Dieser Mechaniker verrät, wie ein Maserati Granturismo V8 mit vielen Kilometern wirklich aussieht: «Wenn etwas kaputt geht...»

Die Maserati GranTurismo ist eines dieser Autos, die zeitlos zu sein scheinen. Mit seinem von Pininfarina entworfenen Design, dem von Ferrari abgeleiteten V8-Motor und seinem legendären Klang weckt er noch lange nach seiner Veröffentlichung Träume. Doch eine Frage taucht immer wieder auf: Wie sieht ein GranTurismo V8 wirklich aus, wenn er anfängt, einen hohen Kilometerstand aufzuweisen? Ein amerikanischer Mechaniker, der sich auf hochwertige Autos spezialisiert hat, wollte genau das zeigen. Er untersuchte einen GranTurismo aus dem Jahr 2009, der fast 60.000 Meilen (ca. 96.000 Kilometer) zurückgelegt hatte.

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Ein Maserati, der trotz der Jahre immer noch beeindruckend ist

Von den ersten Augenblicken an ist die Feststellung eher beruhigend. Trotz ihres Alters und ihrer Laufleistung ist diese Maserati GranTurismo ist nach wie vor in einem sehr guten Zustand. Die Karosserie ist sauber, die Proportionen sind immer noch elegant und das Interieur behält diese sehr italienische Mischung aus Leder, Holz und luxuriösem Ambiente bei.

Der Mechaniker betont sogar, dass es sich um einen seiner Lieblings-Maseratis handelt. Seiner Meinung nach haben die GranTurismo-Modelle einen einzigartigen Charme und vor allem einen außergewöhnlichen Sound, der auf den über 400 PS starken V8-Liter-Saugmotor zurückzuführen ist. Unter der Motorhaube erinnert er auch an ein wichtiges Detail: Dieser Motor teilt einen großen Teil seiner DNA mit Ferrari. Auch wenn er eine Crossplane-Kurbelwelle verwendet, die konventioneller ist als ein flacher Ferrari-V8, bleibt der mechanische Geist sehr eng mit dem von Maranello verbunden.

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Ein Innenraum, der schließlich ziemlich gut altert

Bei fast 100.000 km könnte man einen müden Innenraum erwarten. Dennoch kommt der GranTurismo mit allen Ehren davon. Das camelfarbene Leder ist noch in gutem Zustand, das lederbezogene Armaturenbrett ist schmeichelhaft und das Alcantara des Dachhimmels sieht immer noch gut aus. Die Sitze weisen kaum Abnutzungserscheinungen auf, und das Ganze strahlt immer noch den Charme eines hochwertigen Tourenwagens aus.

Natürlich verraten einige Details die Jahre. Die Lenkradknöpfe beginnen zu verblassen und verschiedene Kunststoffe werden klebrig, ein Problem, das bei vielen Italienern (und nicht nur bei diesen) aus dieser Zeit bekannt ist. Insgesamt macht das Auto aber den Eindruck, als hätte es die Zeit gut überstanden.

Die wahre Panne, die den Besitzer beunruhigte

Die Geschichte beginnt jedoch mit einem großen Schrecken. Der Besitzer hatte einige Spuren von Kühlflüssigkeit bemerkt, bevor eine Warnleuchte auf dem Armaturenbrett aufleuchtete. Da er befürchtete, den Motor zerstört zu haben, beschloss er, das Auto sofort zu dem Spezialisten zu bringen.

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Nach der Inspektion kommt die gute Nachricht schnell: Der V8-Motor war nicht beschädigt. Das Leck kam weder vom Kühler, noch von einem Schlauch, noch vom Thermostat. Der Übeltäter war schließlich viel banaler: der Ausgleichsbehälter für die Kühlflüssigkeit.

Der Mechaniker erklärt, dass dieses Teil eine immer wiederkehrende Schwachstelle bei den Maserati Quattroporte und GranTurismo dieser Generation ist. Durch die Hitze verformen sich die Metalleinsätze schließlich und drücken auf den Kunststoff, der dann unter dem Druck reißt. Das Ergebnis: Nach und nach treten Lecks auf. Und wie so oft bei Maserati wird selbst ein relativ einfaches Teil teuer. Während ein herkömmlicher Ausgleichsbehälter bei einem normalen Auto etwa 50 Euro kosten würde, kann der im Maserati leicht mehrere hundert Euro kosten.

«Wenn etwas kaputt geht, nimm den Preis, den du im Kopf hast, und multipliziere ihn mit vier oder fünf.»

Das wahre Problem von Maserati: die Kosten für Reparaturen

Das ist schließlich der Punkt, den der Mechaniker am meisten betont. Seiner Meinung nach sind diese Autos nicht katastrophal unzuverlässig, aber jede Panne kann schnell sehr teuer werden. Die Skyhook-Stoßdämpfer können mehrere tausend Euro pro Stück kosten, die Bremsen sind ebenfalls sehr teuer und einige Motorreparaturen werden schnell astronomisch.

Warum ist das so? Ganz einfach: Weil ein Großteil der Komponenten von Ferrari abgeleitet ist. Einen Maserati zu einem niedrigen Preis auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu besitzen, bedeutet also nicht, dass seine Wartung erschwinglich ist. Der Mechaniker erzählt sogar von einem Besitzer, der seinen Maserati einer kleinen, nicht spezialisierten Werkstatt anvertraut hatte. Einige Fehler später waren mehrere teure Teile beschädigt, so dass die Werkstatt die Reparaturen nicht mehr bezahlen konnte.

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«Sie sind großartig. Sie haben Stil. Sie geben einem das Bild von jemandem, der Geld hat. Aber es ist besser, wirklich das Geld zu haben, um sie zu unterhalten.»

Letztendlich zeigt diese Inspektion eine ziemlich interessante Realität. Ein Maserati GranTurismo mit fast 100.000 km kann immer noch sehr attraktiv sein, sowohl optisch als auch mechanisch. Der V8 ist bei ernsthafter Wartung robust, und das Auto behält einen seltenen Charme, den nur wenige moderne GTs noch besitzen. Das Video erinnert aber auch an eine offensichtliche Tatsache: Einen gebrauchten Maserati zu einem attraktiven Preis zu kaufen, ist erst der Anfang der Geschichte. Der Unterhalt bleibt der eines Ausnahmewagens, mit Kosten, die oftmals denen eines Ferraris nahe kommen.

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