Ein elektrischer Lamborghini? CEO erläutert seine Vision von Innovation: «Es macht keinen Sinn, wenn die Kunden nicht bereit sind»

Während Lamborghini hat gerade erst seine spektakuläre Fenomeno Roadster, war eine Frage fast unvermeidlich. Vor neugierigen Journalisten wurde Stephan Winkelmann, CEO der Marke aus Sant'Agata Bolognese, zu einem brisanten Thema befragt: Was hält er von der Ferrari Luce, Der erste elektrische Ferrari 100 %, der bereits viele Reaktionen hervorruft?

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Ohne jemals seinen Rivalen direkt zu nennen oder die Kritik am Ferrari Luce zu kommentieren, nutzte der Lamborghini-Chef die Gelegenheit, seine eigene Vision von automobiler Innovation zu bekräftigen. Eine Vision, die auch erklärt, warum die Marke kürzlich ihre Pläne für einen elektrischen Lamborghini aufgegeben hat.

Lamborghini: Innovation darf nicht aufgezwungen werden

Im Interview mit CNBC verteidigte Stephan Winkelmann die Entscheidung von Lamborghini, auf ein zukünftiges Elektromodell, das auf dem Lanzador-Konzept basiert, zu verzichten. Seiner Meinung nach war die Entscheidung, sich auf Plug-in-Hybridantriebe zu konzentrieren, einfach die richtige.

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«Unsere Entscheidung, vom Verbrennungsmotor auf Plug-in-Hybrid umzusteigen, war für uns sehr wichtig und sie hat funktioniert», erklärte er.

Der Manager betont jedoch, dass Innovation in der Automobilindustrie nach wie vor unverzichtbar ist. Seiner Meinung nach darf sie jedoch nie zum Selbstzweck werden. Eine neue Technologie einzuführen, nur weil sie neu ist, macht seiner Meinung nach keinen Sinn, wenn die Kunden nicht bereit sind, sie zu übernehmen. Lamborghini beobachtete die Entwicklung des Marktes für hochwertige Elektroautos und stellte fest, dass das Interesse der Kunden an einem elektrischen Supersportwagen 100 % nicht ausreichend wuchs.

Genau diese Analyse führte dazu, dass die Marke Ende 2024 den elektrischen Lanzador aufzugeben und eine auf Hybridisierung basierende Strategie zu bevorzugen.

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Lanzador als Symbol für einen Kurswechsel

Diese Stellungnahme bestätigt, was Lamborghini in den letzten Monaten bereits angedeutet hatte. Vorgestellt im Jahr 2023, das Lanzador-Konzept sollte eine vierte Modellreihe einleiten und eine neue Ära für den italienischen Hersteller einläuten. Damals schien das Projekt unumgänglich. Doch die Marktrealität änderte sich schnell.

lamborghini lanzador

Stephan Winkelmann selbst hatte vor kurzem zugegeben, dass das Interesse der Kunden an einem elektrischen Lamborghini gegen Null tendiert. Eine besonders starke Aussage für eine Marke, die dennoch massiv in dieses Programm investiert hatte. Anstatt auf Biegen und Brechen den Weg zum reinen Elektroantrieb zu gehen, besann sich Lamborghini auf das, was seine Stärke ausmacht: emotionale, leistungsstarke Autos mit einer starken mechanischen Persönlichkeit.

Diese Ausrichtung spiegelt sich bereits in der aktuellen Modellpalette wider. Revuelto, Temerario und Urus SE sind alle mit Plug-in-Hybridantrieben ausgestattet, die Elektrifizierung und Verbrennungsmotoren mit starker Identität kombinieren.

Ein zukünftiger Hybrid-GT statt eines elektrischen Supersportwagens?

Die Einstellung des Lanzador hat auch bei Lamborghini neue Überlegungen ausgelöst. In den letzten Wochen hatte Stephan Winkelmann die Möglichkeit eines ein viertes, völlig anderes Modell entwickeln. Die Idee eines kompakten SUV oder einer viertürigen Limousine ist vom Tisch. Die bevorzugte Spur wäre nun ein echter Gran Turismo 2+2.

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Diese Ausrichtung würde Lamborghini zu seinen Ursprüngen zurückführen. Bevor Lamborghini zu dem extremen Supersportwagenhersteller wurde, den wir heute kennen, hatte sich die Marke um große GTs herum aufgebaut, die lange Strecken mit hoher Geschwindigkeit zurücklegen konnten. Der Lamborghini der Zukunft könnte also den Geist historischer Modelle aufgreifen und gleichzeitig moderne Hybridtechnologien integrieren.

Dennoch bereitet sich Lamborghini weiterhin auf die Zukunft vor

Die Ablehnung des reinen Elektroantriebs bedeutet jedoch nicht, dass Lamborghini der Innovation den Rücken kehrt. Im Gegenteil, mehrere Signale zeigen, dass der Hersteller aktiv die nächsten technologischen Entwicklungen seiner Modelle vorbereitet.

Am aufschlussreichsten ist wohl die jüngste Ernennung von Fermín Soneira zum technischen Direktor. Sein Profil ist im aktuellen Kontext besonders interessant. Bevor er zu Lamborghini kam, leitete er das Kooperationsprojekt zwischen Audi und SAIC in China, wo er an der Entwicklung einer neuen Marke für Elektrofahrzeuge für den größten Automobilmarkt der Welt beteiligt war. Zwei Jahre lang arbeitete er an fortschrittlichen Elektroarchitekturen, ultraschnellen Ladesystemen, vernetzten Plattformen und Software der nächsten Generation.

Seine Erfahrung umfasst auch mehrere Audi e-tron-Programme, was ihn zu einem der erfahrensten Elektrifizierungsspezialisten des Volkswagen-Konzerns macht. Die Ankunft eines solchen Profils könnte paradox erscheinen, da Lamborghini gerade sein Elektroauto eingestellt hat. In Wirklichkeit ist sie ein perfektes Beispiel für die Philosophie, die Stephan Winkelmann vertritt.

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Innovation nach Lamborghini

Die Botschaft des CEO ist letztendlich ziemlich klar: Lamborghini verweigert sich nicht der Innovation, sondern weigert sich lediglich, einem Trend zu folgen, ohne Gewissheit darüber zu haben, ob er von den Kunden angenommen wird. Das Unternehmen investiert weiterhin in neue Technologien, in Software, in moderne Elektroarchitekturen und in die Elektrifizierung seiner Fahrzeuge. Es möchte diese Fortschritte jedoch in seinem eigenen Tempo integrieren und dabei seiner DNA treu bleiben.

Die Ernennung eines Spezialisten für Elektrofahrzeuge zum Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zeigt übrigens, dass Lamborghini bereits die Zukunft vorbereitet. Der Unterschied ist, dass diese Zukunft vielleicht nicht sofort in einem elektrischen Supersportwagen 100 % bestehen wird.

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Während Ferrari mit dem Luce den Schritt in die Zukunft wagt, zieht es Lamborghini vor, seinen Weg mit dem Plug-in-Hybridantrieb weiterzugehen. Zwei unterschiedliche Visionen von Innovation, für zwei Marken, die weiterhin die Zukunft des italienischen Automobilbaus gestalten. Und wenn man Stephan Winkelmann zuhört, ist Lamborghini davon überzeugt, dass sie vorerst die richtige Richtung eingeschlagen haben.

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