verdeutlicht den hohen Bedarf von Stellantis, um den Ausbau des Werks voranzutreiben.

Die beiden in Kragujevac hergestellten Modelle basieren auf der Smart-Car-Plattform. Die Fiat Grande Panda Dort wird das Modell in den Varianten mit Verbrennungsmotor, Hybridantrieb und Elektroantrieb montiert, während der Citroën ë-C3 ausschließlich als Elektroauto produziert wird. Diese gemeinsame Architektur ermöglicht es dem Werk, seine Produktionsmengen schnell an die Nachfrage anzupassen.

Zwei Werke, zwei Entwicklungswege

Der Kontrast ist frappierend. In Turin sucht Stellantis noch immer nach dem richtigen Rezept, um eine Ikone der Marke wiederzubeleben – den Fiat 500, dessen Produktionshochlauf langsamer verläuft als erwartet. In Serbien muss der Konzern hingegen die Arbeitszeit verlängern, um dem kommerziellen Erfolg des Grande Panda gerecht zu werden.

Die von mehreren serbischen Medien genannten Prognosen gehen von einer Kapazität aus, die langfristig bis zu 150.000 Fahrzeuge pro Jahr erreichen könnte, auch wenn Stellantis dieses Ziel nie offiziell bestätigt hat. Eines ist jedoch bereits jetzt erkennbar: In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 sind die Exporte aus Kragujevac auf rund 1,13 Milliarden Euro gestiegen, was fast dem Zweieinhalbfachen des Vorjahreswerts entspricht.

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