Nach Ferrari soll nun auch Maserati einen exklusiven Supersportwagen mit Schaltgetriebe planen, und die Lösung könnte von Alfa Romeo kommen

Lange Zeit ging man davon aus, dass Schaltgetriebe bei den italienischen Premium-Automobilherstellern endgültig der Vergangenheit angehörten. Die Effizienz von Doppelkupplungsgetrieben, die immer höheren Fahrleistungen und der schrittweise Einzug der Elektrifizierung schienen das Ende der drei Pedale besiegelt zu haben. Doch nun scheint sich ein Trendwechsel abzuzeichnen. Nach dem spektakulären Comeback von Ferrari mit dem 12Cilindri Manual, Maserati könnte durchaus denselben Weg einschlagen.

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Die Marke mit dem Dreizack hat zwar noch nichts offiziell vorgestellt, doch die jüngsten Äußerungen ihrer Führungskräfte in den letzten Wochen zeigen deutlich, dass ein moderner Maserati mit Schaltgetriebe keine reine Fantasie mehr ist. Er könnte in den nächsten Jahren sogar Realität werden – in Form eines sehr exklusiven Supersportwagens.

Die Nachfrage kommt von den besten Maserati-Kunden

Cristiano Fiorio, Leiter der Abteilung ’BottegaFuoriserie“ bei Maserati, hat den Weg für dieses Szenario geebnet. Diese gemeinsam mit Alfa Romeo betriebene Abteilung ist für die Entwicklung hoch-exklusiver Modelle zuständig, wie zum Beispiel den’Alfa Romeo 33 Stradale oder die Maserati MCXtrema. Autos, die in sehr kleinen Serien hergestellt werden und für Sammler bestimmt sind, die auf der Suche nach neuen Erlebnissen sind.

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Und genau diese Kunden verlangen nicht nur mehr Leistung oder mehr Technik. Laut Cristiano Fiorio wünschen sich etwa 50 % der BottegaFuoriserie-Kunden zwei ganz bestimmte Dinge: einen Verbrennungsmotor und ein Schaltgetriebe. Es sind Enthusiasten, die wieder eine direktere Verbindung zu ihrem Auto suchen. «Ich denke, wir sollten ein Schaltgetriebe in unserem Angebot für ein Bottega-Produkt haben», erklärte er.

Ein V6 Nettuno und drei Pedale?

Dieser zukünftige Maserati könnte einen ganz anderen Weg einschlagen als moderne Sportwagen. Keine komplexe Hybridtechnik, kein absolutes Streben nach der Bestzeit, sondern ein Auto, bei dem das Fahrerlebnis im Mittelpunkt steht. Davide Danesin, Leiter der Entwicklungsabteilung bei Maserati, hat übrigens eingeräumt, dass ein Schaltgetriebe bei einem Auto mit einem eher mechanischen Ansatz durchaus Sinn machen würde.

3.0L V6 Nettuno-Motor

«Warum nicht eine Sonderausführung mit Schaltgetriebe bauen? Das könnte die richtige Wahl für eine limitierte Auflage sein», erklärte er. Im Mittelpunkt des Projekts könnte der V6 Nettuno stehen, der hauseigene Motor, der erstmals im MC20 zum Einsatz kam und heute im MCPura, im Grecale oder auch im GranTurismo verbaut wird. Dieser 3,0-Liter-Biturbo-Motor wird von Maserati als einer der derzeit besten V6-Motoren, der in seinen Straßenversionen mehr als 600 ch und im Rennsport sogar noch mehr leisten kann.

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Alfa Romeo könnte bereits einen Teil der Lösung haben

Eine wichtige Frage bleibt natürlich offen: Welches Getriebe soll zum Einsatz kommen? Die Entwicklung eines völlig neuen Schaltgetriebes für einige Dutzend Exemplare wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Doch Maserati könnte eine Lösung haben, die viel näher liegt, als man denkt: Alfa Romeo. Der Giulia Quadrifoglio war in den ersten Jahren seiner Vermarktung in Europa, also 2016 und 2017, bereits mit einem echten Sechsgang-Schaltgetriebe erhältlich. Ein Getriebe, das mit dem von Alfa Romeo stammenden 2,9-Liter-V6-Biturbo-Motor kombiniert war – einem Motor, der einen Teil seiner technischen Geschichte mit dem V6 „Nettuno“ von Maserati teilt.

Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio mit 2,9-Liter-V6-Motor und Schaltgetriebe

Das Comeback der Maserati für Puristen?

Man sollte sich jedoch nicht vorstellen, dass ein Schaltgetriebe wieder in die gesamte Maserati-Modellpalette Einzug hält. Ähnlich wie bei Ferrari mit seinem „12Cilindri Manual“ würde es sich um ein Modell handeln, das für eine ganz bestimmte Kundschaft bestimmt ist, wahrscheinlich in limitierter Auflage produziert und zu einem sehr hohen Preis verkauft wird. Symbolisch gesehen wäre die Botschaft jedoch stark. Maserati hat seit fast zwanzig Jahren kein Schaltgetriebe mehr angeboten, seit der Zeit der Coupé- und Spyder-Modelle, die mit dem V8-Motor von Ferrari ausgestattet waren. Seitdem hat die Marke zahlreiche Veränderungen durchlaufen, bis hin zur Einführung der Folgore-Elektromodelle. Ein Supersportwagen mit einem Fahrwerk von Maserati MC20, ein 630 ch starker V6-Nettuno-Motor und drei Pedale? Warum nicht!

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