
Eine Lamborghini Miura ist ein Traum, der für die überwiegende Mehrheit der Fans mittlerweile unerreichbar ist. Warum also nicht selbst einen bauen? Genau dieses etwas verrückte Projekt hat Raphael in Angriff genommen, ein Brite, der bereits Erfahrung mit handgefertigten Nachbildungen legendärer Autos hat. In einem neuen Video gewährt uns der YouTuber Ratarossa einen Einblick in seine Garage.
Man muss sagen, dass die Ausgangslage kaum Alternativen lässt. Der Lamborghini Miura, von dem zwischen 1966 und 1973 nur etwas mehr als 760 Exemplare produziert wurden, erzielt heute auf dem Oldtimermarkt regelmäßig Preise von über zwei Millionen Euro. Raphael hat sich daher für einen anderen Weg entschieden: die Silhouette der italienischen Legende mit weitaus bescheideneren Mitteln nachzubilden.

Eine Miura-Karosserie und ein selbstgebautes Fahrgestell
Das Abenteuer hat schon eine gewisse Geschichte. Raphael hat seine Karosserie aus Glasfaser im Jahr 2020 gekauft. Zunächst hatte er vor, einen alten Lotus zu verwenden, dann baute er ein Fahrgestell, das für einen Volkswagen VR6 vorgesehen war. Es wurde sogar ein Porsche Boxster gekauft und zerlegt, bevor er feststellte, dass dessen Abmessungen den Umbau viel zu kompliziert machten.

Vierter Versuch also: den Bau eines komplett aus Rohrrahmen bestehenden Fahrgestells. Bei der Konstruktion ließ sich Raphael von einer weiteren Ikone inspirieren, die er gut kennt, da er bereits eine Nachbildung davon gebaut hat: dem Ford GT40. Das Ergebnis ist vollständig handgefertigt und ermöglicht es vor allem, die Mechanik an die Karosserie anzupassen und nicht umgekehrt. Eine Methode, die an ein anderes Projekt von Ratarossa erinnert, das wir Ihnen bereits vorgestellt hatten: dieses Ferrari-F40-Nachbau, der für rund 90.000 Euro gebaut wurde, was verdeutlichte, warum die originalgetreue Nachbildung eines italienischen Supersportwagens schnell extrem kostspielig werden kann.



Ein Volkswagen V6 anstelle des legendären V12
Hinten braucht man gar nicht erst nach dem V12 zu suchen Lamborghini. Raphael hat sich für einen Volkswagen-V6 entschieden, der mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe aus einem Porsche Boxster kombiniert ist. Das Aggregat dürfte eine Leistung von etwa 200 bis 220 ch entwickeln. Eine eher bescheidene Leistung, die jedoch für ein Auto ausreicht, dessen Endgewicht bei etwa einer Tonne oder sogar 1.100 kg liegen dürfte.


Das Ziel ist es übrigens nicht, die genauen Fahrleistungen eines Miura nachzubilden, sondern ein Auto zu bauen, das Spaß macht und über eine modernere Technik verfügt. Und die Liste der umfunktionierten Teile ist damit noch lange nicht erschöpft. Man findet unter anderem Teile aus alten Fiats, eine Lenksäule aus einem MGB, Scheinwerferkomponenten aus einem Mazda MX-5 sowie Fahrwerks- und Bremskomponenten aus einem Ford Granada. Die Windschutzscheibe hingegen ist tatsächlich für einen Miura bestimmt und würde allein etwa 1.500 Pfund kosten.

Weniger als 35.000 Euro?
Bleibt die große Frage: Wie viel wird dieser handgefertigte Miura kosten? Ratarossa nennt nacheinander 100.000, 50.000 und schließlich weniger als 35.000 Euro. Raphael nennt noch keinen endgültigen Betrag, erklärt jedoch, dass die eigentliche finanzielle Herausforderung im Innenraum liegen wird, wenn das Ziel darin besteht, diesen originalgetreu nachzubilden.
Seine Priorität ist es daher, die Mechanik fertigzustellen und das Auto fahrbereit zu machen, bevor er den Innenraum verfeinert. Die Nachbildung soll schließlich eine schwarze Lackierung erhalten, ergänzt durch goldene Felgen und Seitenschweller. Das erklärte Ziel ist nun, dass das Auto bis Weihnachten 2026 fahrbereit ist. Fortsetzung folgt…
