
Zwei Buchstaben reichen aus, um die Stimmung bei Lamborghini : SV. 55 Jahre nach dem Miura SV, dem ersten Vertreter der Super-Veloce-Reihe, rückt der Hersteller aus Sant’Agata Bolognese dieses Emblem mit dem Revuelto SV. Eine leistungsstärkere, leichtere und vor allem deutlich radikalere Version seines V12-Hybrid-Supersportwagens, limitiert auf 1.963 Exemplare – eine Anspielung auf das Gründungsjahr von Lamborghini.




1.065 PS, aber immer noch ein V12-Saugmotor
Das Konzept ist nach wie vor herrlich übertrieben. Das Herzstück des Revuelto SV bildet weiterhin der 6,5-Liter-V12-Saugmotor, der hier 825 ps bei 9.250 U/min leistet und bis zu 9.500 U/min erreicht. Er arbeitet mit drei Elektromotoren zusammen: zwei an der Vorderachse und ein dritter, der in der Nähe des Achtgang-Doppelkupplungsgetriebes integriert ist. Eine neue 7,3-kWh-Batterie rundet das Gesamtpaket ab.

Ergebnis: 1.065 PS und 1.425 Nm, gegenüber 1.015 PS beim Revuelto. Mit einem Leistungsgewicht von nur 1,66 kg/PS beschleunigt der SV in 2,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, erreicht 200 km/h in 6,7 Sekunden und überschreitet 345 km/h. Lamborghini gibt im technischen Datenblatt genauer gesagt 348 km/h an.
Damit ist er der leistungsstärkste Serien-Lamborghini, der jemals in Sant’Agata Bolognese produziert wurde. Nun ja … fast. Der Fenomeno, eine auf nur 29 Exemplare limitierte Sonderserie, leistet 1.080 PS. Der Unterschied liegt also in der extremen Exklusivität dieses Modells, während der Revuelto SV den neuen Maßstab in der Serienpalette setzt.
Eine SV-Version lässt sich nicht auf 50 zusätzliche PS reduzieren
Lamborghini hat sich vor allem auf das konzentriert, was einen Super Veloce seit jeher so interessant macht: das Fahrverhalten. Die Aerodynamik wurde grundlegend überarbeitet – mit einem neuen Splitter, einem neu gestalteten Unterboden und vor allem diesem imposanten festen Heckflügel. Das Gesamtpaket erzeugt 80 % mehr Abtrieb als ein Revuelto und sogar 10 % mehr als ein Aventador SVJ.

Noch überraschender bei einem so hochentwickelten Supersportwagen ist, dass Lamborghini manuell einstellbare passive Stoßdämpfer einsetzt, die direkt von den Erfahrungen im GT3-Rennsport inspiriert sind. Der Hersteller gibt damit 17 % an zusätzlicher Agilität und 10 % mehr Seitenhaftung an. Die neuen CCM-R-Plus-Carbon-Keramik-Bremsen ermöglichen es zudem, aus einer Geschwindigkeit von 200 km/h auf nur 110 Metern zum Stillstand zu kommen.

Dem Fahrer steht zudem ein neuartiger „Pilota“-Modus zur Verfügung, der über einen roten Wahlschalter am Lenkrad aktiviert werden kann. Die Traktionskontrolle lässt sich dabei in fünf Stufen einstellen, um das Fahrverhalten des Fahrzeugs an die Rennstrecke, die Fahrbedingungen oder den Zustand der Reifen anzupassen.

In Hockenheim bereits die Schnellste
Noch vor seiner Vorstellung hatte der Revuelto SV bereits gezeigt, wozu er fähig ist. Unter der Leitung des Lamborghini-Rennfahrers Marco Mapelli fuhr er in Hockenheim eine Zeit von 1:41,6 Minuten und wurde damit laut Lamborghini zum schnellsten Serienwagen, der jemals auf der deutschen Rennstrecke gemessen wurde. Eine ziemlich überzeugende Art, daran zu erinnern, was diese beiden Buchstaben seit dem Miura bedeuten: Bei Lamborghini steht „Super Veloce“ nicht einfach nur für mehr Leistung, sondern für eine Maschine, die ganz auf das Fahrerlebnis ausgerichtet ist.
