Horacio Pagani: «Wir haben an einem elektrischen Pagani gearbeitet.»

Während viele renommierte Automobilhersteller ihre Elektroambitionen überdenken, hat Horacio Pagani gerade noch einmal deutlich gemacht, warum seine Marke diesen Schritt noch nicht gewagt hat. Als Gast auf der Bühne von „Ignition“, der von Quattroruote anlässlich seines 70-jährigen Jubiläums organisierten Veranstaltung, erklärte der Gründer von Pagani kam auf ein Projekt zurück, das lange Zeit im Verborgenen geblieben war: die Entwicklung eines elektrischen Hypercars, die parallel zur Utopia vorangetrieben wurde. Und seine Schlussfolgerung ist eindeutig: Die Kunden wollten es schlichtweg nicht.

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Ein elektrischer Pagani, der über mehrere Jahre hinweg entwickelt wurde

Während die Teams von Pagani an der Utopia arbeiteten, entwickelten sie gleichzeitig eine elektrische Version namens 100 %. Horacio Pagani erklärt, dass dieses Projekt enorme Ressourcen in Anspruch genommen habe, sodass es schließlich komplexer wurde als das Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. «Wir haben bis 2022 daran gearbeitet», erklärte er. «Für mich war es ein viel schwierigeres Projekt, und letztendlich haben wir mehr Zeit in das Elektroauto investiert als in das Modell mit Verbrennungsmotor.»

Doch trotz mehrjähriger Entwicklungsarbeit ist das Projekt nie über das Planungsstadium hinausgekommen. Der Grund dafür ist laut dem Gründer der Marke aus San Cesario sul Panaro ganz einfach: Niemand hatte Interesse daran. «Es gab niemanden, der Interesse an dieser Idee gezeigt hat», erklärt er. «Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass sie umgesetzt worden wäre, schon allein, um die getätigten Investitionen wieder hereinzuholen. Wir sind ein zu kleines Unternehmen, um an Projekten zu arbeiten, die nicht verwirklicht werden.»

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Eine Haltung, die sich nicht ändert

Diese jüngste Erklärung kommt nicht völlig überraschend. Bereits vor einem Jahr räumte Pagani ein, dass seine Vertragshändler und Seine Kunden hatten keinerlei Begeisterung für ein elektrisches Hypercar gezeigt.

Seit mehreren Jahren ist die italienische Marke der Ansicht, dass ein solches Fahrzeug zu schwer wäre, um der Pagani-DNA gerecht zu werden. Interne Simulationen ergaben ein Mehrgewicht von mehreren hundert Kilogramm im Vergleich zu einem Modell mit dem AMG-V12-Motor. Der Hersteller setzt daher weiterhin auf seinen 6,0-Liter-V12-Biturbo-Motor, das Aushängeschild der Marke. Für seine Kunden sind Fahrspaß, der Klang und das Fahrgefühl nach wie vor wesentliche Elemente, die ein Elektroantrieb noch immer nur schwer nachbilden kann.

«Zu viel Ideologie rund um die Elektromobilität»

Horacio Pagani hat ebenfalls seine Einschätzung zur Energiewende in der Automobilbranche dargelegt. Seiner Meinung nach ist die Debatte um das Elektroauto zu ideologisch geworden. Er ist der Ansicht, dass der Wille, die vollständige Umstellung auf Elektroantriebe rasch durchzusetzen – insbesondere angesichts der Frist bis 2035 in Europa –, einen Teil der traditionellen Automobilindustrie geschwächt hat. Der Geschäftsführer weist zudem darauf hin, dass die Stromerzeugung in vielen Ländern nach wie vor weitgehend von fossilen Brennstoffen abhängt.

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Dennoch präsentiert sich Pagani nicht als Gegner der Elektromobilität. Er lobte sogar einige bestehende Projekte und nannte dabei insbesondere das elektrische Hypercar von Pininfarina (den Pininfarina Battista), das er als leistungsstark und gelungen bewertet.

Seine Botschaft ist daher differenzierter: Ein elektrischer Pagani ist nicht endgültig ausgeschlossen, muss aber den Erwartungen der Kunden entsprechen und den Geist der Marke bewahren. Bislang ist dies schlichtweg nicht der Fall. In der Zwischenzeit behält der V12 also seinen Platz im Herzen der Pagani-Kreationen, während der italienische Gründer weiterhin eine Vision des Automobils vertritt, bei der die mechanische Faszination ebenso wichtig bleibt wie die Technologie.

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