
Mit nur 23 Jahren träumen manche noch von ihrem ersten Auto. Er fährt schon mit Oldtimern Alfa Romeo... und zwar nicht irgendwelche. Als Ingenieurstudent, der bis in die Fingerspitzen begeistert ist, besitzt er heute zwei ikonische Modelle: einen Alfa Romeo GTV6 und einen Alfa Romeo 75. Eine Geschichte, die von der japanischen Zeitschrift Engine, Das ist eine Geschichte, die schon lange vor dem Führerschein beginnt und fast wie ein Familienerbe wirkt.
Eine Leidenschaft, die in der Kindheit entstand
In seiner Heimat waren Autos nicht nur ein Transportmittel. Sie waren Teil der Einrichtung, der Erziehung, ja fast der DNA. «Als die anderen Thomas, den kleinen Zug sahen, schaute ich mir Auto-Videos an«, erzählt er lächelnd. Ein Satz, der alles zusammenfasst.
Schon sein Vater, ein echter Alfisti, fuhr mit Transaxle-Modellen. Der Alfa Romeo 75, den er heute besitzt, stammt übrigens direkt von ihm. Ein Familienauto, das wie ein Zeitzeuge weitergegeben wird.
Die prägnanteste Erinnerung hat er jedoch, als er drei Jahre alt war. Der Tag, an dem sein Vater seinen GTV verkauft. Ein Moment, den er nie vergessen hat. Er weint. Ohne es zu wissen, besiegelt dieser Moment bereits seine Zukunft.
Sein erster Alfa Romeo... noch vor dem richtigen
Als er seinen Führerschein erhält, stellt er sich nicht einmal die Frage: Es soll Alfa Romeo sein, nichts anderes. Während er darauf wartet, dass der 75er-Familienwagen wieder in Schuss gebracht wird, kauft er einen kleinen Alfa Romeo 147 für ein paar Tausend Euro. Ein einfaches Auto, mit dem er jedoch in die Welt von Alfa Romeo eintauchen kann.
Sehr schnell lernt er eine Realität kennen, die alle leidenschaftlichen Autofahrer kennen: Mit einem Oldtimer (dem Alfa Romeo 75) ist nicht immer alles einfach. Pannen, improvisierte Reparaturen, Fahrten unter Strom... Er erlebt seine ersten mechanischen Galeeren. Startschwierigkeiten, Anlasserausfälle, elektrische Probleme oder auch auslaufender Kraftstoff bei einer Ausfahrt. Doch das entmutigt ihn nicht, sondern bestärkt ihn in seiner Leidenschaft. «Reparieren gehört zum Vergnügen», erklärt er. Eine Philosophie, die in seinem Alter selten ist, aber für einen Studenten der Fahrzeugtechnik logisch ist.
La 75: eine lebendige Erbin
Nach seiner Instandsetzung wird der Alfa Romeo 75 zu seinem ständigen Begleiter auf der Straße. Mit seinem Twin-Spark-Motor und seiner Transaxle-Architektur verkörpert er eine Ära, in der Alfa Romeo die Dinge anders machte.



Er nutzt ihn intensiv. Straße, lange Fahrten und sogar Rennstrecken. Das Auto hat über 170.000 km zurückgelegt, ist aber erstaunlich gesund. Auf der Rennstrecke lernt er, das Auto zu beherrschen. Ein anspruchsvoller Fahrstil, bei dem man Reaktionen provozieren muss, um das Fahrwerk auszunutzen. Eine Fahrschule in Lebensgröße.
Der GTV6: Ein Kindheitstraum wird endlich wahr
Und dann kommt eines Tages die Gelegenheit. Ein Alfa Romeo GTV6 taucht auf. Schwarz, präpariert, radikal. Für ihn ist es mehr als ein Auto. Es ist ein Symbol. «Das war mein Traumauto. Das Auto, das mein Vater hatte, als ich ein Kind war».»



Dieser GTV6 2.5 ist kein Original. Er wurde grundlegend verändert: optimierter V6-Motor, Elemente aus dem Rennsport, überarbeitetes Getriebe, geschärftes Fahrwerk. Eine alte Rennstreckenmaschine, brutal und lebendig. Und vor allem: ein völlig anderes Auto als der 75er.
Zwei Alfa, zwei Philosophien
Die beiden Alfa-Modelle unterscheiden sich in ihren Empfindungen. Der 75er verlangt, dass man ihn mit Engagement fährt. Man muss ihn suchen, sein Verhalten provozieren, um das Beste aus ihm herauszuholen.
Der GTV6 hingegen ist instinktiver. Er ist auch brutaler. Die Hinterachse kann leichter ausbrechen, der Motor vibriert, die Mechanik drückt sich ungefiltert aus. Ein «lebendiges» Auto im wahrsten Sinne des Wortes. «Es macht Geräusche, es vibriert ... aber das ist es, was ich mag.» Selbst die Entscheidung, eine fast originale Auspuffanlage beizubehalten, ist freiwillig. Er hört lieber die Mechanik, die Obertöne des Motors, als ein einfaches Auspuffgeräusch.
«Ich wurde indoktriniert»
Heute bereut er nichts. Er steht voll und ganz zu seinem atypischen Werdegang und fasst ihn mit Humor zusammen: «Ich wurde indoktriniert.»
Ein Satz, der zum Schmunzeln anregen könnte, aber vor allem eine seltene Übertragung widerspiegelt. Die einer authentischen, rohen Autoleidenschaft, die weit entfernt von modernen Standards ist. Mit 23 Jahren träumt er nicht von einem SUV oder einem hochmodernen Elektroauto. Er bevorzugt alte, unvollkommene, anspruchsvolle... aber zutiefst liebenswerte Alfa. Und vor allem setzt er eine Familiengeschichte fort. Die eines Vaters, eines Autos, das zu früh verkauft wurde... und eines Sohnes, der 20 Jahre später den Kreis geschlossen hat.
