
Am 21. Oktober 1996 wurde der letzte Autobianchi Y10 zugelassen, was das Ende einer Ära für eine Marke bedeutete, die die Geschichte der italienischen Kleinwagen nachhaltig geprägt hatte. Auf den Tag genau dreißig Jahre später, Fiat hat dieses symbolträchtige Datum gewählt, um das erste Exemplar einer neuen Sonderserie zuzulassen: den Pandina Tributo Autobianchi. Eine Hommage, die kein Zufall ist, denn die beiden Modelle verbindet eine gemeinsame Geschichte.
Um diese Anspielung zu verstehen, muss man bis ins Jahr 1985 zurückgehen. In jenem Jahr stellte Autobianchi den Y10 vor, einen kleinen Stadtauto, der auf einer vom Fiat Panda abgeleiteten Plattform basierte. Doch während der Panda vor allem auf Einfachheit und Wirtschaftlichkeit setzte, wollte der Autobianchi Y10 mit einem raffinierteren Erscheinungsbild, hochwertigeren Materialien und einem unverwechselbaren Stil eine andere Kundschaft ansprechen. Er ebnete später den Weg für den Lancia Y.

Dreißig Jahre nach dem Ende der Y10 greift Fiat dieses Konzept nun mit einem Pandina wieder auf, der sich von den anderen Modellen der Baureihe abheben soll. Und für Kenner werden bestimmte Details sofort an seinen Vorgänger erinnern.
Ein Pandina, der die Designmerkmale des Autobianchi Y10 aufgreift
Die erste Besonderheit dieses Pandina Tributo Autobianchi ist seine exklusive Lackierung mit dem Namen Platino, eine speziell für diese Auflage entwickelte champagnerfarbene Lackierung. Sie lässt sich mit einem schwarzen Dach und vor allem mit einer schwarzen Heckklappe kombinieren – ein Merkmal, das ja gerade zu den charakteristischen Designmerkmalen des Autobianchi Y10 gehörte.



Die schwarzen Außenspiegel, die 15-Zoll-Leichtmetallfelgen im Diamant-Design mit ihrem speziellen Logo und die seitlichen «Tributo Autobianchi»-Schriftzüge runden dieses Erscheinungsbild ab. Auch im Innenraum hat Fiat darauf geachtet, eine gewisse Eleganz wiederherzustellen. Die Sitze aus hellsandfarbener Mikrofaser weisen ein großkariertes Muster auf, während die vorderen Kopfstützen mit einem speziellen Logo versehen sind. Das Armaturenbrett greift den Karosseriefarbton „Platino“ auf, die Türverkleidungen sind mit passenden Einsätzen versehen, und auf den Bildschirmen erscheinen spezielle Begrüßungsanimationen.


Diese neue Ausstattungsvariante ergänzt eine Modellpalette, die bereits aus den Versionen Pop, Icon und Cross besteht. Sie behält den Hybridantrieb des Pandina bei und wird, wie die anderen Versionen auch, im italienischen Werk in Pomigliano d’Arco produziert. Man fragt sich fast schon, ob dieser elegantere Autobianchi nicht ein Vorgeschmack auf die zukünftigen Lancia-Modelle ist, da letztere wird wieder von Fiat geführt.

Eine Hommage an Autobianchi, aber auch an einen echten Bestseller
Abgesehen von der Nostalgie ist die Wahl der Pandina für diese Hommage besonders interessant. Denn trotz ihres Alters und der Einführung des neuen Modells Fiat Grande Panda, ist der alte Panda für Fiat schlichtweg unverzichtbar. Laut die von Italpassion erhobenen Zahlen, Zwischen Januar und September 2026 wurden in Italien 86.378 Fiat Panda zugelassen., bei insgesamt 144.291 Fiat. Mit anderen Worten: Fast 60 % der im Land verkauften Fiat sind noch immer historische Panda-Modelle!
Der Fiat Grande Panda, der zwar deutlich neuer ist, verzeichnet im gleichen Zeitraum 30.651 Zulassungen. Er legt zwar zu, kann aber seine kleine Schwester noch nicht ersetzen. Auf europäischer Ebene meldet Fiat zudem 100.000 Zulassungen des Pandina seit Januar, was einem Anstieg von 7,1 % entspricht.
Mit diesem „Tributo Autobianchi“ schlägt Fiat letztlich zwei Fliegen mit einer Klappe: Es erinnert an eine verschwundene Marke, die mehrere Generationen italienischer Autofahrer geprägt hat, und rückt gleichzeitig ein Modell in den Vordergrund, das trotz seines Alters nach wie vor die Verkaufsstütze von Fiat in seinem Heimatland ist. Was den Preis angeht, so wird er auf der Website von Fiat Italien mit 20.250 € angegeben, ist aber bereits im Sonderangebot für 16.900 € erhältlich.