
Einige Wochen nach hat auf der Messe „Top Marques“ in Monaco alle Blicke auf sich gezogenDie Giamaro Krafla geht in die nächste Phase. Der erste fahrbereite Prototyp dieses neuen italienischen Supersportwagens wurde anlässlich der MIMO 2026 auf der Rennstrecke von Monza gesichtet. Ein vom Kanal NM2255 veröffentlichtes Video ermöglicht es endlich, den spektakulären 7,0-Liter-V12-Quadri-Turbo-Motor in Aktion zu sehen, vor allem aber auch zu hören.
Bislang hatte sich der Giamaro vor allem durch seine außergewöhnlichen technischen Daten hervorgetan. Nun wird das Projekt Wirklichkeit. Zwischen dem Anfahren, dem Hochdrehen des Motors, den ersten Runden und sogar einer Onboard-Aufnahme auf der italienischen Rennstrecke bestätigt dieser erste Testlauf, dass die Krafla nicht mehr nur ein Messekonzept ist.


Ein V12, wie man ihn heute kaum noch sieht
Beim Öffnen der Heckhaube fällt die Mechanik sofort ins Auge. Der von Italtecnica entwickelte V12 mit 6.988 cm³ Hubraum verfügt über eine 120°-Architektur in einer sogenannten «Hot-V»-Anordnung, bei der die vier Garrett-Turbolader im Herzen des V-Motors platziert sind. Diese Lösung wurde gewählt, um die Kühlung, die Kompaktheit und die Leistung zu optimieren.

Die vier Turbolader, die mit einer Hitzeschutzverkleidung ummantelten Auspuffkrümmer und die sechs mittig angeordneten Auspuffendrohre verleihen dem Motorraum ein fast noch eindrucksvolleres Erscheinungsbild als die Karosserie selbst. Auf den in den Boxen von Monza aufgenommenen Bildern zeigt der Krafla eine rohe Mechanik, die sich noch in der Entwicklungsphase befindet und weit entfernt ist von den perfekt verarbeiteten Motorräumen der Serienmodelle.

Auch der Klang überrascht. Trotz der vier Turbolader behält dieser V12 bei niedrigen Drehzahlen einen metallischen, rauen Klang bei, bevor sich das Pfeifen der Turbos bemerkbar macht, sobald der Fahrer kräftig Gas gibt. Ein für einen aufgeladenen Motor dieser Leistungsklasse ungewöhnlicher Klangcharakter.
2.157 PS … nur mit dem roten Schlüssel
Diese Vorführung bietet auch die Gelegenheit, noch einmal darauf hinzuweisen, was die Krafla so einzigartig macht. Giamaro hat ein System aus drei physischen Schlüsseln entwickelt, mit denen sich verschiedene Leistungsstufen freischalten lassen. Der weiße Schlüssel begrenzt die Motorleistung je nach gewählter Programmierung auf einen Bereich zwischen 400 und 800 ch. Der schwarze Schlüssel freigibt bereits 1.670 ch und 1.556 Nm Drehmoment. Und schließlich ermöglicht der berühmte rote Schlüssel den Zugriff auf die volle Leistung: 2.157 ch bei 9.000 U/min und 2.008 Nm Drehmoment – und das alles mit einfachem SP98-Benzin.
Die gesamte Leistung wird über ein automatisiertes Siebengang-Getriebe ausschließlich auf die Hinterräder übertragen. Eine radikale Entscheidung in einer Zeit, in der fast alle Hypercars mit mehr als 2.000 ch auf Allradantrieb setzen.


Ein vielversprechender erster Testlauf
Natürlich handelt es sich noch um einen Shakedown. Der Prototyp fährt vorsichtig, und die Ingenieure scheinen jeden Boxenstopp aufmerksam zu beobachten. Doch das Wesentliche liegt woanders: Der Giamaro Krafla ist nun auf der Rennstrecke zu sehen, und sein beeindruckender V12-Quadri-Turbo-Motor lässt endlich sein Lied erklingen.

Für eine Marke, die vor einem Jahr noch völlig unbekannt war, ist dieser dynamische erste Auftritt ein wichtiger Meilenstein. Nun bleibt abzuwarten, ob sich die auf dem Papier verkündeten Ambitionen in einem Serienmodell umsetzen lassen, das mehr als 2.100 PS beherrscht. Wenn die nächsten Entwicklungsphasen wie geplant verlaufen, könnte der Krafla durchaus zu einem der extravagantesten italienischen Hypercars dieses Jahrzehnts werden.
