Jeremy Clarkson war vom Fiat Grande Panda begeistert, aber James May fragt sich, ob es sich «wirklich um einen Panda» handelt

Nach Jeremy Clarkson und sein pistaziengrüner Fiat Grande Panda, nun ist James May an der Reihe, sich hinter das Steuer des neuen italienischen Stadtwagens zu setzen. Der ehemalige Moderator von Top Gear und The Grand Tour kennt den Panda besonders gut: Er besitzt einen und ist bereits die drei vorherigen Modellgenerationen gefahren. Man kann also sagen, dass dieser Fiat Grande Panda Das Gelb «Lemon» hat ein schweres Erbe zu tragen. Und im Gegensatz zu Clarkson, der von dem Neuzugang begeistert ist, geht James May nach seiner Testfahrt mit deutlich gemischteren Gefühlen aus der Probefahrt hervor.

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«Ist das wirklich ein Panda?»

Schon in den ersten Minuten erkennt James May die Vorzüge eines modernen Autos. Die Scheibenwischer funktionieren einwandfrei, die Klimaanlage befreit die Windschutzscheibe schnell vom Beschlag, der Verbrauch bleibt im Rahmen und die Elektronik sorgt für die Sicherheit der Insassen. Seiner Meinung nach erfüllt der Fiat Grande Panda bereits «90 % dessen, was jeder vernünftige Mensch von einem Neuwagen erwarten kann». Das Problem liegt woanders: Ist das überhaupt noch ein Panda?

James May findet das Auto imposant und massiv für ein Modell, dessen Name historisch mit einem kleinen, einfachen und leichten Auto verbunden ist. Er erkennt jedoch die zahlreichen Anspielungen auf den ursprünglichen Panda: die kantige Silhouette, den in die Karosserie eingeprägten Schriftzug „Panda“, die Felgen im Originaldesign sowie die Bezüge zum Lingotto-Werk in den Scheinwerfern und der Instrumentierung.

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Im Innenraum fallen ihm außerdem die Materialien aus recycelten Getränkekartons sowie der «Bambox» auf, der 33 % Naturfasern aus Bambus enthält. Doch nachdem er immer mehr Anspielungen und stilistische Details aufgezählt hat, lässt James May schließlich eine kleine Spitze fallen: Dieser Fiat kommt ihm fast … «französisch» vor.

Ein angenehmes Auto … aber ohne Charakter

Am Steuer des Grande Panda Hybrid mit 1,2-Liter-Dreizylinder-Motor und rund 110 PS bemängelt May eine etwas harte Federung und vor allem eine Lenkung, die er als besonders träge empfindet. Er schätzt hingegen einige sehr einfache Lösungen, wie beispielsweise die Temperatureinstellung, die direkt von 17 auf 18 Grad springt, ohne diese halben Grad, die er für unnötig hält.

Was ihm jedoch wirklich fehlt, ist der Charakter seiner früheren Pandas. Sein eigenes Auto mit seinen 75 PS und dem Fünfgang-Schaltgetriebe muss seiner Meinung nach gefahren, ausgereizt und auf Hochtouren gehalten werden. Der Grande Panda hingegen ist einfach nur komfortabel. Für May ist «der Panda ruhiger geworden».
Die Einschätzung fällt sogar ziemlich hart aus, wenn er das Auto mit Haushaltsgeräten vergleicht: Nachdem er sich mehr als dreißig Jahre lang mit Autos beschäftigt hat, erklärt er, diesen Vergleich stets abgelehnt zu haben … bevor er zugibt, dass gerade dieser Grande Panda bei ihm genau diesen Eindruck hinterlässt. Nichts gefällt ihm wirklich nicht, aber nichts weckt auch besondere Emotionen.

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Clarkson begeistert, James May weit weniger

Genau das macht die Meinungen der beiden ehemaligen Komplizen letztendlich besonders interessant. Clarkson war von der Geräumigkeit, dem Komfort, der Originalität und vor allem vom Preis-Leistungs-Verhältnis seines pistazienfarbenen Grande Panda überrascht. James May hingegen erkennt zwar alle objektiven Qualitäten des Modells an, bedauert jedoch das Verschwinden des rebellischen und urwüchsigen Charakters der alten Panda-Modelle.

Letztendlich widerlegt er jedoch seine eigene Argumentation. Für jemanden, der sich nicht für Autos begeistert und einfach nur ein praktisches Fahrzeug sucht, wäre der Grande Panda seiner Meinung nach «eine wunderbare Sache»: Er erfüllt alle Anforderungen, und das tut er gut. Nur ist es so: James May liebt Autos. Und dieser gelbe Fiat, so kompetent er auch sein mag, vermittelt ihm nicht diesen berühmten «Fizz» (das Prickeln), diesen kleinen Funken, den er gesucht hat. Seine Schlussfolgerung lässt sich letztlich in wenigen Worten zusammenfassen: Er bleibt völlig unbeeindruckt.

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