Die Alfa Romeo Giulia wird 10 Jahre alt ... «Bei gleichem Preis ist sie besser als der BMW 3er»

10 Jahre. Im modernen Automobilbau ist das fast eine Ewigkeit. Und doch ist die’Alfa Romeo Giulia ist immer noch da und bleibt sich treu, obwohl ihre Rivalen eine Erneuerung, eine Hybridisierung und eine technologische Revolution nach der anderen vollzogen haben.

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Die 2016 eingeführte italienische Limousine hätte nach heutigen Maßstäben schon längst verschwinden müssen. Doch zwischen einem Restyling im Jahr 2023, diskreten Updates und vor allem einem Strategiewechsel bei Alfa Romeo, Die nächste Generation wird voraussichtlich 2028 auf den Markt kommen.

Alfa Romeo Giulia Lusso im Jahr 2016

Auf dem Papier scheint alles gegen sie zu sprechen. Die Verkaufszahlen sind nie richtig in Schwung gekommen, und so hängt ihm der hartnäckige Ruf an, das schönste Auto zu sein, das niemand kauft. Und doch hat es nie wirklich Sinn gemacht, einen Alfa nur nach seinen Verkaufszahlen zu beurteilen.

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Eine Philosophie, die gegen den Strom schwimmt

Was auch heute noch auffällt, ist, wie sehr sich die Giulia weigert, dem Trend zu folgen. Wo ihre Konkurrenten wie der BMW 3er, der Audi A5 oder die Mercedes C-Klasse mit Bildschirmen, Hybridsystemen und Fahrhilfen um sich werfen, bleibt die Italienerin einem fast schon old-school Ansatz treu.

Laut dem Journalisten Sam Phillips von der Zeitschrift Autocar ist genau das ihre Stärke. Die Giulia legt Wert auf Einfachheit, Ergonomie und vor allem auf die Einbeziehung des Fahrers. Physische Knöpfe, eine klare Benutzeroberfläche und ein sofortiger Einstieg: Hier wird erst gefahren und dann konfiguriert.

Natürlich hat das auch eine Kehrseite. Im Vergleich zu einem hochmodernen 3er wirkt die Innenausstattung altmodisch, das Infotainment ist in die Jahre gekommen und das Fehlen eines Hybridantriebs mag anachronistisch erscheinen. Aber diese «Schwäche» wird in einer Welt, in der die Technologie alles durchdringt, fast zu einer Qualität.

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Fahrspaß als Hauptargument

Denn die wahre Stärke der Giulia lässt sich nicht in Pixeln oder elektronischen Assistenten messen. Sie ist am Lenkrad spürbar. In der 2.0 Turbo-Version mit 280 PS beeindruckt die italienische Limousine immer noch durch ihre Ausgewogenheit. Die schnelle Lenkung, das präzise Fahrwerk und das unverfälschte Fahrgefühl machen ihn zu einem der Maßstäbe für Fahrspaß. Dieser Eindruck wird bestätigt durch mehrere technische Analysen, In den letzten Jahren hat sich die Giorgio-Plattform, die von Anfang an für den Antrieb konzipiert war und eine nahezu ideale Gewichtsverteilung aufwies, zu einem wichtigen Faktor für die Entwicklung von Fahrzeugen entwickelt.

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Die Deutschen spielen eine andere Partitur. Sie sind schwerer, gefilterter und vielseitiger. Aber selten so einnehmend. Die Giulia steht voll und ganz zu ihrer Entscheidung: weniger Kompromisse, mehr Emotionen.

Dasselbe gilt für Jeremy Clarkson, obwohl er dem modernen Auto mittlerweile sehr kritisch gegenübersteht. Trotz seiner Vorbehalte gegenüber ADAS oder dem Komfort der neueren Versionen, er erkennt an, dass die Giulia etwas bewahrt, was viele verloren haben : eine direkte Verbindung zur Straße.

«Bei gleichem Preis ist sie besser»

Die Giulia hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Laut Sam Phillips übertrifft sie bei gleichem Budget den BMW 3er in einem entscheidenden Punkt: der Leistung. Mit fast 280 PS bietet sie fast 100 PS mehr als eine gleichwertige Version der deutschen Limousine. Um ein ähnliches Niveau zu erreichen, muss man sich für einen M340i entscheiden, der etwa 20.000 € mehr kostet. Der 330e Plug-in-Hybrid ist zwar leistungsstark, hat aber ein erhebliches Übergewicht, das das Fahrgefühl beeinträchtigt. Das Ergebnis ist also einfach: mehr Leistung, weniger Gewicht und ein direkteres Fahrerlebnis. In dieser Hinsicht hat der Italiener einen klaren Vorteil.

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Ein Auto aus einer anderen Zeit ... und genau das ist das Problem (oder die Lösung)

Im Laufe der Zeit hat die Giulia ihren Status verändert. Was als technologischer Rückstand erscheinen konnte, ist heute eine Form des Widerstands. In einer Automobilwelt, die von Touchscreens, aufdringlichen Hilfen und komplexen Motoren dominiert wird, verkörpert sie eine einfachere, fast nostalgische Vision. Ein Auto, das für diejenigen gedacht ist, die gerne Auto fahren, und nicht für diejenigen, die unterstützt werden wollen.

Das ist auch die Schlussfolgerung von Sam Phillips: Wer Fahrspaß über alles andere stellt, sollte sich beeilen, einen zu kaufen, solange er noch Zeit hat. Denn mit der angekündigten nächsten Generation, die elektrifiziert sein wird, könnte diese Philosophie verschwinden. Und im Grunde liegt darin vielleicht die Einzigartigkeit der Alfa Romeo Giulia: ein unvollkommenes Auto, manchmal veraltet, aber immer in der Lage, daran zu erinnern, warum man gerne Auto fährt.

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