
Riccardo Errani und die Lancia Delta, Das ist eine alte Geschichte, denn dieser Rallyefahrer, der 1982 auf einem Autobianchi A112 Abarth debütierte, bestritt bereits ab 1986 Rennen im Lancia Delta HF Turbo! Vierzig Jahre später fährt der Italiener immer noch bei historischen Rallyes mit dem legendären Delta und nahm 2025 an der Targa Florio Historique in einem HF Integrale 16V teil!
Zwar fuhr der Rennfahrer über vier Jahrzehnte hinweg auch einen Ford Escort, Skoda Octavia, Subaru Impreza oder sogar im Ford Mustang, doch der italienische Bolide bleibt das Lieblingsauto des Gründers des Errani-Teams mit Sitz in Faenza (der Stadt von Minardi!) in der Emilia-Romagna.
Ein erstes ERR20-Bergrennen
Im Jahr 2006 feierte er das 20-jährige Jubiläum seiner Zusammenarbeit mit Lancia, die 1986 mit einem kühnen persönlichen Projekt begann: dem ERRE20! «ERRE» steht für die italienische Aussprache des Buchstabens R (Riccardo/Racing/Errani) und «20» für dieses Jubiläum sowie für die geplante limitierte Serie von zwanzig Fahrzeugen.

Der erste ERRE20 war nicht der orangefarbene Safari, von dem wir heute sprechen. Das Projekt begann mit einem “Delta Proto” für Bergrennen, der ein äußerst spektakuläres Erscheinungsbild hatte und sowohl optisch als auch mechanisch grundlegend überarbeitet worden war. Er war mit einem Motor ausgestattet, der mehr als 500 ch leistete. Das Ziel war sowohl sportlicher als auch werbetechnischer Natur: den Delta wieder ins Rampenlicht zu rücken, nachdem sich Lancia schon lange aus dem Rennsport zurückgezogen hatte. Der mediale Erfolg stellte sich sofort ein, und das Projekt entwickelte sich rasch zu einer regelrechten ERRE20-Fahrzeugfamilie. Erranis Idee war recht ungewöhnlich: die legendäre Silhouette des Delta als Grundlage zu nutzen, um mit verschiedenen Konzepten zu experimentieren.
Der Delta in allen Varianten
Eine Rallye-Version, eine Drift-Version mit Hinterradantrieb, eine Berg-/Slalom-Version, eine straßenzugelassene Version, eine Extremversion mit über 500 ch, ein Cabriolet, eine Limousine, eine behindertengerechte Version und schließlich der berühmte, hochgelegte Safari. Je nach Verwendungszweck wurden für einige Versionen Leistungen zwischen 300 und 580 ch angegeben.

In offiziellen Verlautbarungen war von einer Serie von 20 Fahrzeugen die Rede, darunter etwa 5 Rennversionen und etwa 15 für den Straßenverkehr zugelassene Versionen. Einige Varianten blieben bloße Ideen, und es ist heute schwer zu sagen, wie viele tatsächlich gebaut wurden. Die Archive sind lückenhaft, und mehrere Exemplare scheinen im Laufe ihres Bestehens mehrfach umgebaut worden zu sein. Eines ist sicher: Das Design polarisiert!
Der Safari: die Vollendung des Konzepts
Ähnlich wie der Restomod „Amos Safarista“, der einige Jahre später auf den Markt kam, greift der Delta Safari die Idee eines Delta auf, der an einer hypothetischen Rallye Paris–Dakar oder einer modernen Safari-Rallye teilgenommen hätte – ähnlich wie der 205 T16, der nach dem Ende der Gruppe B im Raid wieder zum Einsatz kam: stark erhöhte Federung, Geländereifen und enorme Federwege, verbreiterte Karosserie, imposanter Heckflügel und ein Motor, der einigen Quellen zufolge rund 500 ch leisten soll. Bei diesem Motor handelt es sich um einen 3-Liter-Motor mit 500 ch und einem Drehmoment von 545 Nm bei 3000 U/min. Das Auto ist auf 200 km/h gedrosselt, beschleunigt aber in 5,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h!


Das ist natürlich genau die Art von Fahrzeug, über die viel geschrieben wird – von denen, die diese Kühnheit lieben, bis hin zu denen, die darin Blasphemie sehen. Manche glauben, dass der Delta grundlegend umgebaut wurde, während andere vermuten, dass unter der Delta-Karosserie ein Rohrrahmen oder Teile eines echten Geländewagens zum Einsatz kommen. Es gibt derzeit keine öffentlich zugänglichen technischen Unterlagen, die eine endgültige Klärung ermöglichen. In gewisser Weise ist der ERRE20 weniger ein Auto als vielmehr eine etwas verrückte Liebeserklärung an den Delta und die Welt des italienischen Rallyesports.
