
Vor etwas mehr als einem Monat haben wir euch vom brandneuen von Italtecnica entwickelter V6-Motor. Auf dem Papier weckten die Zahlen bereits Neugier: 3,3 Liter Hubraum, 400 PS in der Saugmotorversion, eine maximale Drehzahl von 9.000 U/min und vor allem ein Gewicht von weniger als 130 kg. Nun nimmt das Projekt deutlich konkretere Formen an. Italtecnica hat soeben die ersten Fotos seines neuen Motors veröffentlicht, der nun den Namen «Pegasus» trägt.
Anhand dieser Bilder lässt sich ein Motor entdecken, der sich noch in der Fertigung befindet, insbesondere sein Zylinderblock. Vor allem aber bieten sie einen ziemlich spektakulären Einblick in den Arbeitsaufwand, den der italienische Motorenhersteller betrieben hat, um diese neue Generation von V6-Motoren zu entwickeln, die in künftigen Sportwagen und besonders exklusiven Supersportwagen zum Einsatz kommen sollen.
Ein aus dem Vollen gefräster V6-Motorblock
Das beeindruckendste Bauteil ist wahrscheinlich das neue Motorgehäuse von Pegasus. Anstatt von einem Teil auszugehen, das im Rahmen eines eher traditionellen Gussverfahrens hergestellt wurde, fertigt Italtecnica den Motorblock hier aus einem einzigen Block aus einer Aluminiumlegierung. Das gesamte Bauteil wird vollständig auf CNC-Maschinen bearbeitet.


Ein besonders anspruchsvolles Herstellungsverfahren, das es Italtecnica ermöglicht, Hochleistungswerkstoffe einzusetzen und die Maßtoleranzen äußerst präzise zu kontrollieren. Der Block wird zudem mehreren aufeinanderfolgenden Wärmebehandlungen unterzogen, um die Eigenschaften der Legierung optimal zu nutzen und die bei der Herstellung entstehenden Restspannungen zu reduzieren.
Der Nachteil ist eine komplexere Konstruktion, insbesondere um die internen Kühl- und Schmierkreisläufe zu integrieren. Das angestrebte Ergebnis ist jedoch klar: ein Bauteil, das sowohl extrem leicht als auch widerstandsfähig ist und genau auf die mechanischen Belastungen des Motors abgestimmt ist. Die Fotos sprechen übrigens für sich. Man erkennt sehr deutlich die Spuren der verschiedenen Bearbeitungsdurchgänge, selbst in den komplexesten Bereichen des Motorblocks.


Pegasus nimmt langsam Gestalt an
Diese neuen Bilder verleihen dem Projekt, das wir Ende Juli kennengelernt haben, nun eine ganz neue Dimension. Der V6 Pegasus ist nicht mehr nur ein technisches Datenblatt, das 400 PS, 9.000 U/min und weniger als 130 kg verspricht: Nun werden die Bauteile vorgestellt, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen. Für Italtecnica soll dieser Motor den Ausgangspunkt für eine neue Plattform bilden. Diese erste 3,3-Liter-Saugmotorvariante wird den Schwerpunkt auf hohe Drehzahlen und das mechanische Fahrgefühl legen, während auch eine Turbo-Version geplant ist. Nun bleibt noch die interessanteste Frage offen: Welcher italienische Sportwagen wird als erster mit dem V6 „Pegasus“ ausgestattet?
Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, hier ein Video des alten Italtecnica-V6-Motors im Totem GT Super Sport.
