Dieser Rennwagen mit einem wasserstoffbetriebenen Maserati V6-Motor wird bei den 24 Stunden von Le Mans eine Show abziehen

Drei Jahre nach seinem ersten Auftritt in Le Mans kehrt der Ligier JS2 RH2 ins Rampenlicht zurück. Dieser nicht alltägliche Rennwagen, angetrieben von einem V6-Motor Maserati wird bei den 24 Stunden von Le Mans 2026 erneut eine Demonstrationsfahrt unternehmen. Doch dieses Mal wird er mit einer großen Weiterentwicklung seiner Mechanik zurückkehren, die stärker, drehmomentstärker und noch ausgereifter sein wird.

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Während Wasserstoff noch Schwierigkeiten hat, seinen Platz im Serienautomobil zu finden, glauben einige Akteure des Motorsports weiterhin an sein Potenzial. So verfolgen Bosch Motorsport, Ligier Automotive und Maserati ein 2021 gestartetes Projekt, das zeigen soll, dass ein wasserstoffbetriebener Verbrennungsmotor die Leistung eines Hypercars bieten und gleichzeitig die Umweltbelastung drastisch senken kann.

Der V6 Maserati Nettuno als Ausgangspunkt

Am Anfang dieses Projekts stand ein Motor, der den Liebhabern der Marke mit dem Dreizack wohlbekannt ist: der V6 Nettuno. Dieser 3.0L-Biturbo-Motor wird unter anderem im Maserati MC20, MCPura und GT2 Stradale eingesetzt. Von Anfang an als Hochleistungsmotor konzipiert, hat er sich als hervorragende Basis für eine Umstellung auf Wasserstoff erwiesen.

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Laut Davide Danesin, dem Leiter des Maserati Engineering, ist der Nettuno aufgrund seiner Robustheit in der Lage, den sehr hohen Verbrennungsdruck, der durch Wasserstoff erzeugt wird, auszuhalten. Eine Eigenschaft, die den Ingenieuren von Bosch Engineering die Arbeit erleichterte.

Um diesen Benzinmotor in einen Wasserstoffmotor umzuwandeln, wurden einige wichtige Teile wie die Zylinderköpfe oder auch die Turbolader beibehalten. Die Änderungen konzentrierten sich hauptsächlich auf das Einspritzsystem, die Zündung, das elektronische Management und die Kolben, deren Form und Verdichtungsverhältnis überarbeitet wurden, um die Eigenschaften des neuen Kraftstoffs optimal zu nutzen.

Stärker als ein Maserati MC20

Die wichtigste Neuerung in der Version 2026 ist die Einführung eines von Bosch entwickelten Wasserstoff-Direkteinspritzungssystems der neuesten Generation. Dank dieser speziellen Einspritzdüsen gewinnt die Verbrennung an Stabilität und ermöglicht gleichzeitig eine deutliche Leistungssteigerung. Mit dieser neuen Konfiguration leistet der V6 etwa 480 kW, also fast 650 PS, bei einem maximalen Drehmoment von 880 Nm. Diese Zahlen übertreffen sogar die serienmäßige Leistung des Nettuno-Motors, der in den Maserati-Serienmodellen eingebaut ist.

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Dieses Projekt ist umso interessanter, als es nicht auf einer Brennstoffzelle beruht, die einen Elektromotor antreibt. Vielmehr handelt es sich hier um einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit seinen Hochdrehzahlen, seinem mechanischen Charakter und seinem charakteristischen Klang, der jedoch mit Wasserstoff als Kraftstoff betrieben wird.

Demonstration der Zuverlässigkeit in Lebensgröße

Das Interesse am Ligier JS2 RH2 ist auch deshalb so groß, weil er nicht mehr nur ein rollendes Labor ist. Seit seiner offiziellen Vorstellung bei den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 2023 hat der Prototyp fast 8.000 Kilometer an Testfahrten unter verschiedensten Bedingungen auf der Rennstrecke absolviert. Bosch, Ligier und Maserati heben besonders die Zuverlässigkeit hervor, die von der Motor-Fahrzeug-Kombination demonstriert wird. Die verschiedenen Tests der letzten Jahre haben es ermöglicht, das Konzept kontinuierlich zu verfeinern, die Leistung und das Drehmoment zu steigern und gleichzeitig die Emissionen weiter zu senken.

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Für Bosch Motorsport ist diese Entwicklungsarbeit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Demokratisierung alternativer Lösungen im Motorsport. Das Ziel ist nicht nur die Schaffung eines Technologiedemonstrators, sondern auch die Beschleunigung des Transfers dieser Innovationen in Straßenanwendungen.

Zurück bei den 24 Stunden von Le Mans

Die Zuschauer der 24h Le Mans 2026 können den Ligier JS2 RH2 die ganze Woche über im H2 Village, dem Bereich für Wasserstofftechnologie auf der berühmten Rennstrecke an der Sarthe, besichtigen. Der Höhepunkt wird jedoch am Samstag vor dem Start des Rennens stattfinden, wenn der Prototyp eine Demonstrationsrunde auf der Rennstrecke drehen wird.

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Für Ligier hat dieses Projekt auch eine historische Dimension. Jacques Nicolet, Präsident von Ligier Automotive, erinnert daran, dass der ursprüngliche Ligier JS2 bereits von einem 3-Liter-V6-Motor von Maserati angetrieben wurde und 1974 die Tour Auto gewann. Mehr als fünfzig Jahre später lebt die Verbindung zwischen den beiden Marken aus Frankreich und Italien in einer völlig neuen Form wieder auf, die auf die Dekarbonisierung des Motorsports ausgerichtet ist.

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