Er kauft den günstigsten Maserati V8 mit 400 PS auf dem Markt für 9.000 € und merkt schnell, wo der Haken lag.

Eine Maserati GranTurismo Angetrieben von einem V8 – zum Preis eines gebrauchten Kleinwagens? Auf dem Papier ist das kaum zu widerstehen. Doch wenn ein Auto, das neu über 100.000 € kostete, auf unter 9.000 € fällt, drängt sich die Frage auf: Wo ist der Haken? Genau das wollte das Team des YouTube-Kanals TDC herausfinden, indem es einen der günstigsten GranTurismo des Landes kaufte. Und schon auf den ersten Blick geben einige Anzeichen Anlass zur Vorsicht.

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Ein günstiger Maserati … der schon viel mitgemacht hat

Dieser GranTurismo ist mit dem in Zusammenarbeit mit Ferrari entwickelten 4,2-Liter-V8-Saugmotor mit einer Leistung von rund 400 ch ausgestattet, der hier mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe von ZF kombiniert ist. Er weist eine Laufleistung von etwa 61.000 Meilen bzw. 98.000 km auf – eine für einen GT keineswegs ungewöhnliche Laufleistung.

Sein Zustand erklärt jedoch bereits zum Teil seinen Preis. Das Auto war früher mit einer mattschwarzen Folie mit goldenen Akzenten versehen. Als diese entfernt wurde, ging ein Teil des Lacks mit verloren. Das Ergebnis: Die Karosserie ist in einem so schlechten Zustand, dass eine Komplettlackierung in Betracht gezogen werden muss.

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Der Innenraum macht kaum mehr Vertrauen. Klebrige Knöpfe, ein abgenutzter Dachhimmel, ein launischer Fensterheber, eine vom Vorbesitzer nachgerüstete LED-Beleuchtung … Ganz zu schweigen von einer defekten elektronischen Parkbremse und Bremslichtern, die manchmal an bleiben und so die Batterie entladen könnten. Dennoch springt der V8 an und singt noch immer. Das lässt die Hoffnung aufkommen, das Schnäppchen des Jahrhunderts entdeckt zu haben.

Der Experte findet heraus, was sich dahinter verbirgt

Um Gewissheit zu erlangen, wird der GranTurismo einem Spezialisten anvertraut Maserati. Und sobald das Auto auf der Brücke steht, nimmt die Rechnung eine ganz andere Wendung.

Die vordere Aufhängung ist stark korrodiert und muss ersetzt oder repariert werden. Auch die hintere Aufhängung ist stark in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kommen Korrosion an einem hinteren Kotflügel, ein Leck im Kühlsystem der Servolenkung, defekte Silentblöcke an den Dreieckslenkern, die vier Stabilisatorstangen, die ausgetauscht werden müssen, Spiel in der Antriebswelle sowie die Hinterradbremsen, die erneuert werden müssen. Und die Liste geht weiter mit einem völlig abgefahrenen Reifen, Problemen mit den Fensterhebern, einem rissigen Kühlmittelbehälter und mehreren kleineren elektrischen Mängeln. Mit anderen Worten: Nicht eine katastrophale Panne erklärt den Preis dieses Maserati, sondern die Anhäufung kostspieliger Reparaturarbeiten.

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9.000 € Kaufpreis … und möglicherweise 25.000 € Renovierungskosten

Nach der Kalkulation der benötigten Teile steht das Ergebnis fest: rund 14.000 €, ohne Arbeitskosten. Und in diesem Betrag ist die Instandsetzung der Karosserie noch nicht einmal enthalten. Für Letzteres schwanken die Schätzungen zwischen 6.000 und 12.000 €. Insgesamt könnte es also leicht weitere 25.000 € kosten, diesen GranTurismo ordnungsgemäß wieder fahrbereit zu machen. Und das noch ohne eine vollständige Restaurierung des Innenraums und ohne den Rückbau einiger fragwürdiger optischer Modifikationen.

Dieser Maserati für unter 9.000 € war also nicht gerade das Schnäppchen des Jahrhunderts. Aber er ist auch noch nicht reif für die Verschrottung: Sein V8 läuft, das Auto ist noch zu retten und soll nun als Grundlage für ein Restaurierungsprojekt dienen. Der Haken war letztendlich ganz einfach: Einen Maserati für 8.700 € zu kaufen, ist möglich. Ihn wie ein 8.700-€-Auto zu unterhalten, schon viel weniger.

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