Dieser Bericht zeigt, warum Stellantis, Volkswagen und die anderen europäischen Hersteller den Kampf gegen China verlieren: von 0,9 auf 7 Millionen Autos in 6 Jahren

Jahrzehntelang dominierten die europäischen Automobilhersteller die weltweite Automobilindustrie dank ihres technischen Know-hows, ihrer renommierten Marken und ihrer Innovationskraft. Heute wird dieses Modell in Frage gestellt. Laut einer aktuellen Studie der italienischen Zentralbank hat die Krise, die Stellantis, Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW oder auch Renault ist keineswegs nur eine konjunkturelle Abschwächung: Sie spiegelt einen tiefgreifenden Wandel in der weltweiten Automobilindustrie zugunsten Chinas wider.

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Ein Europa, das nie wieder zu seinem Rhythmus aus der Zeit vor der Corona-Pandemie zurückgefunden hat

Die erste Feststellung ist unmissverständlich. Während der chinesische Markt sein Niveau aus der Zeit vor der Pandemie bereits wieder überschritten hat, bleibt Europa dauerhaft im Rückstand. Im Jahr 2025 liegen die Zulassungen in der Europäischen Union immer noch um 17 % unter denen von 2019. Selbst die USA, die ebenfalls von der Krise betroffen sind, beschränken ihren Rückgang auf 4 %.

Autoverkäufe in Europa und Gewinne der Automobilhersteller seit 2017

Woher kommt dieser große Unterschied? Die Autopreise sind nach der Pandemie aufgrund von Lieferengpässen, Energiekosten und neuen Vorschriften stark gestiegen. Die Hersteller haben nach und nach die Einstiegsmodelle aus dem Programm genommen und konzentrieren sich nun auf rentablere Fahrzeuge, häufig SUVs oder teurere Elektrofahrzeuge. Die Folge: Für einen Teil der europäischen Verbraucher ist der Kauf eines Neuwagens deutlich schwieriger geworden.

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China erntet nun die Früchte einer zwanzig Jahre alten Strategie

Im Gegensatz zu Europa hat China seine Energiewende nicht aus dem Stegreif vollzogen. Peking begann bereits Anfang der 2000er Jahre, massiv in diesen Sektor zu investieren, lange bevor Elektrofahrzeuge weltweit zu einer Priorität wurden. Der Staat hat die gesamte Branche durch zinsgünstige Darlehen, vergünstigte Grundstücke, kostengünstige Energie und umfangreiche Investitionen in Batterien unterstützt.

Pkw-Absatz in China nach Antriebsart

Die Ergebnisse sind spektakulär. Die Verkaufszahlen von Elektroautos sind von rund 1,3 Millionen Einheiten im Jahr 2020 auf fast 14 Millionen im Jahr 2025 gestiegen. Mittlerweile ist jedes zweite in China verkaufte Neufahrzeug ein Elektroauto, und das Land macht fast zwei Drittel des weltweiten Absatzes von Elektrofahrzeugen aus.

Der entscheidende Vorteil: die Batterien … und die Kosten

Die wahre Stärke der chinesischen Hersteller liegt nicht allein in den staatlichen Subventionen. Sie beruht vielmehr auf ihrer Beherrschung der gesamten Batterieproduktionskette, von den Rohstoffen bis zur Endmontage. Diese vertikale Integration ermöglicht es ihnen, Batterien bis zu 45 % günstiger zu produzieren als ihre europäischen Konkurrenten. Batterien machen jedoch etwa 40 % des Wertes eines Elektroautos aus. Selbst die europäischen Zölle reichen nicht aus, um einen solchen Wettbewerbsnachteil auszugleichen. Hinzu kommt ein weiterer strategischer Vorteil: Die chinesischen Hersteller haben bei der Entwicklung der Bordsoftware einen Vorsprung von etwa zwei bis drei Jahren. In einer Zeit, in der Fahrzeuge zu regelrechten Computern auf Rädern werden, wiegt dieser technologische Rückstand für die westlichen Hersteller schwer.

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Stellantis, Volkswagen, Renault und die anderen sitzen in der Falle

Für die großen europäischen Konzerne ist die Herausforderung enorm, da sie mehrere Kämpfe gleichzeitig führen müssen.

Sie müssen die Entwicklung neuer Elektroplattformen finanzieren und gleichzeitig ihre Verbrennungsmotoren weiterhin rentabel betreiben. Zudem sind sie gezwungen, gleichzeitig Benzin-, Diesel-, Hybrid- und Elektrofahrzeugmodelle im Angebot zu behalten, um den sehr unterschiedlichen Erwartungen der weltweiten Märkte gerecht zu werden. Schließlich müssen sie massiv in Software investieren – ein Bereich, in dem sie bereits mehrere Jahre im Rückstand sind.

Nach Ansicht der Ökonomen der Banca d’Italia ist es bislang keinem europäischen Hersteller gelungen, diese drei Herausforderungen gleichzeitig zu bewältigen. Diese Strategie des schrittweisen Übergangs hat es den europäischen Konzernen zwar ermöglicht, ihre Margen in den letzten Jahren zu sichern, doch haben sie dadurch auch in den erschwinglichsten Segmenten an Boden verloren, die rasch von chinesischen Marken besetzt wurden.

Allianzen, die unverzichtbar geworden sind

Angesichts dieser Situation haben sich mehrere europäische Automobilhersteller dafür entschieden, mit chinesischen Konzernen zusammenzuarbeiten, anstatt sich ihnen allein zu stellen. Volkswagen hat sein Joint Venture mit SAIC bis 2040 verlängert. Stellantis hat sich an Leapmotor beteiligt, um seine Elektrooffensive voranzutreiben, und arbeitet zudem mit Dongfeng zusammen. Renault seinerseits ist eine Partnerschaft mit Geely eingegangen. Diese Allianzen zeugen von einer neuen Realität: Europa sucht nun in China nach einem Teil der Technologien, die früher seine Stärke ausmachten.

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Die Weltkarte verändert sich gerade

Der Umbruch zeigt sich auch im internationalen Handel. Im Jahr 2025 ist China mit mehr als 7 Millionen exportierten Fahrzeugen zum weltweit größten Autoexporteur aufgestiegen, gegenüber weniger als einer Million im Jahr 2019. Gleichzeitig verlieren die europäischen Hersteller nach und nach Marktanteile, auch auf ihren traditionellen Märkten.

Autoimport nach Europa seit 2017
Verkäufe von Elektroautos seit 2017
Autoverkäufe in Europa und den USA nach Antriebsart (Verbrennungsmotor, Hybrid und Elektro)

Nach Ansicht der Banca d’Italia geht diese Entwicklung weit über den bloßen Rahmen des wirtschaftlichen Wettbewerbs hinaus. Die Industrie-, Umwelt- und Handelspolitik Chinas, Europas und der Vereinigten Staaten driften immer weiter auseinander und zersplittern den globalen Automobilmarkt in mehrere große regionale Ökosysteme. Diese neue Geografie erschwert Investitionen und erhöht die Kosten für internationale Hersteller.

Mit anderen Worten: Der Kampf, der heute ausgetragen wird, findet nicht mehr nur zwischen Automobilmarken statt. Er ist mittlerweile ein Kampf zwischen zwei Industriemodellen. Und derzeit ist es eindeutig China, das das Tempo vorgibt.

Quelle: Banca d’Italia

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