
Sie befinden sich zwar auf Italpassion, und doch ist sie ein deutsches Auto, verfügt über einen der berühmtesten V10-Motoren der Geschichte und trägt eine Farbe, die eng verbunden ist mit Ferrari. Dieser Porsche Carrera GT aus dem Jahr 2005 gehört Milton Verret, einem bedeutenden amerikanischen Sammler, der ihn gekauft, umbauen ließ, verkaufte … und schließlich wieder zurückkaufte, weil er ihn vermisste. Er wird am 15. August in Monterey erneut versteigert.
Auf den ersten Blick fällt etwas ins Auge. Ein roter Porsche Carrera GT ist zwar nichts Ungewöhnliches, doch dieses Exemplar trägt einen Farbton, der nie im Katalog aus Stuttgart zu finden war: Rosso Fuoco, eine Ferrari-Farbe. Eine kleine Abweichung, die sich durch die Identität seines Besitzers erklärt: Milton Verret, ein texanischer Sammler, der einige der prestigeträchtigsten Rennwagen und Supersportwagen der Welt besessen hat.
Seine Sammlung umfasste zeitweise mehr als hundert Fahrzeuge. Zu seinen Besitztümern zählten unter anderem der Ferrari F300, mit dem Michael Schumacher vier Grand-Prix-Rennen gewann, mehrere historische Fahrzeuge aus dem 500-Meilen-Rennen von Indianapolis sowie ein Timossi-Ferrari-Rennboot aus dem Jahr 1953. Und der Carrera GT nimmt in seiner Geschichte einen ganz besonderen Platz ein.
Er hat sie verkauft … und dann wieder zurückgekauft
Milton Verret kennt das Modell in- und auswendig: Er gibt an, nicht weniger als sieben Carrera GT besessen zu haben. Doch dieses Fahrzeug aus dem Jahr 2005 ist anders. Er kauft es in jenem Jahr und beschließt, es einem, gelinde gesagt, radikalen Umbau zu unterziehen. Die Karosseriearbeit wird dem Spezialisten „Karosserie“ in Wayne, Pennsylvania, anvertraut. Es geht nicht nur darum, die Farbe der sichtbaren Karosserieteile zu ändern: Der Porsche wird so weit zerlegt, bis seine Karbonfaser-Karosserie zum Vorschein kommt. Drei Monate Arbeit sind nötig, um eine Lackierung in „Rosso Fuoco“ in Wettbewerbsqualität zu erzielen, deren Verarbeitungsqualität als über den Werksstandards liegend beschrieben wird.



Milton Verret trennte sich schließlich doch bei einer Auktion von ihr, wo sie nach seinen Angaben einen Weltrekord erzielte. Die Geschichte hätte hier enden können. Doch ein Jahr später machte der Sammler einen Rückzieher. «Ich habe sie zurückgekauft, weil ich sie vermisst habe», erzählt er. Und dennoch wird er am kommenden 15. August bei der Mecum-Auktion in Monterey versuchen, sich davon zu trennen … zum zweiten Mal.
Diese für einen Porsche ungewöhnliche Lackierung darf nicht darüber hinwegtäuschen, welches Auto sich darunter verbirgt. Das Exemplar weist nur 3.471 Meilen, also etwa 5.586 km, auf und gehört zu den 644 Carrera GT, die ursprünglich in den Vereinigten Staaten auf den Markt gebracht wurden. Hinter den Sitzen verbirgt sich vor allem der 5,7-Liter-V10-Saugmotor, der 603 ch leistet und mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe sowie einer Zweischeiben-Keramikkupplung kombiniert ist. Die Gesamtproduktion des Carrera GT war auf 1.270 Exemplare begrenzt.

Mecum gibt vorerst keine Schätzpreise bekannt. Der Markt lässt jedoch einen heftigen Bieterwettstreit vermuten: Carrera GTs mit geringer Laufleistung werden mittlerweile regelmäßig für mehrere Millionen Dollar gehandelt, während ein besonders seltenes, blau lackiertes Exemplar im Jahr 2026 einen Preis von 6,7 Millionen Dollar erzielte.
Eine Frage bleibt, über die die Sammler in Monterey entscheiden müssen: Ist das Neulackieren eines Carrera GT in einer Ferrari-Farbe ein Sakrileg, das seinen Wert mindern könnte, oder macht die einzigartige Geschichte dieses Porsche Rosso Fuoco ihn im Gegenteil noch begehrenswerter?
