
Nach sechzehn Jahren am Steuer kennt Harry Metcalfe sein Lamborghini Countach QV bis ins kleinste Detail. Da er nun plant, sich davon zu trennen, hat der Gründer von Harry’s Garage beschlossen, das Fahrzeug einer umfassenden Überholung zu unterziehen. Doch bevor er seinen italienischen Supersportwagen den Spezialisten anvertraute, gönnte er sich noch eine letzte große Spritztour auf den Straßen von Nordwales. Eine Fahrt, die leider nicht wie geplant endete.
Ein Countach, der zu einem alten Freund geworden ist
Sechzehn Jahre mit derselben Lamborghini, das schafft natürlich eine besondere Verbindung. Harry Metcalfe schätzt, dass er mit diesem Countach QV zwischen 30.000 und 40.000 Kilometer zurückgelegt hat, und macht keinen Hehl aus seiner Zuneigung zu diesem Auto, das er mittlerweile mit einer «Freundin» vergleicht.



In technischer Hinsicht hat der italienische Wagen bereits viel Aufmerksamkeit erhalten. Insbesondere sein V12-Motor und sein Getriebe wurden überholt, während sich die Federung in sehr gutem Zustand befindet. Nun ist es die Karosserie, die Pflege benötigt. Der Lack weist Spuren der Jahre und vor allem der zurückgelegten Kilometer auf: Steinschlag, kleine Risse und erste Anzeichen von Korrosion sind an mehreren Stellen sichtbar. Auch der Heckspoiler ist betroffen. Angesichts des rasanten Wertanstiegs bei Countach-Modellen möchte der Besitzer das Auto daher in einen makellosen Zustand versetzen, bevor er einen Verkauf in Betracht zieht.
Letzte Spritztour zum Klang des V12
Bevor er das Auto für eine kostspielige Karosseriereparatur in die Werkstatt bringt, beschließt Harry, noch eine letzte Spritztour zu machen. Es geht auf einige seiner Lieblingsstraßen im Norden von Wales, in eine Region, die er schon seit seiner Kindheit kennt.


Der Countach scheint einem in diesem Moment wieder bewusst zu machen, warum er zu einer Ikone geworden ist. Sein 5,2-Liter-V12 mit Vergasern reagiert blitzschnell, dreht wütend hoch und bietet ein Fahrgefühl, das ein moderner Supersportwagen kaum nachahmen kann. Die Lenkung fühlt sich bei Fahrt tempo angenehm an, und der Sound reicht fast aus, um die Bremsen vergessen zu lassen, die nach heutigen Maßstäben längst überholt sind.
Alles scheint also reibungslos zu laufen. Oder fast. Im Laufe der Kilometer beginnt ein Detail den Fahrer zu beunruhigen: Beim Schalten in den zweiten Gang ist ein ungewöhnliches Geräusch zu hören. Harry bemerkt es sofort. Dieses Getriebe, das er in- und auswendig kennt, hat sich zuvor nicht so verhalten.
Die böse Überraschung ereignet sich in der Werkstatt
Als ich beim Fachmann für das Auto ankomme, weicht der Zweifel echter Besorgnis. Beim Schalten in den zweiten Gang ist nun ein Knacken zu hören, das so deutlich ist, dass man es nicht überhören kann. Nach einer kurzen Probefahrt bestätigt der Fachmann, dass etwas nicht stimmt. Auch der Rückwärtsgang verhält sich ungewöhnlich.

Noch besorgniserregender ist, dass der Defekt offenbar plötzlich aufgetreten ist. Der Fachmann vermutet daher den Ausfall oder Bruch eines internen Bauteils und empfiehlt, den Lamborghini nicht mehr zu fahren, bis die Ursache des Problems genau ermittelt wurde. Um die Diagnose zu stellen, müsste möglicherweise die gesamte Motor-Getriebe-Einheit aus dem Countach ausgebaut werden. Ein umfangreicher Eingriff, der zu einer bereits als besonders kostspielig angekündigten Lackrestaurierung hinzukommt.

Die letzte Spritztour sollte eigentlich nur einer Auffrischung vorausgehen. Nun könnte sie schließlich den Beginn weitaus umfangreicherer Arbeiten markieren. Wie Harry vor seinem stillstehenden Lamborghini zusammenfasst: «Autos, oder? Warum fangen wir damit überhaupt an?»
