
Einige Wochen, nachdem er erneut bekräftigt hatte, dass Der V6 Nettuno war die Zukunft von Maserati, taucht intern eine neue Meinung auf. Diesmal ist es Davide Danesin, der technische Leiter der Marke, der das Thema V8 wieder aufgreift. Und seine Botschaft ist eindeutig: Technisch gesehen ist die Rückkehr des Achtzylinders möglich. Es fehlt nur noch die Bestätigung durch Stellantis.
In Interviews mit australischen Medien Carsales und GoAuto, erklärte der technische Leiter, dass die Machbarkeitsstudien bereits durchgeführt worden seien. Die aktuellen Plattformen des GranTurismo, des GranCabrio und sogar des Grecale seien so flexibel konzipiert worden, dass sie auch für einen anderen Antrieb geeignet seien.
Eine Entscheidung, die nicht mehr von den Ingenieuren abhängt
«Ich persönlich glaube, dass der V8 ein Comeback feiern könnte», sagt Davide Danesin. Seiner Meinung nach, Maserati würde ein solches Modell problemlos verkaufen, auch wenn die Stückzahlen begrenzt blieben. Für den Ingenieur ist die Frage nicht mehr technischer, sondern strategischer Natur. «Die Begeisterung für den V8 scheint zu wachsen. Die Entscheidung, ob er produziert wird oder nicht, hängt wirklich von der Unternehmensstrategie ab. Ich glaube, dass dieser Spielraum vorhanden ist.» Mit anderen Worten: Die Teams bei Maserati wären bereit. Der Ball liegt nun bei Stellantis, das entscheiden muss, ob eine solche Investition mit den Ambitionen der Marke vereinbar ist.
Der V6 Nettuno steht nicht zur Debatte
Diese Öffnung gegenüber dem V8 bedeutet jedoch nicht, dass Maserati den Nettuno aufgibt. Im Gegenteil: Die Marke präsentiert ihren V6-Biturbo weiterhin als einen der besten Motoren seiner Klasse. Eine Hybridversion befindet sich bereits in der Entwicklung, um die Leistung zu erhalten und gleichzeitig die künftigen Abgasnormen zu erfüllen.

Danesin betont übrigens einen Punkt: Der V8 ist nicht notwendig, um schneller zu fahren. «Mit dem aktuellen V6 ist die Leistung bereits hervorragend. Der Bedarf an einem V8 hängt nicht mit der Leistung zusammen, sondern damit, den Motor zu haben, der zu diesem Fahrzeugtyp passt. Es ist eher eine Frage der Wahrnehmung.» Eine Bemerkung, die die Debatte perfekt auf den Punkt bringt. Die Kunden verlangen nicht unbedingt mehr Leistung, sondern das Prestige, den Klang und den Charakter, die mit einem Achtzylinder verbunden sind.
Welcher V8 für Maserati?
Eine entscheidende Frage bleibt jedoch offen: Welcher Motor soll zum Einsatz kommen? Seit dem Wegfall des ursprünglichen V8 von Ferrari im Jahr 2024 hat Maserati keinen Achtzylinder mehr im Programm.

Die Option der Hemi-V8-Motoren von Stellantis scheint schnell vom Tisch zu sein. Davide Danesin erklärt, dass diese amerikanischen Motoren für die aktuellen Fahrzeugarchitekturen der Marke zu groß sind. Maserati würde daher einen kompakten V8 europäischer Bauart bevorzugen. Dieser könnte sich an der 90°-Architektur des V6 „Nettuno“ orientieren, wäre aber dennoch eine weitgehend neuartige Entwicklung.
Sollte das Projekt grünes Licht erhalten, kämen zunächst limitierte Serien des GranTurismo und des GranCabrio in Frage. Ein Grecale V8 ist technisch weiterhin denkbar, auch wenn diese Möglichkeit derzeit weniger wahrscheinlich erscheint. Bis eine Entscheidung fällt, setzt Maserati seine Strategie rund um den V6 Nettuno fort. Doch die Haltung der Führungskräfte ändert sich allmählich. Nachdem er eingeräumt hatte, dass der V8 «geprüft» werde, bestätigt der Chefingenieur nun, dass auf technischer Ebene alles bereit sei. Es bleibt abzuwarten, ob Stellantis bereit sein wird, dem Trident eines seiner symbolträchtigsten mechanischen Markenzeichen zurückzugeben.