
Touring Superleggera setzt sein Comeback im Rampenlicht fort. Der Mailänder Karosseriebauer, dem wir unter anderem die Fertigung des äußerst exklusiven Alfa Romeo 33 Stradale verdanken, hat soeben den Vorhang für den Veloce12 Aperta gelüftet, eine neue Interpretation des Ferrari 550 Maranello. Nach dem im Juni vorgestellten Coupé behält diese Cabrio-Variante alles bei, was ihren Charme ausmacht: einen V12-Saugmotor in Verbindung mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe – eine Kombination, die im Jahr 2026 fast nicht mehr zu finden ist.
Am 26. Juni stellte Touring Superleggera diesen Veloce12 Aperta offiziell vor und veröffentlichte wenige Tage später die folgende Meldung: « Entwickelt für maßgeschneiderte Reisen », wobei er seine Philosophie hervorhob: einen GT zu schaffen, der für große Reisen konzipiert und vollständig nach Maß gefertigt ist. Am 8. Juli veröffentlichte der Karosseriebauer zudem Bilder seiner Weltpremiere: ein elegantes Fahrzeug in der Lackierung „Alba White“, ein Interieur aus burgunderrotem Flechtleder und ein Reisegepäck-Set aus Krokodilleder von Giosamilano.



Ein Ferrari 550 Maranello, der zu einem Cabrio-Grand-Tourer umgebaut wurde
Wie das Coupé Veloce12 basiert auch der Aperta auf einem Ferrari 550 Maranello. Touring Superleggera begnügt sich jedoch nicht damit, lediglich das Dach zu entfernen. Das Design des Fahrzeugs wurde komplett überarbeitet und verfügt nun über eine neuartige Karosserie aus einer Kombination aus Aluminium und Kohlefaser, während der obere Teil eine originelle Gestaltung aufweist. Anstelle eines klassischen Cabriolets oder eines vollständig offenen Barchetta präsentiert sich der Veloce12 Aperta als Targa. Zwei abnehmbare Dachpaneele lassen sich entfernen und im Kofferraum verstauen, sodass man mit wehenden Haaren fahren kann, ohne dabei gänzlich auf Praktikabilität verzichten zu müssen. Touring gibt somit ein Kofferraumvolumen von 327 Litern bei montiertem Dach an und weitere 233 Liter nach dem Entfernen der Dachpaneele – ein für einen Sportwagen dieser Art überraschend großzügiger Wert.



Der Ferrari-V12 ist nach wie vor mit von der Partie
Die andere hervorragende Neuigkeit verbirgt sich unter der langen Motorhaube. In einer Zeit, in der Saugmotoren nach und nach verschwinden, hat sich Touring Superleggera dafür entschieden, den legendären 5,5-Liter-V12-Motor von Ferrari beizubehalten. Der Motor erhält ein neues, verbessertes Kühlsystem sowie eine spezielle, von Touring entwickelte Auspuffanlage. Die Leistung beträgt 503 ch bei einem Drehmoment von 760 Nm, das über ein Sechsgang-Schaltgetriebe ausschließlich auf die Hinterräder übertragen wird. Die Fahrleistungen entsprechen denen des Coupés: 0 auf 100 km/h in 4,4 Sekunden und eine geschätzte Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h.


Noch exklusiver als das Coupé?
Touring Superleggera macht nach wie vor keine Angaben dazu, wie viele Exemplare der Veloce12 Aperta gebaut werden sollen. Der Hersteller erwähnt lediglich, dass die Fertigung vollständig in Handarbeit und auf Bestellung erfolgt.

Zum Vergleich: Das Veloce12 Coupé war auf nur 30 Exemplare limitiert, die zu einem Preis von 690.000 € angeboten wurden – wobei der vom Kunden bereitgestellte Ferrari 550 Maranello noch nicht mitgerechnet ist. Alles deutet also darauf hin, dass diese neue Aperta in einer noch kleineren Serie produziert wird, wahrscheinlich zu einem höheren Preis. In einem Markt, in dem Restomods oft gleichbedeutend mit Elektrifizierung oder übermäßiger Modernisierung sind, schlägt Touring Superleggera hier einen anderen Weg ein. Die Veloce12 Aperta versucht nicht, den Ferrari 550 Maranello neu zu erfinden, sondern seine Qualitäten zu unterstreichen: ein zeitloses Design, italienische Handwerkskunst und vor allem einen authentischen V12-Saugmotor in Verbindung mit einem Schaltgetriebe – eine Kombination, die heute fast schon zu einer vom Aussterben bedrohten Spezies geworden ist.
