Stellantis würde die Entwicklung eines Alfa Romeo auf chinesischer Leapmotor-Basis in Erwägung ziehen... obwohl die Marke gerade erst versprochen hat, zu ihren italienischen Wurzeln zurückzukehren

Und wenn Alfa Romeo, das Symbol für italienische Sportlichkeit und mechanische Leidenschaft, eines Tages auf einer chinesischen technischen Basis stehen würde? Diese Idee mag paradox, fast schon provokativ erscheinen, vor allem zu einem Zeitpunkt, an dem die Mailänder Marke gerade versucht, sich auf ihre Grundlagen zu besinnen. Und doch wird dieses Szenario laut Informationen von Reuters derzeit von folgenden Unternehmen geprüft Stellantis. Eine noch sehr vorläufige Hypothese, die jedoch viel über die derzeitigen strategischen Spannungen innerhalb des Konzerns aussagt.

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Eine Leapmotor-Basis, die bereits für Opel... und jetzt auch für Alfa Romeo in Betracht gezogen wird

Die wichtigste Information betrifft nicht direkt Alfa Romeo. Sie ist Teil eines größeren Projekts: Stellantis soll sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor befinden, um einen elektrischen Opel-SUV auf einer chinesischen Plattform zu entwickeln, wobei die Produktion im spanischen Saragossa bis 2028 geplant ist.

Leapmotor B05

Stellantis soll auch Vorgespräche über die Entwicklung eines Alfa Romeo-Modells auf der Grundlage dieser Architektur geführt haben, um die Auslastung des spanischen Werks zu optimieren. Mit anderen Worten: Nach Opel und möglicherweise Fiat könnte auch Alfa Romeo von dieser industriellen Strategie betroffen sein.

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Eine Strategie, die bereits für Fiat und Opel überlegt wird

Dieses Projekt kommt nicht aus dem Nichts. Seit einigen Monaten lotet Stellantis aktiv die Möglichkeiten aus, die sich aus seiner Partnerschaft mit Leapmotor ergeben, an der er etwa 20 % besitzt.

Wir haben bereits mehrfach darüber berichtet. Zunächst mit der Annahme einer Kompakter elektrischer Fiat, abgeleitet vom Leapmotor B05, Ein chinesisches Modell, das für Europa neu positioniert und möglicherweise in Spanien produziert wird. Dann mit einer weitergehenden Überlegung: Was Stellantis die Leapmotor-Technologien direkt nutzen kann um die Entwicklung von Elektromodellen zu beschleunigen und gleichzeitig die Kosten zu senken.

Und während Stellantis zugegeben hat, den Übergang zum elektrischen 100 % überschätzt zu haben und Milliarden Euro an Abschreibungen verbuchen musste, erscheint diese Strategie wie eine offensichtliche industrielle Abkürzung. Der Zugang zu einer bereits entwickelten Technologie, die sich schneller industrialisieren lässt und weniger kostspielig ist, wird angesichts der Konkurrenz durch chinesische Giganten wie BYD zu einem Schlüsselhebel.

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In dieser Logik ist es nur konsequent, dass Opel als erster auf eine Leapmotor-Basis umsteigt. Aber die Idee, Alfa Romeo mit einzubeziehen, verändert die Wahrnehmung des Projekts radikal.

Alfa Romeo: Eine Rückkehr zu den Wurzeln... schwer vereinbar?

Denn parallel dazu scheint Alfa Romeo genau in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Nach mehreren Jahren, in denen die Marke eine 100 % Elektroserie versprach, hat sie vor kurzem ihre Pläne überarbeitet. Der ursprüngliche Plan wurde verlangsamt, die zukünftigen Giulia und Stelvio wurden verschoben, und vor allem, eine neue Richtung scheint sich abzuzeichnen Die wichtigsten Neuerungen sind die Rückkehr zu Hybridmotoren, eine Neupositionierung in der Oberklasse und vor allem die mögliche Nutzung der Giorgio-Evo-Plattform, die historisch mit der DNA von Alfa Romeo verbunden ist.

Diese Ausrichtung geht eindeutig in Richtung einer Rückkehr zu den Grundlagen: Fahrvergnügen, Antriebsarchitektur, technische Verbindungen zu Maserati und eine ausgeprägte italienische Identität. Die Vorstellung eines Alfa Romeo-Modells, das auf einer chinesischen Leapmotor-Architektur basiert, steht für uns also in völligem Widerspruch zu dieser Neupositionierung.

Aus der Sicht von Stellantis ist das Interesse offensichtlich. Plattformen gemeinsam zu nutzen, Kosten zu senken, die Time-to-Market zu beschleunigen und die Auslastung der europäischen Werke, insbesondere des Werks in Saragossa, zu verbessern.

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Aber Alfa Romeo ist keine Marke wie jede andere. Wo Fiat oder Opel diese Art von industrieller Transformation leichter verkraften können, beruht Alfa Romeo auf einem viel stärkeren emotionalen Kapital. Seine Geschichte, seine Positionierung und sein Image sind eng mit Italien, seiner Ingenieurskunst und einer bestimmten Vorstellung von Leistung verbunden.

Einen Alfa Romeo anzubieten, der auf einer chinesischen technischen Basis entwickelt wurde, selbst wenn er in Europa überarbeitet wurde, würde unweigerlich Fragen aufwerfen. Nicht unbedingt für alle Kunden, aber eindeutig für die Enthusiasten und für das gesamte Image der Marke.

Eine noch sehr unsichere Spur

Es muss jedoch differenziert werden. Laut Reuters befinden sich die Gespräche über Alfa Romeo noch in einem frühen Stadium. Es ist noch nichts entschieden, und es könnte sich vor allem um eine Option handeln, die unter anderen geprüft wird, um die industriellen Kapazitäten des Konzerns zu optimieren. Dies gilt umso mehr, als der Produktplan von Stellantis, der in den nächsten Wochen unter der Leitung von CEO Antonio Filosa erwartet wird, die langfristige Strategie für jede der Marken klären sollte.

Die europäische Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Zwischen Kostendruck, chinesischer Konkurrenz und einer unsicheren Energiewende müssen sich selbst die bekanntesten Marken mit neuen wirtschaftlichen Realitäten auseinandersetzen. Die Frage ist, wie weit Alfa Romeo bereit ist zu gehen, ohne seine Identität zu verlieren.

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