
Der TEZZO RT1 ist eine japanische Konstruktion auf Basis Alfa Romeo 4C hergestellt von TEZZO, einem auf die Alfa Romeo, Abarth, Fiat und Alpine. Ihre Fahrzeuge werden regelmäßig in der Alfa Romeo Challenge Japan eingesetzt.
Was bedeutet RT1?
RT1 ist die Abkürzung für «Radial Tire No. 1». Das Konzept? Ein Auto zu entwickeln, das auf der Rennstrecke mit straßenzugelassenen Reifen – und nicht mit Slicks – extrem schnell sein kann. TEZZO betont, dass diese Autos auch auf offener Straße Fahrspaß bieten müssen. Der verwendete Slogan lautet wörtlich:«Ein komfortabler Rennwagen für die Straße.»
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt daher nicht auf der Mechanik, sondern auf dem Fahrverhalten, wobei zahlreiche Teile speziell in Japan entwickelt wurden – eine Philosophie, die vom Straßenrennsport im “Touge”-Stil inspiriert ist. Der Alfa Romeo 4C RT1 zielt nicht darauf ab, die Leistung zu steigern, sondern vor allem darauf, das Fahrzeug bei hohen Geschwindigkeiten stabiler und leichter zu handhaben zu machen. Ein sehr ausgewogenes Auto ist oft schneller als ein Auto, das lediglich über mehr Leistung verfügt.
“Früher wieder Gas geben zu können, ohne Angst zu haben”
Dieses Projekt begann um die Jahreswende 2015–2016. Ursprünglich handelte es sich bei dem Fahrzeug noch nicht um einen RT1, sondern um einen 4C in der Ausstattungsvariante “Luxury”. Das Ziel ist es, das Serienfahrzeug zu verbessern, ohne dabei den Komfort zu beeinträchtigen. Die ersten Entwicklungsschritte konzentrieren sich auf eine “Quattro LXY-S»-Auspuffanlage, einen Carbon-Ansaugkrümmer, TEZZO-Gewindesätze und geschmiedete Felgen.




Im Jahr 2017 wurde das RT1-Projekt mit dem Start des Rennprogramms ins Leben gerufen. Die Ingenieure identifizierten mehrere Probleme des ursprünglichen 4C: einen sehr kurzen Radstand, einen sehr abrupt reagierenden Turbo, einen Übergang vom Untersteuern zum Übersteuern, der überraschend sein kann, sowie ein mangelndes Vertrauen bei hohen Geschwindigkeiten.
Daraufhin beginnen sie mit umfangreichen Arbeiten an der Geometrie, den Stoßdämpfern, den Federn, dem Bremssystem, der elektronischen Abstimmung sowie der Reifenauswahl – wobei die Reifen stets für den Straßenverkehr zugelassen sind. Das Ziel: Das Auto im Grenzbereich leichter zu fahren zu machen.
Erfolge im Rennsport
Ab 2018 mischt der Tizzo RT1 bei den Rennen der Alfa Romeo Challenge Japan mit. Das Auto sicherte sich gleich zum Auftakt der Meisterschaft die Pole-Position in der Gesamtwertung vor mehreren GTA-Modellen und errang anschließend in Fuji den Gesamtsieg. TEZZO erklärt, dass der Großteil des Vorsprungs nicht auf den Motor zurückzuführen ist, sondern auf die Fähigkeit des Fahrers, länger Vollgas zu geben.

Im Jahr 2019 hat sich das Auto äußerlich kaum verändert. Dagegen wurden zahlreiche Details weiterentwickelt. Überarbeitet wurden die Fahrwerkseinstellungen, die Steifigkeit und die Auswuchtung, die Gewichtsreduzierung sowie die Kalibrierung des Steuergeräts. Diese Saison dient vor allem dazu, die Zuverlässigkeit des Autos zu verbessern. Sie erklären, dass ein Amateur mit einem berechenbaren Auto mehr Rundenzeit gewinnt als mit 40 oder 50 PS mehr. Sie holt sich den AR4CS-Titel, also den Titel in der Kategorie, die speziell dem 4C gewidmet ist und in der auch andere getunte Modelle antreten. Die Ingenieure sind daraufhin der Ansicht, dass das Fahrwerk ausgereift ist.
Die neueste Entwicklung: der RT1-Spoiler
Im Jahr 2020 erfolgte mit der Einführung des charakteristischen Heckflügels der letzte Schritt. Die Ingenieure von TEZZO sind der Ansicht, dass der 4C aufgrund seines sehr kurzen Radstands, einen relativ hohen Schwerpunkt des Motors, einen recht abrupten Drehmomentanstieg des Turbos und sehr breite Spurweiten in schnellen Kurven ein nervöses Fahrverhalten mit Übersteuern zeigen kann. Daher haben sie einen echten Rennflügel entwickelt, der für zusätzlichen Abtrieb am Heck sorgen soll.

Dieser Heckflügel aus „Wet Carbon“ mit einer hohlen Monocoque-Struktur wiegt nur 1,4 kg. Bei der Version 2 kommt ein neues inneres Verstärkungssystem zum Einsatz, um eine Verformung des Kofferraums unter starken aerodynamischen Belastungen zu verhindern. Da der Kofferraum des Alfa Romeo 4C nicht flach ist, musste TEZZO spezielle Halterungen entwickeln. Im Gegensatz zu vielen Rennspoilern wollte TEZZO die Konformität mit der japanischen technischen Abnahme gewährleisten. Das Unternehmen präsentiert den Spoiler als Hommage an sein siegreiches Auto, wobei er in Japan weiterhin legal auf der Straße eingesetzt werden darf.





Die Ergebnisse spiegeln diese Entwicklung wider: 3 Pole-Positions und 3 Gesamtsiege in 5 Läufen der Meisterschaft 2020 sowie der SR-Titel (Super Race, die “Elite”-Klasse) der Kanto-Meisterschaft als Krönung. Zur Klarstellung: Die Meisterschaft gliedert sich in regionale Meisterschaften (darunter die von Kanto) und anschließend ein nationales Finale. Da Tezzo die Entwicklung als abgeschlossen betrachtete, wechselte er ab 2021 zu einem FIAT 124 Abarth-Projekt.
