
Als diese erstaunliche De Tomaso Pantera wurde vor einigen Wochen von Jim Farley zum Verkauf angeboten, und viele stellten sich bereits vor, dass sie die üblichen Schätzungen für einen Pantera weit übertreffen würde. Doch nur wenige hatten mit einem solchen Ergebnis gerechnet. Der Hammer fiel schließlich bei 293.000 Dollar, ein beeindruckender Betrag für diesen italo-amerikanischen Supersportwagen mit einer völlig untypischen Vergangenheit.
Und man muss sagen, dass dieser Pantera kein gewöhnlicher ehemaliger Sportwagen ist. Bevor er in die persönliche Sammlung des Ford-Chefs aufgenommen wurde, bevor er in ein Museum kam und bevor er überhaupt zu einem begehrten Sammlerstück wurde, hatte er eine weitaus erstaunlichere Funktion: Er diente in den 1970er Jahren als Firmenwagen bei Ford.
Ein italienischer Supersportwagen als einfacher Dienstwagen genutzt
Heutzutage scheint die Vorstellung, dass ein Supersportwagen als internes Fahrzeug in einem großen Unternehmen eingesetzt wird, völlig unrealistisch. Doch genau das geschah mit diesem gelben Pantera, der Anfang der 70er Jahre als Neuwagen an Ford Aerospace geliefert wurde.
Zu dieser Zeit vertrieb Ford den Pantera auf dem amerikanischen Markt über sein eigenes Netzwerk. Die Allianz zwischen dem amerikanischen Hersteller und De Tomaso brachte ein einzigartiges Auto hervor: ein italienisches Design von Tom Tjaarda, ein Fahrgestell, das mit Hilfe von Giampaolo Dallara entwickelt wurde, und ein riesiger Ford 351 Cleveland V8, der hinter den Sitzen eingebaut war.


Diese “Pre-L”-Version, die an den separaten verchromten Stoßstangen zu erkennen ist, gehört zu den ersten produzierten Pantera. Und im Gegensatz zu vielen anderen Exemplaren, die im Laufe der Jahrzehnte verändert wurden, hat dieser vor allem eine Geschichte, die kaum ein anderer Pantera für sich beanspruchen kann.
Ein Auto, das die Jahrzehnte überdauert hat
Nach seiner Zeit bei Ford wurde das Auto 1974 in Kalifornien angemeldet und verschwand dann fast 20 Jahre lang fast völlig von der Bildfläche. Danach tauchte es in einem Museum wieder auf, wo es 18 Jahre lang wie in der Zeit eingefroren ausgestellt war. Doch seine Geschichte sollte 2018 eine unerwartete Wendung nehmen. Bei einem ersten Auktionsversuch verliert ein potenzieller Käufer während einer Probefahrt die Kontrolle über das Auto und beschädigt es. Glücklicherweise bleibt der Schaden hauptsächlich ästhetischer Natur und der Pantera wird später restauriert.

Im Jahr 2024 kaufte Jim Farley das Auto schließlich für rund 121.000 US-Dollar zurück. Für den Ford-Manager und Autoliebhaber war der Pantera mehr als nur ein alter Sportwagen. Er verkörperte ein Stück vergessene Geschichte der amerikanischen Marke, eine Zeit, in der Ford es wagte, einen exotischen Italiener mit einem hauseigenen V8-Motor auf den Markt zu bringen.
Originalgetreue Restaurierung
Seit seinem Kauf hat der Pantera ein umfangreiches mechanisches Upgrade erhalten. Sein 351 Cleveland V8 wurde komplett überarbeitet und so getunt, dass er nun mehr als 400 PS auf die Räder bringt.



Das Ziel war nicht, den Wagen in einen modernen, zeitlosen Restomod zu verwandeln, sondern vielmehr, seinen rauen Charakter zu bewahren und gleichzeitig seine Zuverlässigkeit und seinen Komfort zu verbessern. Modernisierte Aufhängungen, überarbeitete Bremsen, eine restaurierte Innenausstattung mit Polstern aus schwarzem Vinyl und Hahnentrittstoff sowie ein dezent verbessertes Audiosystem: Alles wurde so konzipiert, dass die Seele des Autos erhalten blieb. Und das Ergebnis hat die Bieter offensichtlich überzeugt.


Ein Verkauf, hinter dem sich eine unerwartete Familiengeschichte verbirgt
Nach der Auktion tauchte in den Kommentaren zur Auktion ein besonders interessantes Detail auf. Der Endkäufer, der unter dem Pseudonym “benkopf” bekannt ist, erklärte, warum dieser Pantera viel mehr als nur ein Kauf aus dem Bauch heraus darstellte. Er enthüllte, dass er vor kurzem die Einrichtung eines Automobilmuseums in seiner Region finanziert hatte. Die Eröffnungsausstellung wird sich mit Ford zwischen 1926 und 2026 beschäftigen. Das Problem? Ihm fehlte ein wirklich markantes Auto, das die 70er Jahre repräsentieren würde. Dieser Pantera erschien ihm dann wie selbstverständlich.
Vor allem aber ist die Familiengeschichte des Käufers seit mehr als einem Jahrhundert eng mit Ford verbunden. Sein Großvater hatte Anfang der 1900er Jahre bei Ford in Buenos Aires angefangen und wurde in den 1920er Jahren Leiter von Ford in Japan, wo er an der Eröffnung des Montagewerks in Yokohama beteiligt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg soll Henry Ford selbst gekommen sein, um seinen Großvater bei seiner Rückkehr in die USA zu begrüßen. Die Geschichte ging dann weiter, als sein Vater Ford-Händler wurde und er selbst die Familientradition fortsetzte.
Mit einem Endpreis von 293.000 Dollar ändert dieser De Tomaso Pantera eindeutig seinen Status auf dem Sammlermarkt. Dieser Betrag übersteigt bei weitem den Preis vieler klassischer Pantera, aber die außergewöhnliche Geschichte dieses Exemplars erklärt diese Begeisterung leicht.
