Die 1 % reichsten Menschen Chinas haben sich sofort einen Ferrari Luce als «Symbol des Reichtums» gekauft.»

Kaum in China vorgestellt, ist die Ferrari Luce hat bereits alle Käufer gefunden. Die 88 für den chinesischen Markt bestimmten Exemplare sollen trotz eines Preises von 3,988 Millionen Yuan – das sind etwa 520.000 Euro – fast augenblicklich ausverkauft gewesen sein. Ein Erfolg, der umso mehr überrascht, als der erste Elektro-Ferrari die Gemüter stark spaltet. In den chinesischen sozialen Netzwerken wird der Luce auch wegen seines Designs kritisiert, wobei einige Internetnutzer sogar so weit gehen, ihn als Ferrari «die umstrittenste der jüngeren Geschichte». Das hat die wohlhabendsten Käufer des Landes jedoch keineswegs davon abgehalten, sich um sie zu reißen.

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Ein Auto, das die reichsten 1 % sofort erkennt

In den chinesischen Automobilmedien ist der Ferrari Luce bereits zu einem sozialen Statussymbol geworden. Das Medium «Speedsters» fasst die Situation mit einem einfachen Satz zusammen: Ein Luce stehe für „4 Millionen Yuan auf Rädern“.

In dieser Preisklasse gehört der Besitzer dieses Autos sofort zu den 1 % reichsten Menschen Chinas. Und genau das wäre der Grund für seinen Erfolg. In einem Land, in dem lokale Hersteller mittlerweile Elektroautos anbieten, die oft leistungsstärker und deutlich günstiger sind, versucht der Luce nicht, mit seinen technischen Daten zu überzeugen.

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Es dient in erster Linie dazu, einen Status zu demonstrieren. Der Kauf eines Ferrari-Elektroautos für fast 4 Millionen Yuan ist gleichbedeutend mit dem Bekenntnis, dass der Preis keine Rolle spielt. Manche Internetnutzer fassen die Situation sogar so zusammen: «Niemand fragt sich mehr, ob es seinen Preis wert ist. Allein die Tatsache, dass man so viel Geld für ein Elektroauto ausgeben kann, beweist bereits, dass man zu einer anderen Vermögensklasse gehört.»

«Ein Ferrari zum Einkaufen»

Eine der interessantesten Erklärungen kam vom berühmten chinesischen Auto-Content-Ersteller Jacky vom Medienkanal Speedsters. Auf Weibo erklärt er, dass er sich, wenn er einen Ferrari für den Alltag wählen müsste, persönlich eher für den Luce als für den Amalfi entscheiden würde.

«Wenn ich mir wirklich einen Ferrari zum Einkaufen kaufen würde, würde ich mich wahrscheinlich eher für den Luce als für den Amalfi entscheiden», schreibt er. Seine Argumentation verdeutlicht, wie manche superreichen Chinesen dieses Auto wahrnehmen. Ein Ferrari Amalfi, obwohl mit Verbrennungsmotor und eher traditionell, würde als Einstiegsmodell gelten. Der Luce hingegen würde sofort einen außergewöhnlichen sozialen Status signalisieren.

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«Wenn man eine Luce fährt – vor allem angesichts all dieser Kontroversen –, sehen die Leute sofort ein Elektroauto für 4 Millionen Yuan. Eine solche Summe für ein Elektroauto auszugeben, bedeutet, extrem reich zu sein. » Mit anderen Worten: Die Luce würde nicht wegen ihrer Leistung, ihrer Reichweite oder gar ihres Designs gekauft, sondern als Symbol für absoluten Reichtum.

Teurer, weniger leistungsstark … aber exklusiver

Auf dem Papier kann der Ferrari Luce die chinesischen Modelle jedoch nicht übertrumpfen. Mit seinen 1.036 ch und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden wird er vom Yangwang U9 von BYD oder auch vom Hyptec SSR von GAC übertroffen, die beide deutlich günstiger sind. Selbst die 350-kW-Schnellladung des Ferrari wirkt weniger beeindruckend als die einiger chinesischer Konkurrenten.

Doch einen Vergleich der Luce mit diesen Modellen anzustellen, macht letztlich wenig Sinn. Ferrari präsentiert sie als großen elektrischen Fünfsitzer für den Straßenverkehr, der sich für den Alltag eignet, und nicht als Supersportwagen, der dazu bestimmt ist, Rekorde zu brechen. Für viele chinesische Käufer ist der Preis selbst Teil des Erlebnisses. Wie einige Internetnutzer schreiben: «Das Elektroauto gibt es umsonst, verkauft wird das Ferrari-Logo.».

Ein Auto aus einer Laune heraus gekauft … oder aus strategischen Gründen?

In den letzten Wochen gab es mehrere Gerüchte, wonach Ferrari seine besten Kunden dazu ermutigen würde, einen Luce zu kaufen, um leichter an besonders exklusive Modelle zu kommen. Diese Information wurde international vielfach verbreitet.

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Der Marketingleiter von Ferrari, Enrico Galliera, hat diese Theorie jedoch entschieden zurückgewiesen. Seiner Meinung nach zwingt die Marke niemanden dazu, einen Luce zu kaufen, um Zugang zu zukünftigen limitierten Serien zu erhalten. Er räumt sogar ein, dass ein Kunde, der gezwungen wäre, ein Auto zu kaufen, das ihm nicht gefällt, zum «ersten negativen Botschafter des Produkts» werden würde.

Wie dem auch sei, die 88 für China bestimmten Exemplare sollen innerhalb weniger Stunden einen Käufer gefunden haben. Ein weiterer Beweis dafür, dass im Ultra-Luxus-Segment die Logik der Leistung oder des Preis-Leistungs-Verhältnisses manchmal in den Hintergrund tritt. Für einen Teil der wohlhabendsten chinesischen Käufer ist der Ferrari Luce nicht einfach nur ein Elektroauto: Er ist ein soziales Statussymbol.

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