
Als ehemaliger Formel-1-Fahrer und historische Persönlichkeit von „Top Gear“ hat Tiff Needell so ziemlich alles gefahren, was die Automobilindustrie an schnellen und exotischen Fahrzeugen zu bieten hat. Doch zu den Autos, für die er sich mit größter Überzeugung einsetzt, gehört eine italienische Limousine, deren kommerzieller Erfolg nie wirklich in Gang gekommen ist: die Maserati Ghibli. Seiner Meinung nach hat ihm die Automobilpresse nicht gerecht geworden.
Gast in der Sendung Autos & Geld, In einem ausführlichen Interview, das im August 2026 auf YouTube veröffentlicht wurde, blickt Tiff Needell auf seine Karriere und seine Jahre bei Top Gear und Fifth Gear, die Formel 1 oder auch die beeindruckendsten Autos, die er je gefahren ist. Im Laufe des Gesprächs spricht der ehemalige Rennfahrer auch von einem Auto, für das er offensichtlich eine besondere Vorliebe hegt: den Maserati Ghibli.
«Ich liebe den Maserati Ghibli», erklärt er und erzählt, dass er das Modell genutzt habe, als er Markenbotschafter war. Und sein Urteil über die Resonanz auf das Auto ist eindeutig: Seiner Meinung nach war es «eines der am meisten unterschätzten und von der Presse am stärksten verrissenen Autos».

Eine Markteinführung, die die Kritik gelenkt hätte
Tiff Needell liefert vor allem eine interessante Erklärung für diesen schlechten Ruf. Maserati hatte sich insbesondere dafür entschieden, den Ghibli bei den Pressetests mit seinem Dieselmotor vorzustellen, in der Hoffnung, eine Kundschaft anzusprechen, die an deutsche Limousinen, insbesondere von Audi und BMW, gewöhnt ist. Eine verständliche geschäftliche Entscheidung, die seiner Meinung nach jedoch dazu beigetragen hätte, einen schlechten ersten Eindruck vom Auto zu hinterlassen.
Tiff Needell äußert sich zudem recht kritisch über den Ablauf von Automobil-Präsentationen an sich. Er berichtet, wie die Meinung einiger weniger Journalisten schnell zu einer allgemeinen Meinung werden kann. Seiner Schilderung zufolge reicht es manchmal schon aus, dass ein angesehener Kollege beispielsweise die Federungsqualität eines Autos kritisiert, damit diese Bemerkung anschließend von anderen Journalisten, die bei derselben Veranstaltung anwesend sind, aufgegriffen wird (Italpassion bestätigt diesen Punkt…). Im Fall des Ghibli ist Needell der Ansicht, dass sich diese Dynamik für das Modell besonders nachteilig ausgewirkt hat.
Ein Maserati, den er wirklich gerne fuhr
Seine persönlichen Erfahrungen sind jedoch ganz anders. Der ehemalige Moderator beschreibt den Ghibli als besonders elegante viertürige Limousine, aber auch als ein wirklich praktisches Auto. Er hebt insbesondere das Platzangebot im Innenraum und einen Kofferraum hervor, in dem sowohl Gepäck als auch Golfschläger Platz finden. «Ich habe ihn geliebt», fasst er schlicht zusammen.




Der Ghibli hat jedoch nie den Erfolg erzielt, den sich Maserati erhofft hatte. Für Needell lässt sich dies zudem nicht allein mit seinem Ruf erklären. Auch der Wandel des Marktes wirkte sich nachteilig aus: Zu einer Zeit, als SUVs unverzichtbar wurden, verloren die traditionellen großen Limousinen nach und nach an Boden. Er führt sogar Rolls-Royce als Beispiel für diese Entwicklung an, da sich die Kunden mittlerweile lieber für den Cullinan als für eine klassische Limousine entscheiden.
Im Nachhinein betrachtet war der Maserati Ghibli vielleicht Opfer einer besonders ungünstigen Kombination: einer schlecht getimten Markteinführung, sich ausbreitender Kritik und eines Marktes, der sich bereits von Limousinen abwandte. Tiff Needell hingegen hat seine Meinung offenbar nie geändert: Dieser Maserati hätte Besseres verdient.

