«Die Produktion könnte 150.000 Fahrzeuge pro Jahr erreichen»... diese europäische Fabrik von Stellantis kommt endlich aus der Krise.

Noch vor wenigen Monaten war das Werk im serbischen Kragujevac vor allem zum Symbol für die industriellen Schwierigkeiten von Stellantis. Produktionsverzögerungen, angespannte Personalsituationen, italienische Arbeiter, die zur Unterstützung der lokalen Teams eilends ins Land geschickt wurden: Die Einführung der neuen Fiat Grande Panda ähnelte eher einem Wettlauf gegen die Zeit als einem industriellen Erfolg.

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Wir berichteten kürzlich über eine Fabrik nahe am Produktionsmaximum, Die Regierung von Serbien hat sich trotz der angespannten sozialen Lage, die durch die Streichung des April-Bonus für die serbischen Arbeitnehmer gekennzeichnet ist, für die Übernahme entschieden. Doch nur wenige Tage später zeigten die neuesten Meldungen aus Serbien eine noch dramatischere Größenänderung. Laut Petar Veselinović, Professor an der Wirtschaftsfakultät in Kragujevac, könnte die Produktion des Standorts dank des Verkaufserfolgs des Fiat Grande Panda nun ab 2026 bis zu 150.000 Fahrzeuge pro Jahr erreichen.

Ein Tempoanstieg, der alles verändert

Die Zahl ist alles andere als unbedeutend. Mit einem solchen Volumen würde das serbische Werk allein fast 45 % der derzeitigen Produktion von Stellantis in Italien ausmachen, deren Volumen auf etwa 380.000 Fahrzeuge pro Jahr gesunken ist, gegenüber 750.000 noch vor einigen Jahren.

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Dieser Anstieg ist vor allem auf die starke Nachfrage nach dem Fiat Grande Panda zurückzuführen, insbesondere in den Versionen mit Verbrennungsmotor und Hybridantrieb. Wie wir bereits vor kurzem erklärt haben, sind es vor allem die Benzinmodelle mit dem 1,2-Liter-Motor, die derzeit die serbischen Produktionslinien dominieren.

Der Standort Kragujevac arbeitet nun mit einer wesentlich stabileren Organisation als Ende 2025. Nach einem chaotischen Start scheint die Fabrik nun ihren industriellen Rhythmus gefunden zu haben. Und um diesen Leistungsanstieg aufzufangen, bereitet Stellantis bereits einen neuen Schritt vor: die Einführung von Wochenendschichten ab Juni. Serbischen Medien zufolge könnten in den nächsten Wochen mehrere hundert neue Arbeitsplätze geschaffen werden, um mit dieser Erhöhung der Taktzahl Schritt zu halten.

Serbien wird zu einem strategischen Bindeglied für Stellantis

Über 90 % der in Kragujevac produzierten Fahrzeuge sind für den europäischen Markt bestimmt. Ein Teil der Exporte geht auch nach Afrika und Asien. Ebenso wie Spanien nimmt Serbien somit einen immer wichtigeren Platz in der industriellen Strategie des Konzerns ein.

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Diese Entwicklung verdeutlicht auch einen umfassenderen Wandel in der europäischen Automobilindustrie. Serbien, das lange Zeit nur als Billiglohnland galt, entwickelt sich allmählich zu einer strategischen Plattform für die Produktion von Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Lokalen Medienberichten zufolge zieht das Land bereits zahlreiche internationale Zulieferer an. Chinesische Unternehmen produzieren dort bereits Komponenten für Premiummarken wie Mercedes-Benz oder BMW.

Während mehrere europäische Werke des Konzerns im Leerlauf laufen oder weiterhin bedroht sind, bietet Kragujevac nun das umgekehrte Bild: das eines Standorts, der wieder in den Vordergrund gerückt ist, nachdem er lange Zeit die industriellen Schwierigkeiten des Herstellers verkörpert hatte.

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