
Mit ihrem extrem leistungsstarken Motor, ihrer ausgefeilten Aerodynamik und ihrer spektakulären Silhouette sind die Lamborghini sind dafür gemacht, Kilometer zu verschlingen … auf der Rennstrecke! Auf der Straße scheint es jedoch ein ganz alltägliches Hindernis zu geben, das einigen von ihnen Schwierigkeiten bereiten kann: eine einfache Mautstelle.
Seit mehreren Jahren kursieren erstaunliche Videos in den sozialen Netzwerken. Darin sieht man Lamborghinis, die vor einer Schranke ankommen … und direkt darunter hindurchfahren. Ein schwarzer Murciélago auf einem Parkplatz, ein orangefarbener Huracán auf einer verschneiten Straße, ein gelber Aventador an einer Mautstelle oder auch ein schwarzer Huracán: Die Szene wiederholt sich mit verschiedenen Modellen. Der Grund dafür ist letztendlich recht einfach. Mit ihrer extrem niedrigen Karosserie können bestimmte Lamborghini buchstäblich unter manche Schranken hindurchschlüpfen. Eine Besonderheit, die im Video unterhaltsam anzusehen ist, die ihre Fahrer aber natürlich nicht davon befreit, die Maut zu bezahlen.




Lamborghinis, die kaum einen Meter hoch sind
Was diese Szenen erst möglich macht, ist natürlich die besonders geringe Höhe der Lamborghinis. Ein Murciélago ist etwa 1,14 Meter hoch, während ein Aventador ebenfalls bei rund 1,14 Metern liegt. Der Huracán ist mit etwa 1,17 Metern Abstand zwischen Boden und Dachoberkante kaum höher. Zum Vergleich: Ein klassischer Familienwagen erreicht in der Regel eine Höhe von 1,45 bis 1,50 Metern, während ein SUV leicht über 1,60 Meter hinausragt.
| Lamborghini-Modell | Höhe |
|---|---|
| Lamborghini Countach | 1,07 m |
| Lamborghini Diablo | 1,10 m |
| Lamborghini Murciélago | 1,14 m |
| Lamborghini Aventador | 1,14 m |
| Lamborghini Huracán | 1,17 m |
| Lamborghini Revuelto | 1,16 m |
| Lamborghini Temerario | 1,20 m |
| Lamborghini Urus | 1,64 m |
Mit anderen Worten: Wenn ein Lamborghini vor einer ausreichend hoch angebrachten horizontalen Schranke zum Stehen kommt, kann der Abstand beträchtlich sein. In bestimmten Konstellationen befindet sich das Dach des Supersportwagens schlichtweg unter dem Schrankenarm. Die verschiedenen Videos, die seit Jahren im Umlauf sind, zeigen übrigens, dass dieses Phänomen nicht nur ein einziges Modell oder eine einzige Generation von Lamborghini betrifft.
Aber physisch unter einer Schranke hindurchfahren zu können, bedeutet natürlich nicht, dass man eine Mautstelle ohne anzuhalten passieren darf. Auf der Autobahn ist die Maut weiterhin fällig, und moderne Anlagen verfügen über Systeme zur Identifizierung der Fahrzeuge. Die geringe Höhe des Autos ist dann weniger ein Trick als vielmehr ein zusätzliches Problem: Wenn der Fahrer eine herkömmliche Mautstelle nutzen muss, ist diese selten für jemanden ausgelegt, der nur wenige Dutzend Zentimeter über dem Asphalt sitzt.
Der Lamborghini ist auch zu niedrig … um ihn zu bezahlen
Ein neueres Video veranschaulicht das Problem noch besser, allerdings diesmal ohne den Versuch, unter der Schranke hindurchzufahren. Am Steuer seines violetten Lamborghinis hält ein Fahrer ganz normal vor einer Mautstelle an.

Und genau hier wird es kompliziert. Da er fast bodennah angebracht ist, befindet er sich im Verhältnis zum Terminal viel zu tief. Es ist fast unmöglich, das Zahlungssystem bequem vom Sitz aus zu erreichen.
Er versucht es daraufhin mit einer anderen Lösung: Er öffnet die Tür seines Lamborghinis, um näher an die Ladestation heranzukommen. Keine gute Idee. Die spektakuläre, zum Himmel hin aufschwingende Tür bleibt genau vor dem Terminal stehen und erschwert das Manöver noch zusätzlich. Eine ziemlich komische Situation: Ein Supersportwagen, der zu außergewöhnlichen Leistungen fähig ist, gerät durch eine ganz gewöhnliche Mautstelle in Verlegenheit … obwohl er doch einfach darunter hindurchfahren könnte!
Ein Mautchip reicht aus, um das Problem zu lösen
Glücklicherweise muss man weder seinen Lamborghini umbauen noch eine besondere Technik entwickeln, um seine Bankkarte mit ausgestrecktem Arm zu greifen. Die Lösung ist Sportwagenbesitzern bereits bestens bekannt: der Maut-Chip. An der Windschutzscheibe angebracht, sorgt dieses Gerät dafür, dass das Fahrzeug bei der Einfahrt in eine kompatible Spur automatisch erkannt wird. Man muss weder den Arm nach einem viel zu hoch angebrachten Lesegerät ausstrecken noch an der falschen Stelle eine riesige Tür öffnen. Und vor allem gibt es keine Ausrede mehr, die geringe Höhe eines Lamborghini auszunutzen, um sich unter der Schranke hindurchzuschlängeln.
Zahlreiche Anbieter haben genau solche Maut-Chips im Programm, die das Fahren auf der Autobahn vereinfachen – mit Tarifen, deren Kosten unter 20 € liegen können. Ein besonders bescheidenes Extra gemessen an dem Budget, das man für das Fahren eines Lamborghini benötigt. Das zeigt: Selbst bei einem Supersportwagen, der mehrere hunderttausend Euro kostet, kann eine der praktischsten Ausstattungen auch eine der günstigsten sein.