Diese Stellantis-Fabrik hat in drei Monaten nur 2916 Autos produziert... die Regierung offen für chinesische Partner, um sie zu retten

Die Szene, die Carlos Tavares vor einigen Monaten beschrieb, war alles andere als harmlos. Sie glich fast einem Industriedrama, mit stillstehenden Fabriken, sozialen Spannungen und dem Hintergrund, dass chinesische Investoren bereit waren, europäische Standorte in Schwierigkeiten zu übernehmen. Doch heute scheint dieses Szenario allmählich Gestalt anzunehmen... und Italien könnte der erste Schauplatz sein.

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Cassino als Symbol einer schrumpfenden Industrie

Die Fabrik in Cassino, das Herzstück der italienischen Industrieanlage von Stellantis, ist heute das auffälligste Beispiel für diese Fehlentwicklung. Im ersten Quartal 2026 produzierte der Standort nur 2.916 Fahrzeuge. Eine extrem niedrige Zahl, die eine weitaus besorgniserregendere Realität widerspiegelt: nur 16 Produktionstage in drei Monaten.

Dieser drastische Rückgang, der auf -37 % im Jahresvergleich geschätzt wird, bestätigt diesen die bereits seit einigen Monaten zu beobachten waren. Das Werk, in dem unter anderem die Alfa Romeo Giulia, Stelvio und der Maserati Grecale montiert werden, läuft nun fast nur noch in Zeitlupe und mit Unterbrechungen. Zwischen längeren Stillständen, unsicheren Neustarts und fehlender Übersicht ist Cassino zum Symbol einer sich dauerhaft festsetzenden Industriekrise geworden.

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Der Hauptgrund für diese Situation liegt in der von Stellantis eingeleiteten strategischen Überarbeitung. Ursprünglich waren die 100 % Elektromodelle auf der STLA Large-Plattform geplant, doch die zukünftige Generation von Giulia und Stelvio wurde neu konzipiert, um Hybridantriebe zu integrieren. Eine notwendige strategische Wende, die jedoch mechanisch zu Verzögerungen führt und die aktuelle Produktion desorganisiert.

Entscheidendes Treffen zwischen Stellantis und der italienischen Regierung

In diesem Zusammenhang bereitet sich ein entscheidendes Treffen vor. Der CEO von Antonio Filosa soll Anfang Mai mit der italienischen Regierung zusammentreffen, einige Wochen vor der für den 21. Mai geplanten Vorstellung des Industrieplans des Konzerns. Das Ziel dieses Treffens ist klar: die Zukunft der Automobilproduktion in Italien und insbesondere das Schicksal der schwächsten Standorte wie Cassino zu erörtern. Offiziell geht es nicht darum, den Plan vorab zu enthüllen. Hinter den Kulissen werden die Gespräche jedoch entscheidend sein.

Denn abgesehen von den Ankündigungen steht ein ganzes Gleichgewicht auf dem Spiel. Stellantis muss eine starke industrielle Präsenz in Italien aufrechterhalten und sich gleichzeitig mit einer zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Realität auseinandersetzen. Geringe Stückzahlen, ein kostspieliger Energiewandel, verschärfter Wettbewerb - all diese Faktoren schwächen die historischen Werke der Gruppe.

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Der Schatten der chinesischen Partner liegt auf Europa

In diesem Klima kommt eine Idee wieder auf, die noch vor einigen Jahren undenkbar erschienen wäre: die Öffnung der europäischen Werke für chinesische Partner. Zu den Namen, die im Gespräch sind, gehören Dongfeng Motor, der historische Partner von Stellantis, aber auch Leapmotor, der bereits in die europäische Strategie des Konzerns eingebunden ist.

Die Hypothese ist nicht mehr marginal. Sie ist nun Teil einer bewussten industriellen Logik: Produktionskapazitäten teilen, die Auslastung der Fabriken verbessern und politisch heikle Schließungen vermeiden. Die italienische Regierung selbst verschließt die Tür nicht mehr. Industrieminister Adolfo Urso erklärte kürzlich, er sei offen für ausländische Investoren, die bereit seien, Arbeitsplätze und Produktion zu unterstützen. Ein starkes Signal, das zeigt, dass Rom bereit ist, alternative Lösungen zu erkunden, um einen industriellen Zusammenbruch zu verhindern.

Eine Prophezeiung nimmt Gestalt an

Es ist schwer, nicht neu zu denken über Carlos Tavares. Der ehemalige Manager hatte gewarnt, dass Europa durch eine zu starre Stromumstellung seine Industrie so weit schwächen könnte, dass sie für chinesische Akteure anfällig würde. Seiner Meinung nach war das Szenario fast schon im Voraus geschrieben: Fabriken in Schwierigkeiten, soziale Spannungen und dann das Auftauchen chinesischer Investoren, die anboten, die Standorte für einen symbolischen Betrag zu übernehmen, im Austausch für die Erhaltung der Arbeitsplätze.

Heute ist Cassino noch nicht an diesem Punkt angelangt. Aber die Dynamik ist beunruhigend. Eine Produktion im freien Fall, ein nicht ausgelasteter Standort, Gespräche mit chinesischen Partnern und eine Regierung, die bereit ist, sich für diese Lösungen zu öffnen - alle Elemente beginnen, sich aufeinander abzustimmen.

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Italien vor einer strategischen Entscheidung

Es bleibt nun abzuwarten, welche Richtung Stellantis in seinem Industrieplan vom 21. Mai einschlagen wird. Im Gegensatz zu Frankreich, wo einigen Werken wie Poissy bereits eine Umstellung zugesagt wurde, könnte in Italien die Automobilproduktion an allen Standorten beibehalten werden.

Aber zu welchem Preis? Und mit welchen Partnern? Der Fall Cassino ist ein gutes Beispiel für dieses Dilemma. Den Betrieb ohne ausreichendes Volumen aufrechtzuerhalten, ist nicht tragbar. Die Schließung des Standorts wäre politisch brisant. Es bleibt also ein dritter Weg: das industrielle Modell neu zu erfinden, selbst wenn man sich dabei auf externe Akteure stützen muss.

In dieser Gleichung erscheinen die chinesischen Konzerne immer mehr als glaubwürdige, ja unumgängliche Partner. Und wenn der Stellantis-Plan diese Richtung bestätigt, dann könnte die Vorhersage von Carlos Tavares von einer Warnung zur industriellen Realität werden.

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2 bewertungen auf "Cette usine Stellantis n’a produit que 2916 voitures en trois mois… le gouvernement ouvert à des partenaires chinois pour la sauver"

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