
WährendAlfa Romeo kein wirklich großes Rennprogramm hat, haben einige Enthusiasten beschlossen, eine der glorreichsten Epochen der Marke wieder aufleben zu lassen. SGT Automobili, ein junges italienisches Unternehmen, hat den 55-SGT vorgestellt, eine spektakuläre moderne Neuinterpretation des Alfa Romeo 155 V6 Ti DTM aus den 1990er Jahren, die auf der Grundlage einer Giulia Quadrifoglio gebaut wurde.
Das Ergebnis ist atemberaubend: eine zeitgenössische Sportlimousine, die in eine echte Rennmaschine mit Straßenzulassung verwandelt wurde und die Nostalgie einer ganzen Generation von Alfisti wecken kann.
Wenn die Giulia auf die Legende der DTM trifft
Um den Ursprung dieses Projekts zu verstehen, müssen wir ins Jahr 1993 zurückgehen. In diesem Jahr stieg Alfa Romeo mit dem 155 V6 Ti in die hart umkämpfte deutsche DTM-Meisterschaft ein. Im Gegensatz zu seinen deutschen Rivalen nutzte die italienische Marke die «Klasse 1»-Regelung, um ein äußerst anspruchsvolles Auto zu entwerfen.

Allradantrieb, sequenzielles Getriebe, Formel-1-Technologie und vor allem ein V6-Saugmotor mit einer Drehzahl von bis zu 12.000 U/min: Der 155 V6 Ti setzte schnell Maßstäbe und gewann in seiner ersten Saison die Meisterschaft. Im Laufe der Jahre stieg seine Leistung auf fast 500 PS und machte ihn zu einem der kultigsten Tourenwagen der 1990er Jahre. Mehr als dreißig Jahre später hat SGT Automobili beschlossen, ihn zu ehren, indem sie seinen Stil mit einem der beliebtesten Alfa Romeo der Neuzeit verschmelzen lässt: der Giulia Quadrifoglio.
Radikale Transformation
Die 55-SGT beschränkt sich nicht darauf, einige ästhetische Elemente hinzuzufügen. Die Umgestaltung ist tiefgreifend. Die gesamte Karosserie wurde durch eigens für das Projekt entworfene Kohlefaserplatten ersetzt. Die Designer ließen sich von den geometrischen und aggressiven Linien des 155 DTM inspirieren, passten sie aber an die großzügigeren Proportionen der modernen Giulia an.


Die Frontpartie zeichnet sich durch sehr schmale Scheinwerfer, einen auf das Wesentliche reduzierten Scudetto, große Lufteinlässe und einen imposanten Splitter aus. Die verbreiterten Kotflügel verstärken den Eindruck von Kraft, während das Profil dank der größeren Abmessungen der Giulia gestreckter wirkt als das des ursprünglichen 155.


Am Heck erinnert der riesige, feststehende Spoiler sofort an die Tourenwagen der 1990er Jahre. Eine moderne Lichtsignatur über die gesamte Breite des Fahrzeugs sorgt für einen retrofuturistischen Touch, der im Kontrast zu den historischen Referenzen des Modells steht.

Die weißen OZ-Felgen mit zentraler Befestigung sind wahrscheinlich das von Fans am meisten geschätzte Detail. Sie erinnern sofort an die Alfa Romeos in der DTM und sind ein wichtiger Teil der visuellen Identität des Fahrzeugs.
Der V6 Quadrifoglio immer dabei
Unter der Motorhaube hat SGT Automobili nicht versucht, den legendären V6-Saugmotor des 155 DTM zu reproduzieren. Stattdessen behält der 55-SGT einen der besten Motoren aus der aktuellen Produktion bei: den 2,9-Liter-V6-Biturbo der Giulia Quadrifoglio.

Er leistet mindestens 520 PS und ist weiterhin mit dem 8-Gang-Automatikgetriebe von ZF verbunden. Eine interessante Besonderheit verbindet diesen Motor jedoch mit seinem berühmten Vorfahren: Wie der V6-Motor in der neuesten Entwicklung des 155 DTM hat er eine offene 90-Grad-Architektur.
Die große Neuheit ist die Einführung eines Allradantriebs (wie beim Stelvio Quadrifoglio). SGT Automobili hat sich dafür entschieden, die Effizienz und Traktion, die den Erfolg des 155 V6 Ti auf den europäischen Rennstrecken begünstigt haben, wiederherzustellen. Mit einer Karosserie aus Kohlefaser und einem Gewicht, das potenziell unter dem einer Standard-Giulia Quadrifoglio liegt, lässt diese Konfiguration eine besonders beeindruckende Leistung erwarten.
Sehr begrenzte Auflage und exklusiver Preis
Wie so oft in der Welt der handgefertigten italienischen Kreationen hat Exklusivität ihren Preis. Die Produktion beginnt mit einer Serie von 10 Exemplaren, die als «Opening Edition» bezeichnet wird. Darauf folgen weitere 55 Einheiten, die nach Kundenwunsch personalisiert werden können.


Der angekündigte Preis liegt bei rund 500.000 Euro. Das ist eine Menge Geld, aber die 55-SGT steht in einer Reihe mit anderen italienischen Neo-Retro-Kreationen, die in Kleinstserien hergestellt werden, wie z. B. die Kimera EVO37. Bei diesem Preisniveau suchen die Käufer nicht nur nach Leistung. Sie investieren in ein Sammlerstück, ein handgefertigtes Modell aus Kohlefaser und vor allem in die Emotionen eines Modells, das nur wenige Menschen zu Gesicht bekommen.

Hinter dem Projekt stehen drei italienische Enthusiasten
SGT Automobili hat kürzlich die drei Gründer vorgestellt, die hinter diesem Abenteuer stehen. Das Projekt wird von Stefano Lo Bartolo, einem Turiner Unternehmer aus einer Familie, die seit drei Generationen in der Automobilbranche tätig ist und sich auf die Herstellung von Kohlefaserprodukten spezialisiert hat, vorangetrieben. An seiner Seite war der Designer Emanuele Bomboi, der die Linien des 55-SGT zum Leben erweckte und eine einfache Idee in ein besonders spektakuläres Fahrzeug verwandelte. Die technische Seite wurde Diego Iodice anvertraut, der vom Unternehmen als der Mann beschrieben wird, der mit seinem Fachwissen in der Automobilentwicklung und -technik «das schlagende Herz» des 55-SGT verpflanzt hat. Gemeinsam gelang es ihnen, eine der mutigsten Interpretationen des Alfa Romeo-Erbes der letzten Jahre zu schaffen.

