
Was vor einigen Monaten noch ein Gerücht war, scheint nun ernsthaft auf eine Einigung zuzusteuern. Maserati, die hundertjährige Luxusmarke von Stellantis, soll in seinen Gesprächen mit Huawei und dem chinesischen Automobilhersteller JAC Motors mehrere wichtige Meilensteine erreicht haben. Eine Allianz, die die Art und Weise, wie bestimmte zukünftige Fahrzeuge bei Trident entwickelt werden, grundlegend verändern könnte.
Bereits im vergangenen Mai hatten wir darüber berichtet ein, gelinde gesagt, erstaunliches Projekt : Ein Luxusauto, das gemeinsam von Maserati, Huawei und JAC entwickelt wurde und in China unter der Marke Maextro sowie international mit einem Maserati-Emblem vermarktet wird. Damals blieben noch viele Fragen offen. Vier Monate später soll das Projekt bereits erheblich vorangekommen sein.
Die meisten Hindernisse wären überwunden worden
Nach den neuesten Informationen von Milano Finanza, das sich auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle beruft, soll Maserati bei seinem Kooperationsprojekt mit Huawei und JAC Motors erhebliche Fortschritte erzielt haben. Die Vereinbarung ist zwar noch nicht unterzeichnet, doch die meisten Hindernisse sollen nun aus dem Weg geräumt worden sein.
Das Ziel sei es sogar, diese Zusammenarbeit bereits ab 2027 voll funktionsfähig zu machen. Auf Anfrage des italienischen Medienunternehmens bestätigte Stellantis die Verhandlungen zwar nicht, dementierte sie aber auch nicht. Der Konzern erklärt lediglich, regelmäßig mit verschiedenen Industrieakteuren weltweit im Gespräch zu sein, um seinen Kunden die besten Mobilitätslösungen anbieten zu können, lehnt es jedoch ab, sich zu den Gerüchten zu äußern. Eine vorsichtige Antwort, obwohl ein erstes Fahrzeug angeblich bereits in die Entwurfsphase eingetreten sein soll.
Ein Maserati und ein Maextro, die aus demselben Projekt hervorgegangen sind
Auch das im Mai angesprochene Szenario nimmt immer konkretere Züge an. Im Mittelpunkt der Allianz stünde „Harmony Intelligent Mobility“, das von Huawei entwickelte Ökosystem für den Automobilbereich. Die Rollenverteilung wäre besonders klar. Huawei würde seine Bordtechnologien und seine Software einbringen und eine wichtige Rolle bei der Produktgestaltung spielen. JAC Motors wäre für die technische Entwicklung und die Produktion zuständig. Maserati würde seinerseits sein Design, sein Markenimage und sein internationales Vertriebsnetz einbringen.
Noch erstaunlicher ist, dass das Prinzip des «Dual-Badge» offenbar weiterhin in Betracht gezogen wird. Ein Fahrzeug, das auf demselben Projekt basiert, könnte somit in China unter dem Maextro-Logo und auf den internationalen Märkten unter dem Maserati-Logo verkauft werden. Das erste Modell soll elektrifiziert sein, und sollte die Vereinbarung endgültig zustande kommen, könnte die Produktion noch vor Ende des Jahres 2027 anlaufen. Eine besonders heikle Frage bleibt jedoch offen: Wo soll es produziert werden? In China oder in Italien? Derzeit sei noch nichts entschieden.
Der Rettungsplan für Maserati nimmt langsam Gestalt an
Diese Allianz wäre jedoch nur ein Teil eines viel größeren Puzzles. Im vergangenen Juni hatte Antonio Filosa vor dem italienischen Parlament bestätigt, dass Stellantis Gespräche mit zwei Industriepartnern führe, die Maserati «Technologie, Entwicklungsarbeit und hervorragende Ideen» einbringen könnten. Wir hatten damals unter Berufung auf eine unserer Quellen berichtet, dass der zweite in Betracht gezogene Partner könnte BMW sein.
Die neuen Informationen zu Huawei und JAC scheinen somit zu bestätigen, dass tatsächlich mehrere Optionen parallel verfolgt werden und dass Stellantis nach verschiedenen Lösungen sucht, um die Zukunft von Maserati neu zu gestalten. Die chinesische Partnerschaft würde es dem „Trident“ insbesondere ermöglichen, wesentlich schneller Zugang zu den in China entwickelten Softwaretechnologien zu erhalten und gleichzeitig die enormen Kosten zu teilen, die für die Entwicklung einer neuen Generation elektrifizierter Fahrzeuge erforderlich sind.
Wir sehen uns im Dezember in Modena
Es wird noch etwas Geduld erfordern, bis die tatsächliche Zukunft von Maserati bekannt wird. Der Hersteller bereitet einen Investor Day vor, der im Dezember in Modena stattfinden soll und bei dem sein neuer Gesamtplan vorgestellt werden dürfte. Eine mögliche Allianz mit Huawei und JAC wäre dabei nur ein Teil davon.
Doch eines hat sich seit unserem ersten Artikel im Mai geändert: Die Vermutung, dass ein Maserati gemeinsam mit Huawei und JAC entwickelt wird, ist mittlerweile mehr als nur ein Gerücht aus China. Die Gespräche sollen so weit fortgeschritten sein, dass eine operative Zusammenarbeit bereits ab 2027 ins Auge gefasst werden kann. Nun bleibt abzuwarten, wie weit Maserati bereit ist, mit seinen neuen Partnern zu gehen. Und vor allem, ob der zukünftige „Trident“ noch immer so italienisch sein wird, wie er es verspricht.