
Obwohl die Auslieferungen erst vor weniger als einem Jahr begonnen haben, ist die Ferrari F80 ist noch lange nicht aus den Schlagzeilen verschwunden. Und diesmal geht es weder um ihre Fahrleistungen noch um ihre Hybridtechnologie mit über 1.200 ch. In einem kürzlich dem britischen Händler gewährten Interview Tom Hartley Cars, dem Gründer von Mansory, ist eine Information herausgerutscht, die in Maranello für Unmut sorgen könnte: Ein zukünftiger Besitzer eines Ferrari F80 soll bereits mit dem deutschen Tuning-Unternehmen über einen Umbau seines Hypercars verhandeln.
Ferrari und Mansory: eine seit jeher komplizierte Beziehung
Seit mehr als zwanzig Jahren hat sich Mansory als einer der umstrittensten Fahrzeugtuner der Welt etabliert. Seine extravaganten Kreationen spalten die Gemüter ebenso sehr, wie sie faszinieren. Im Interview räumt Kourosh Mansory übrigens ein, dass einige Hersteller seine Arbeit schätzen, während andere ihn in der Vergangenheit vor Gericht verklagt haben.
Ohne einen konkreten Fall ausdrücklich zu nennen, deutet er an, dass Ferrari gehört zu den Marken, die bereits Streitigkeiten mit Mansory hatten. Dennoch bietet der Tuner weiterhin Tuning-Kits und Umbauten für die Modelle des italienischen Herstellers an. Eine Situation, die das zwiespältige Verhältnis zwischen Ferrari und bestimmten unabhängigen Tunern perfekt veranschaulicht. Die Marke mit dem springenden Pferd schützt ihr Image und ihr Design eifersüchtig, während Mansory seine kreative Freiheit einfordert und sogar behauptet, bestimmte Trends inspiriert zu haben, die heute von den Herstellern selbst aufgegriffen werden.
Ein Ferrari F80 könnte bereits bei Auslieferung bei Mansory eintreffen
Das ist wahrscheinlich die überraschendste Stelle des Interviews. Einer der Gesprächspartner verrät, dass er derzeit mit einem Kunden in Kontakt steht, der einen Ferrari F80 gekauft hat. Ohne dessen Identität oder Wohnsitzland preiszugeben, erklärt er, dass dieser Besitzer bereits mit Mansory in Kontakt steht. Den Aussagen während des Interviews zufolge könnte das Auto nach seiner Auslieferung sogar direkt zum deutschen Tuner gebracht werden.

Als der Interviewer andeutet, dass Ferrari diese Initiative wahrscheinlich nicht besonders gut aufnehmen würde, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: «Das wissen sie noch nicht.» Da kann man sich gut vorstellen, wie die Teams in Maranello reagieren würden, wenn eines der ersten produzierten F80-Modelle eine komplette Mansory-Umrüstung erhalten würde.
Eine Umgestaltung, die für Kontroversen sorgen könnte
Für Ferrari ist der F80 weit mehr als nur ein Supersportwagen. Er verkörpert den Gipfel des technologischen Know-hows der Marke, mit einer extrem limitierten Stückzahl und einer strengen Auswahl der Kunden. Mansory ist jedoch dafür bekannt, sich nicht mit ein paar kosmetischen Änderungen zufrieden zu geben. Der Tuner nimmt in der Regel tiefgreifende Veränderungen an der Karosserie vor, fügt zahlreiche Carbon-Elemente hinzu und gestaltet Stoßfänger, Kotflügel, Diffusoren und den Innenraum neu.
Der Gründer des Unternehmens betont zudem, dass seine Teile nicht nur dekorativ sind. Seiner Meinung nach hat jedes entwickelte Element eine echte aerodynamische Funktion und erfordert monatelange Entwicklungsarbeit. Er erklärt, dass manche Projekte fast zwei Jahre Arbeit erfordern, bevor sie auf den Markt kommen. Auf einen Ferrari F80 angewendet, könnte eine solche Philosophie zu einer der spektakulärsten Umbauten führen, die jemals an einem Hypercar aus Maranello vorgenommen wurden.
Der Ferrari F80 gehört bereits zu den exklusivsten Autos der Gegenwart. Doch für manche Sammler reicht das offenbar nicht aus. Mansory erklärt, dass seine Kundschaft aus Prominenten, Profisportlern, Unternehmern, Oligarchen oder auch neuen Millionären aus der Welt der Kryptowährungen besteht. Eine Kundschaft, die vor allem nach Differenzierung und Einzigartigkeit strebt.
Um sich in dieser Welt von anderen abzuheben, kommt es nicht in Frage, einen Ferrari F80 zu besitzen, der mit dem eines anderen Kunden identisch ist. Eine Mansory-Sonderausstattung ermöglicht es gerade, ein Unikat zu schaffen – auch wenn man sich dabei von der ursprünglichen Vision der Ferrari-Designer entfernt.
Wird das Ferrari gefallen?
Die Antwort scheint ziemlich offensichtlich. Stellen Sie sich einen F40, einen F50 oder einen von Mansory umgebauten Ferrari Enzo vor! Auch wenn Ferrari sich zu dieser Angelegenheit nie offiziell geäußert hat, hat die Marke stets entschlossen die Integrität ihrer Modelle verteidigt. Der italienische Hersteller beobachtet die an seinen Fahrzeugen vorgenommenen Modifikationen aufmerksam und zögert nicht, sich von bestimmten Projekten zu distanzieren, die als zu weit von seinem Image entfernt angesehen werden. Und wenn man den Ruf des deutschen Tuners kennt, ist eines sicher: Der zukünftige Ferrari F80 Mansory würde niemanden kalt lassen. Er könnte übrigens auch V80 heißen.
