Der neue Lamborghini-SUV ist 146 ch stärker als sein Vorgänger, beschleunigt aber genauso schnell von 0 auf 100 km/h.

Lange Zeit schien das Rezept bei Lamborghini : Mehr Leistung bedeutete automatisch eine bessere Performance. Doch der neue Urus SE Performante widerlegt diese Logik. Mit 812 ch leistet er 146 ch mehr als der bisherige Urus Performante, erreicht dabei aber genau dieselbe Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 3,3 Sekunden. Ein Paradoxon, das die Entwicklung der Super-SUVs im Jahr 2026 perfekt auf den Punkt bringt.

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Leistungsstärker denn je, aber beim Start nicht schneller

Der Präzedenzfall Urus Leistungsstark, der 2022 auf den Markt kam, leistete dank seines 4,0-Liter-V8-Biturbo-Motors bereits 666 ch und 850 Nm. Mit 2.150 kg war er für seine Klasse relativ leicht, beschleunigte in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h.*

Der neue Urus SE Performante verfolgt eine völlig neue Philosophie. Sein V8-Motor wird nun mit einem Elektromotor und einer 25,9-kWh-Batterie kombiniert. Das Ergebnis: Die Gesamtleistung steigt auf 812 ch und das Drehmoment erreicht 1.000 Nm. Auf dem Papier ist der Zuwachs spektakulär: +146 ch und +150 Nm.

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Doch trotz dieser zusätzlichen Leistung ändert sich die Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h nicht um eine Zehntelsekunde.

Das Gewicht – der Feind Nummer eins

Die Erklärung liegt vor allem auf der Waage. Der alte Urus Performante wog etwa 2.150 kg. Der neue Urus SE Performante erreicht trotz umfangreicher Verwendung von Carbon 2.473 kg. Die Motorhaube, die Kotflügel, die Stoßfänger, der Diffusor sowie mehrere aerodynamische Elemente sind aus Carbon gefertigt, um die durch die Hybridisierung bedingte Gewichtszunahme in Grenzen zu halten. Lamborghini hat zudem eine Akrapovič-Auspuffanlage aus Titan verbaut, wodurch etwa zehn Kilogramm eingespart werden können.

Dennoch sorgen die Batterie und das Hybridsystem für ein um mehr als 300 kg höheres Gewicht im Vergleich zum Vorgängermodell. Die zusätzlichen 146 PS dienen daher zum Teil dazu, dieses Mehrgewicht auszugleichen.

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Wo der Abstand beeindruckend wird

Zwar bleibt die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h unverändert, doch das neue Modell holt auf, sobald die Geschwindigkeit steigt. Der alte Urus Performante benötigte 11,5 Sekunden, um 200 km/h zu erreichen. Der neue Urus SE Performante schafft dies in 10,8 Sekunden. Auch seine Höchstgeschwindigkeit steigt von 305 auf 312 km/h.

Auch das Leistungsgewicht verbessert sich von 3,22 kg/PS auf nur noch 3,04 kg/PS. Mit anderen Worten: Die Hybridisierung verändert den Urus beim Anfahren nicht, ermöglicht ihm aber, nach dem Anfahren deutlich stärker zu beschleunigen.

Ein SUV, der jetzt noch technologischer ist

Lamborghini hat sich nicht damit begnügt, einen Elektromotor einzubauen. Der Hersteller hat außerdem ein neues AURA-Luftfederungssystem sowie einen dynamischen 6D-Sensor entwickelt, der die Fahrzeugbewegungen in Echtzeit analysieren kann und mit einem vorausschauenden Bremssystem ausgestattet ist. Dadurch verspricht die Marke eine Reduzierung der Wankneigung um 55 % und eine Verbesserung des Ansprechverhaltens des Fahrzeugs im Vergleich zum bisherigen Urus Performante. Zudem gibt es nun einen neuen Rallye-Modus für weichen Untergrund.

Letztendlich verdeutlicht der neue Urus SE Performante perfekt die Entwicklung moderner Super-SUVs. Er ist schwerer, komplexer und deutlich leistungsstärker – bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gewinnt er zwar nichts dazu, wird aber in allen anderen Bereichen schneller. Das zeigt vielleicht, dass im Jahr 2026 das PS-Rennen nicht mehr der einzige Leistungsindikator ist – und das gilt nicht nur für SUVs. Light is right!

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