
Auf den ersten Blick könnte man ihn fast für einen leicht getunten alten Fiat 500 halten. Doch schon nach wenigen Sekunden wird klar, dass sich hinter diesem kleinen roten Italiener ein weitaus ehrgeizigeres Projekt verbirgt. Er trägt den Namen 500 Scattante, dieses Modell greift eines der bekanntesten Volksautos Italiens auf und verwandelt es in einen weitgehend neu konzipierten Restomod. Mit einem voraussichtlichen Preis von rund 175.000 Euro spielt es nun in einer ganz anderen Liga.
Die Geschichte beginnt mit Max Kindersley, dem britischen Gründer von Der Cinquecento und ist eher als Modefotograf bekannt. Das Auto, das als Grundlage für das Projekt diente, gehörte seiner Familie und hatte etwa 25 Jahre in einer Scheune gestanden. Anstatt sich mit einer herkömmlichen Restaurierung zu begnügen, entschied er sich, viel weiter zu gehen.
Ein Fiat 500, der sich gut versteckt
Die Silhouette bleibt auf den ersten Blick erkennbar. Das Mailänder Studio BorromeodeSilva (der bereits an der Porsche Nardoneund die Eccentrica) hat ihm jedoch mit verbreiterten Kotflügeln, markanteren Seitenschwellern, speziellen Rädern und zusätzlichen, vom Rallyesport inspirierten Scheinwerfern mehr Charakter verliehen. Das Ziel war es also nicht, den 500 optisch neu zu erfinden, sondern sein Temperament zu betonen, ohne dass er dabei seinen ursprünglichen Charme verliert.


Unter der Karosserie geht es deutlich ernster zu. Fahrwerk, Bremsen, Lenkung, Kühlung und Elektrik wurden grundlegend überarbeitet. Der Cinquecento soll zudem ein Zielgewicht von etwa 650 kg erreichen – eine Angabe, die die Philosophie dieser Scattante besser verständlich macht: Hier steht die reine Leistung nicht unbedingt im Vordergrund.
Immer noch zwei Zylinder
Es kommt nämlich nicht in Frage, einen riesigen modernen Motor im Heck einzubauen. Die Scattante behält einen Zweizylinder bei, der hier aus einem Fiat 126 stammt und insbesondere mit einem Twin-Spark-Zündsystem ausgestattet ist. Den verfügbaren Informationen zufolge beträgt sein Hubraum etwa 802 cm³ und der Motor ist mit einem Schaltgetriebe gekoppelt. Die Leistung bleibt ein Geheimnis, da La Cinquecento lieber das Ansprechverhalten des Motors, das Drehmoment und das Fahrgefühl in den Vordergrund stellt als eine spektakuläre Zahl.

Der Innenraum folgt dem gleichen Konzept. Die Atmosphäre des historischen 500 ist mit seinem hellen Lenkrad und der minimalistischen Instrumentierung nach wie vor präsent, wird jedoch durch mit Leder bezogene Schalensitze und eine deutlich aufwendigere Gestaltung ergänzt. Eine Möglichkeit, das Fahrerlebnis zu modernisieren, ohne diesen winzigen Italiener in ein getarntes modernes Auto zu verwandeln.

175.000 Euro für einen Fiat 500
Genau hier wird die Scattante natürlich besonders … exklusiv! Ihr Preis wird auf etwa 150.000 Pfund geschätzt, was fast 175.000 Euro entspricht. Es handelt sich dabei jedoch noch nicht um einen offiziell von La Cinquecento bekannt gegebenen Preis. Die Produktion soll äußerst limitiert bleiben, mit nummerierten Exemplaren, die weitgehend individuell auf ihre Besitzer zugeschnitten sind. 175.000 Euro für ein Auto mit Zweizylindermotor und einem Gewicht von 650 kg – das ist jedenfalls ein Fiat, der nicht mehr viel mit „volksnah“ zu tun hat.