
Die Ähnlichkeit war bereits aufgefallen (wie auch bei das Xiaomi YU7). Als Luxeed begann, seinen neuen RX vorzustellen – einen großen Elektro-SUV mit besonders sportlichem Design –, wurden Vergleiche mit dem SUV Ferrari Purosangue blühten schnell auf. Eine stark gestreckte Motorhaube, ein schwungvoll abfallendes Dach, muskulöse hintere Kotflügel und eine niedrige Silhouette: Das chinesische Modell scheint sich eindeutig an den Designmerkmalen des SUV aus Maranello zu orientieren.
Doch die Angelegenheit nahm eine neue Wendung, als Luxeed erklärte, dass sein RX mit Hilfe eines ehemaligen Designers von Ferrari. Diese Aussage war präzise genug, um die Aufmerksamkeit der chinesischen Tochtergesellschaft des italienischen Herstellers auf sich zu ziehen, die die Marke aufforderte, die Identität dieses mysteriösen ehemaligen Mitarbeiters öffentlich preiszugeben. Luxeed nannte schließlich einen Namen: Werner Gruber.
Ein Veteran aus Maranello
Es war Zhao Changjiang, Geschäftsführer von Luxeed, der die Identität des Designers enthüllte. Werner Gruber war tatsächlich bei Ferrari tätig, wo er unter anderem ab 2010 als leitender Außendesigner arbeitete. Sein Lebenslauf ist alles andere als unbedeutend. Er war an mehreren Großprojekten der italienischen Marke beteiligt, darunter der LaFerrari, der FXX-K und der Portofino. Vor seiner Zeit in Maranello hatte er zudem bei Pininfarina gearbeitet.

Diese Präzisierung ist wichtig, da Luxeed ursprünglich von einem ehemaligen «Chefdesigner» von Ferrari gesprochen hatte. Der Designchef der italienischen Marke ist jedoch nach wie vor Flavio Manzoni. Werner Gruber hatte jedoch eine wichtige Position innerhalb der Designteams inne, was es Luxeed ermöglicht, seine Behauptung ernsthaft zu untermauern. Indem Ferrari Beweise verlangte, bot es der chinesischen Marke vor allem eine gute Gelegenheit, die prestigeträchtigen Referenzen ihres Designers hervorzuheben.
Ein Hauch von „Purosangue“, den man kaum übersehen kann
Die Kontroverse ist natürlich kein Zufall. Der Luxeed RX weist Proportionen auf, die denen des Purosangue verblüffend ähnlich sind. Das chinesische Modell ist etwa 5,02 Meter lang und 2,01 Meter breit, bei einem Radstand von knapp drei Metern. Der Ferrari weist sehr ähnliche Abmessungen auf. Das reicht zwar rechtlich gesehen nicht aus, um den RX als Kopie zu bezeichnen, doch die optische Ähnlichkeit ist deutlich genug, um das Interesse von Ferrari zu erklären.




Unter der Karosserie hingegen schlagen die beiden Fahrzeuge völlig unterschiedliche Wege ein. Während der Purosangue auf einen spektakulären V12-Saugmotor setzt, ist der Luxeed RX ein reines Elektroauto.
Die Einstiegsversion verfügt über einen Heckmotor mit einer Leistung von rund 371 ch, während die Allradvariante mit zwei Motoren fast 586 ch erreicht. Die verfügbaren Batterien haben eine Kapazität von über 80 kWh und können bis zu etwa 100 kWh erreichen. Luxeed gibt nach dem sehr optimistischen chinesischen CLTC-Zyklus eine Reichweite von bis zu 852 km an. Ein Wert, der nach dem europäischen WLTP-Protokoll zwangsläufig niedriger ausfallen würde.
Luxeed will in der Liga der Großen mitspielen
Der RX setzt übrigens nicht nur auf sein Design. Luxeed, eine Marke, die mit Unterstützung von Chery und Huawei entwickelt wurde, gibt an, mehrere europäische Spezialisten bei der Entwicklung seines SUV hinzugezogen zu haben. Tobias Moers, ehemaliger Chef von AMG und Ex-Geschäftsführer von Aston Martin, soll insbesondere an der Entwicklung des Fahrverhaltens mitgewirkt haben. Auch ehemalige Ingenieure von BMW sollen am Fahrwerk gearbeitet haben.
In China haben die Vorbestellungen begonnen, wobei ein Preis von rund 299.800 Yuan angekündigt wurde, was je nach Wechselkurs etwas mehr als 40.000 Euro entspricht. Ein Preis, der mehr als zehnmal niedriger ist als der des Ferrari Purosangue… und 1.000-mal niedriger als der Ferrari Luce für 40 Millionen Dollar !
