
Wenn man an Jeremy Clarkson denkt, stellt man sich eher einen mehrere hunderttausend Euro teuren Supersportwagen oder einen riesigen britischen SUV vor als einen kleinen Fiat grün und pistazienfarben. Doch in den letzten Wochen war es tatsächlich ein Fiat Grande Panda Hybrid, der den ehemaligen Moderator von Top Gear und The Grand Tour auf den Straßen Großbritanniens begleitete.
Und wider Erwarten schaffte das schräg aussehende Stadtauto das, woran selbst einige prestigeträchtige Autos scheitern: Jeremy Clarkson zu verführen.
Ein Fiat und ein Aston Martin für eine Million Euro
In seiner Kolumne in der Sunday Times berichtet Jeremy Clarkson, dass er gleichzeitig zwei radikal gegensätzliche Autos zur Probefahrt hatte. Auf der einen Seite ein Aston Martin Valhalla mit 1.000 PS und einem Wert von etwa einer Million Pfund Sterling. Auf der anderen Seite stand ein pistazienfarbener Fiat Grande Panda Hybrid.
Aus Spaß veröffentlichte er sogar ein Foto der beiden Autos auf Instagram und erklärte, dass das eine Auto viel häufiger benutzt wurde als das andere. Und entgegen jeder Logik war es nicht das britische Hypercar. Der Grund dafür ist einfach: Jeremy Clarkson verbringt derzeit viel Zeit damit, quer durch das Land zu reisen, um sich mit Tierärzten, Wissenschaftlern, Landwirten, Politikern und verschiedenen Persönlichkeiten im Rahmen der Erforschung der Rindertuberkulose zu treffen. Diese Reisen werden mit einem kompletten Filmteam durchgeführt. Vier Erwachsene, eine professionelle Kamera, Mikrofone, Batterien, Kabel und alles andere, was für eine Fernsehproduktion benötigt wird, in einem Aston Martin Valhalla zu transportieren, ist alles andere als einfach.
Der Grande Panda überrascht mit seinem Raumangebot
Eine der größten Überraschungen von Clarkson betrifft eben den Platz an Bord. Der ursprüngliche Fiat Panda war für seine kompakten Abmessungen und sein geringes Gewicht bekannt. Die neue Generation, die in Grande Panda umbenannt wurde, ändert das komplett. Laut dem britischen Journalisten konnte sein gesamtes Filmteam problemlos an Bord gehen und hatte genügend Platz für die Ausrüstung.

Auch der Kofferraum überraschte ihn mit seinem Volumen, trotz der relativ hohen Ladekante. Diese Vielseitigkeit ließ die Kritik seines Teams schnell verstummen, das lieber in seinem Range Rover gereist wäre.
Italienisches Design, das niemanden gleichgültig lässt
Jeremy Clarkson widmet einen großen Teil seines Essays auch dem Stil des Fiat. Er schätzt vor allem die originellen Details, die den Fiat Grande Panda von vielen aktuellen Modellen. Dazu gehören ein Handschuhfach, das von einer Brotbox inspiriert ist, Materialien, die Bambus enthalten, sowie die Verwendung von Bauteilen, die aus recycelten Getränkekartons hergestellt werden.


Der britische Journalist weist auch auf ein besonders gelungenes historisches Augenzwinkern hin: Die digitale Instrumentierung nimmt eine Form an, die an die berühmte Teststrecke erinnert, die auf dem Dach des Fiat Lingotto-Werks in Turin installiert war. Für Jeremy Clarkson ist diese visuelle Persönlichkeit ein frischer Wind in der Automobilindustrie, in der sich viele Modelle letztendlich ähneln. Er vergleicht diesen Ansatz übrigens mit dem des neuen Renault 5, den er ebenfalls für ein gelungenes Beispiel für modernes Autodesign hält.

Ein leidenschaftsloser Motor, aber ein überzeugender Verbrauch
Dennoch ist nicht alles perfekt. Jeremy Clarkson gibt zu, dass der 1,2-Liter-Hybridmotor mit drei Zylindern nicht besonders aufregend ist. Er vermisst die Zeiten der kleineren, demonstrativeren italienischen Motoren und meint, dass Überholmanöver manchmal etwas Geduld erfordern.
Er lobt jedoch den allgemeinen Komfort des Autos und seine Sparsamkeit. Der angegebene Verbrauch erscheint ihm glaubwürdig und er merkt an, dass die Tankanzeige bei langen Fahrten nur sehr langsam sinkt. Er erwähnt auch eine technische Kuriosität der Elektroversion: das integrierte einziehbare Ladekabel, eine Lösung, die er humorvoll mit den Staubsaugern der 1980er Jahre vergleicht.
Der Preis, der alles verändert
Letztendlich war es jedoch die Preisgestaltung, die Clarkson am meisten beeindruckte. Er und sein Team schätzten, dass der Grande Panda Hybrid um die 30.000 £ kosten sollte, ein Preis, der ihm angesichts seiner Leistungen bereits angemessen erschienen wäre.
Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Die Hybridversion beginnt in Großbritannien bei 18.995 £ (ca. 22.000 €), während das von Clarkson getestete Spitzenmodell nur 21.995 £ (ca. 24.500 €) kostet. Genau dieser Preis war der Auslöser für den Satz, der zum Titel seiner Kolumne wurde. Er erzählt, dass sich viele Passanten über ihn lustig machten, als sie ihn in einem pistazienfarbenen Fiat Grande Panda Hybrid sahen. Als er ihnen jedoch den Preis verriet, verstummte das Gelächter sofort. Einige fragten ihn sogar, wo sie einen solchen Panda kaufen könnten, vielleicht in einer anderen Farbe.
Ein Fiat, der Jeremy Clarkson erobert hat
Das Fazit des Tests ist eindeutig. Jeremy Clarkson ist der Meinung, dass der Fiat Grande Panda ein liebenswertes, komfortables, wirtschaftliches und ausreichend originelles Auto ist, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Noch überraschender ist, dass er es geschafft hat, ein Filmteam zu begeistern, obwohl es nach seinen eigenen Worten daran gewöhnt ist, sich für nichts begeistern zu lassen. Für einen Autojournalisten, der seine Karriere damit verbracht hat, die schnellsten, exklusivsten und extravagantesten Autos der Welt zu testen, ist die Tatsache, dass ein einfacher Fiat Grande Panda so viel Lob erhält, wohl eines der schönsten Komplimente, die sich das neue italienische Modell erhoffen konnte.
Den vollständigen Test, Jeremy Clarksons vollständige Anekdoten und alle seine Eindrücke vom Fiat Grande Panda finden Sie unter die von der Sunday Times veröffentlichte Originalversion.