
Als Mat Armstrong diese gekauft hat Ferrari 296 GTB, er wusste, dass er sich an eines der kompliziertesten Projekte seiner Karriere wagte. Doch selbst er hätte sich wahrscheinlich nicht vorstellen können, dass er mehrere Monate, eine neue Hybridbatterie für fast 20.000 €, Dutzende von Arbeitsstunden und schließlich das direkte Eingreifen von Ferrari benötigen würde, um den Hybrid-V6 wieder anspringen zu hören.
Ein Ferrari, der sich hartnäckig weigert, anzuspringen
Seit seiner Ankunft im Vereinigten Königreich schien dieser Stück für Stück wiederaufgebaute Ferrari 296 GTB zum Schweigen verdammt zu sein. Trotz des schrittweisen Zusammenbaus des Wagens, des Austauschs zahlreicher Bauteile und sogar des Einbaus einer neuen Hybridbatterie ließ er sich einfach nicht starten.


Die Situation war umso frustrierender, als alles auf elektronische Probleme hindeutete. Ferrari hatte übrigens bereits beim Kauf des Fahrzeugs erklärt, dass alle an das Bordnetz angeschlossenen Komponenten wieder eingebaut werden müssten, bevor eine vollständige Diagnose möglich sei. Airbags, Steuergeräte, Sensoren: Alles musste an seinem Platz sein.

Angesichts dieser ausweglosen Situation hatte sich Mat Armstrong schließlich direkt an Ferrari gewandt. Nach einer ersten Ablehnung erklärte sich der italienische Hersteller schließlich bereit, sich das Fahrzeug anzusehen – allerdings unter einer Bedingung: Das Auto musste vollständig neu zusammengebaut werden, bevor es in das offizielle Servicenetz aufgenommen werden konnte.
Ferrari entdeckt einen ersten überraschenden Fehler
Sobald der Ferrari im Autohaus eingetroffen war, machten sich die Techniker zunächst an die Hybridbatterie. Seit Monaten ließ sich diese nicht mehr richtig aufladen. Mat hatte sogar eine neue Batterie gekauft, um das Problem zu beheben. Die Ursache war jedoch viel einfacher.

Die Techniker stellten fest, dass die elektronische Parkbremse nicht mehr aktiviert war. Nach dem Unfall war sie zum Bewegen des Fahrzeugs gelöst worden und konnte anschließend mangels Stromversorgung nicht mehr reaktiviert werden. Beim 296 GTB verlangt das System jedoch, dass diese Bremse aktiviert ist, um das Aufladen der Hybridbatterie zu ermöglichen. Eine Sicherheitsmaßnahme, die verhindern soll, dass sich ein angeschlossenes Fahrzeug versehentlich in Bewegung setzt.
Eine Entdeckung, die so einfach … wie ärgerlich für Mat Armstrong ist, der nun feststellt, dass er möglicherweise Tausende von Euro für einen neuen Akku ausgegeben hat, ohne ihn wirklich zu brauchen.
Der wahre Täter versteckte sich direkt vor seinen Augen
Leider lässt sich der Ferrari auch nach der Wiederherstellung des Ladevorgangs des Hybridakkus immer noch nicht starten. Die Ferrari-Techniker setzen daraufhin ihre Untersuchungen fort. Sie überprüfen das Hybridsystem, die Steuergeräte, die Kabelbäume und die verschiedenen Elektronikmodule. Mehrere Tage lang zerbrechen auch sie sich angesichts dieser ungewöhnlichen Störung den Kopf.
Dann kam der Durchbruch. Das Team beschloss, ein neues Lenkrad auszuprobieren. Beim Ferrari 296 ist der Touch-Start-Stopp-Knopf direkt in das Lenkrad integriert. Mat hatte diesen Ansatz bereits zuvor versucht, indem er ein Lenkrad aus einem anderen Unfallwagen eingebaut hatte – allerdings ohne Erfolg.

Diesmal, mit einem neuen, von Ferrari gelieferten Lenkrad, funktionierte alles auf Anhieb. Die Techniker stellten fest, dass die Auslösung des Airbags beim Unfall bestimmte elektronische Bauteile rund um den Startknopf beschädigt hatte. Das von Mat verwendete Ersatzlenkrad stammte ebenfalls aus einem Unfallwagen und wies genau denselben Defekt auf. Das Ergebnis: Monatelang hatte niemand bemerkt, dass das Problem einfach nur am Start-Stopp-Knopf lag.
Endlich der Sound des Ferrari-V6
Nachdem das Problem identifiziert wurde, nimmt Ferrari die letzten notwendigen Einstellungen vor: Entlüften des Kühlkreislaufs, Entlüften der Kupplung und Beheben mehrerer elektronischer Fehler. Dann ist endlich der lang ersehnte Moment gekommen.
Nach monatelanger Wartezeit springt der Ferrari 296 GTB zum ersten Mal seit seinem Unfall wieder an. Der V6-Biturbo-Hybrid erwacht dank der von Mat Armstrong eingebauten modifizierten Auspuffanlage mit einem besonders beeindruckenden Dröhnen zum Leben.

Die Geschichte ist umso unglaublicher, als das Problem, das diesen Supersportwagen monatelang lahmlegte, weder der Motor noch die Hybridbatterie noch ein komplexes Steuergerät war, sondern lediglich ein defekter Startknopf, der in das Lenkrad integriert war.
Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen.
Dennoch ist das Abenteuer noch lange nicht zu Ende. Dieser Ferrari 296 GTB, der mit einem vom 296 Challenge inspirierten Karosserie-Kit umgebaut wurde, ist nach wie vor ein einzigartiger Prototyp. Es sind noch einige Anpassungen erforderlich, um eine optimale Kühlung des Hybridsystems zu gewährleisten und bestimmte elektronische Details fertigzustellen.
Aber das Wichtigste ist: Nach monatelanger Suche, vielen Zweifeln und hohen Kosten hat sich Ferrari schließlich bereit erklärt, ihm zu helfen. Und dank dieser Hilfe hat der Supersportwagen, den viele bereits als hoffnungslos verloren betrachteten, endlich wieder zu seiner alten Form zurückgefunden.
